Chiphersteller ams-Osram investiert 588 Mio. Euro bei Graz

von Chiphersteller ams-Osram investiert 588 Mio. Euro bei Graz © Bild: APA/APA/HANS KLAUS TECHT/HANS KLAUS TECHT

ams-Zentrale in Premstätten südlich von Graz

Beim steirischen Chiphersteller ams-Osram mit Headquarter in Premstätten südlich von Graz steht eine Großinvestition bevor. Geplant ist eine neue Fertigungsanlage in einem Reinraum im Volumen von 588 Mio. Euro bis 2030. Unterstützt wird das Vorhaben durch eine Förderung von rund 200 Mio. Euro im Rahmen des European Chips Act (ECA), gab CEO Aldo Kamper am Montag nach einem Standortgipfel mit der Politik in Premstätten bekannt. Mittelfristig werden bis zu 250 Jobs geschaffen.

Gefertigt werden integrierte optoelektronische Sensoren der nächsten Generation für Anwendungen in der Medizintechnik, Industrie und "Consumer handhelds" sowie im Automotivbereich. Der für die Fertigung erforderliche Reinraum hat ein Ausmaß von rund 1.800 Quadratmetern. Wann der Baustart und wann die Fertigstellung erfolgen werde, wollte Kamper auf Anfrage nicht spezifizieren. Auch zum Rekrutierungspotenzial im südlichen Österreich für die angepeilten rund 250 neuen Jobs wollte Kamper sich noch nicht äußern - nur so viel, dass ams-Osram mit der neuen Fertigungstechnologie ein attraktiver Arbeitgeber sei.

Laut Kamper sei der Förderantrag bereits in Pränotifizierung, die Freigabe durch die EU-Kommission sei gestartet. "Da war auch viel Arbeit auf der Seite der Gesetzgebung notwendig", dankte der CEO Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) bei der Pressekonferenz in Premstätten. Diese große Investition sei nur mit der Förderung zu tätigen gewesen. Man gehe davon aus, dass das Projekt über die 250 Jobs bei ams-Osram hinaus rund 1.500 Arbeitsplätze in der Region generieren werde. Es sei ein klares Bekenntnis zum Standort Österreich und Europa, denn der Blick nach Korea und USA zeige, mit welcher Geschwindigkeit dort gefördert werde.

Arbeitsminister Kocher sagte u. a., dass Österreich ja für seine Forschungsförderung bekannt sei. Die Forschungsquote betrage 2024 laut Statistik Austria 3,34 Prozent, da sei man Nummer drei in Europa. Ziel sei es, Nummer eins zu werden. Österreich habe als eines der ersten Länder den ECA umgesetzt, die Halbleitertechnologie sei ein Schlüsselsektor. Österreich sei in der Halbleiterproduktion in der Gesamtwertschöpfung die Nummer eins in Europa.

Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) sprach von einem guten Tag für die Steiermark, "zumindest für eine wie ich sie mir vorstelle, als Hightech-Land mit Zukunft". Die Investition sei ein nachhaltiges Bekenntnis zum Standort und Halbleiter bildeten eine der entscheidenden technologischen Stützen für die Steiermark. Mit dieser Expertise aus der Industrie heraus gelänge es, Herausforderungen zu meistern.

Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) nannte u. a. rund 80 Prozent Anteil der Steiermark und Kärntens an der Wertschöpfung der Mikroelektronik in Österreich. Das Projekt helfe dabei, den Anteil der EU an der weltweiten Chipproduktion zu steigern. Eibinger-Miedl möchte auch neben Konzentration auf angewandte Forschung mehr Aufmerksamkeit für die Grundlagenforschung. Man brauche Nachwuchs in den MINT-Fächern.