Chefredakteur Atha Athanasiadis

Mein politischer Traum von warmen Eislutschern …

Also sprach Niki Lauda: „Ich geh dieses Mal nicht zur Wahl. Ich bin am Sonntag in Singapur beim Grand Prix. Das kommt mir sehr gelegen (…). Die Problematik ist ja die, dass sich eh nichts ändert.“ Nun denn. Vielleicht hätte Niki Lauda ein einziges Mal nichts sagen sollen. Vielleicht hätte ihm aber auch wer sagen sollen, dass man auch im Ausland wählen kann. Oder dass man als Promi nicht nur alles gratis kriegt – sondern auch Vorbild ist. Ich finde nämlich, nicht zu wählen geht nicht. Weil sich (und das klingt jetzt ein bisserl platt, stimmt aber) nur was ändert, wenn man wählt.

Und so haben wir am Sonntag alle die Macht, via Stimmzettel den Daumen zu heben oder „denen da oben“ den Finger zu zeigen. Denn irgendwie, am Ende des Tages, sind unser lieben Politiker unser aller Angestellten. Das hören „die“ vielleicht nicht so gern – ist aber so. Und daher gehen Sie alle doch einfach hin. Wählen Sie Protest. Wählen Sie ab. Egal was. Aber wählen Sie. Sie haben die Chance, das Parlament so bunt wie nie zuvor zu wählen. Sie können Chaos anrichten oder absolute Mehrheiten. Dieser Moment in der Wahlzelle. Wenn wir ansetzen, unser Kreuz zu machen. Das ist der Moment der Macht. Ein Augenblick, vor dem sich unsere Politiker so richtig fürchten. Weil wir sie damit entweder in die Normalität zurückschießen oder ganz nach oben.

Genießen wir also diesen Augenblick. Und hoffen wir, dass die Politik ein wenig Respekt vor uns hat und nach der Wahl ein wenig demütiger mit unseren Stimmen umgeht. Ja, und dankbar könnten sie auch sein: für die Macht, die wir ihnen geliehen haben. Sie meinen, ich träume von warmen Eislutschern? Ach was. Lassen Sie mir den Glauben an das Gute in den Politikern …

Übrigens: Kein Mensch sieht, wem Sie die Stimme geben. Also: Wählen Sie. Wurscht wen. Auswahl gibt es ja genug … Eine schöne Woche wünsche ich Ihnen.