China startet Marine-Einsatz gegen Piraten:
Zwei Zerstörer auf den Weg nach Somalia

Beginn eines historischen Anti-Piraterie-Einsatzes Japan beschleunigt Vorbereitungen für Entsendung

China startet Marine-Einsatz gegen Piraten:
Zwei Zerstörer auf den Weg nach Somalia © Bild: Reuters/Xinhua/Cha Chunming

Chinesische Marineschiffe sind zu einem Anti-Piraterie-Einsatz in Richtung Somalia gestartet - und damit zum ersten möglichen Kampfeinsatz außerhalb des eigenen Territoriums seit Jahrhunderten. Zwei chinesische Zerstörer und ein Versorgungsschiff stachen von einem Hafen der südchinesischen Insel Hainan aus in See. Die Schiffe sollen sich an den Patrouillen internationaler Kriegsschiffe im Golf von Aden beteiligen, um so die Seeräuber-Angriffe in der Region zu stoppen.

Nach chinesischen Medienberichten waren insgesamt bis zu tausend Seeleute an Bord der drei Schiffe, darunter auch eine Spezialeinheit. China hatte angekündigt, dass die Marine jedes mutmaßliche Piratenschiff genau überprüfen will, die jeweiligen Besatzungen müssten sich dann ausweisen.

Unterdessen forderte der japanische Regierungschef Taro Aso sein Kabinett auf, auch die Vorbereitungen seines Landes für eine mögliche Marine-Mission in Somalia voranzubringen. Aso habe ihn aufgerufen, die Prüfung einer möglichen Selbstverteidigungsmission gegen die Piraten zu beschleunigen, sagte Verteidigungsminister Yasukazu Hamada am Freitag vor Journalisten. Japan verfolgt seit seiner Niederlage im Zweiten Weltkrieg einen pazifistischen Kurs. Nach derzeitigen Gesetzen darf die Marine nur Schiffe unter japanischer Flagge oder mit Japanern an Bord schützen.
(apa/red)