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Verletztes Kind ignoriert

2-Jährige nach Verkehrsunfall auf der Straße liegen gelassen - starb im Krankenhaus

China - Verletztes Kind ignoriert © Bild: www.youtube.com/Youku

Ein zweijähriges chinesisches Mädchen, das bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt und anschließend von Passanten ignoriert und auf der Straße liegen gelassen wurde, ist im Krankenhaus gestorben. Die kleine Yue Yue sei ihren Verletzungen erlegen, sagte ein Sprecher der behandelnden Klinik. Die Ärzte hätten alles versucht, um das Leben der Tochter von Wanderarbeitern zu retten, versicherte er. Demnach starb das Mädchen an Organversagen.

Yue Yue war vor einigen Tagen vor dem Geschäft ihrer Eltern in der Stadt Foshan im Süden Chinas erst von einem Kleinlaster und anschließend von einem Schwertransporter überfahren worden. Überwachungskameras zeigten insgesamt 18 Fußgänger, die an dem schwer verletzten Kleinkind einfach vorbeigingen. Ein Müllmann holte das Mädchen schließlich von der Straße und informierte die Mutter, die ihr Kind ins Krankenhaus brachte. Das Kind lag seither im Koma. Die Fahrer der beiden Lastwagen wurden festgenommen.

Zunehmender Egoismus und Werteverlust?
Der Vorfall erregte vor allem unter Internetnutzern in China viel Aufsehen. Zahlreiche Menschen zeigten sich überzeugt, dass die rasante wirtschaftliche Entwicklung des Landes mit zunehmendem Egoismus und Werteverlust einhergeht. Andere Nutzer riefen einen ähnlichen Fall aus dem Jahr 2006 in Erinnerung, als ein Mann versucht hatte, einer älteren Frau zu helfen, die gestürzt war. Der Mann wurde nach dem Vorfall zu einem hohen Bußgeld verurteilt, weil er Gesetze verletzt haben soll, die den Umgang mit Unfallopfern regeln.

"Dunkle Seite" der Gesellschaft
Die Tageszeitung "Global Times" schrieb, der Vorfall zeige die "dunkle Seite" der chinesischen Gesellschaft. Menschen, die sich in ähnlichen Situationen nicht hilfsbereit zeigten, sollten aber nicht juristisch verfolgt werden. "Es ist vielmehr angebracht, ein Belohnungssystem für diejenigen einzurichten, die ihre Hilfe anbieten", schrieb die Zeitung. "Der Fall Yue Yue erinnert uns daran, wo China auf dem Weg seiner moralischen Entwicklung steht."