Leben von

Kontrolleur, Kumpel oder Schlurfi?

So geht's weiter auf ihrer Karriereleiter. Eine psychologische Wegbeschreibung.

Boss © Bild: istockphoto.com/CSA-Images

Manche Bosse werden geliebt, noch viel mehr Vorgesetzte gefürchtet, und einigen will man am liebsten gar nicht begegnen. Psychologen haben völlig geschlechtsneutral acht Grundtypen von Chefs definiert. Im Leben entdeckt man freilich jede Menge Mischformen dieser Typen. Wichtig ist, den Boss zu durchschauen und richtig mit ihm umzugehen.

Der Choleriker

Dieser Typ zeigt Leidenschaft in beide Richtungen. Schon Kleinigkeiten führen zu großen emotionalen Reaktionen. Die Stimmung schwankt extrem, was diesen Typ schwer einschätzbar macht. Er gerät leicht in Rage und kann auszucken.

Umgang mit Cholerikern: Hat dieser Chef schlechte Laune, verschieben Sie wichtige Unterredungen. Nehmen Sie nichts persönlich. Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist bei diesem Typ wichtig. Beobachten Sie, auf welche Situationen er wie reagiert. Wenn er ausflippt, bleiben Sie ruhig. Geht er zu weit, setzen Sie Grenzen.

Der Tyrann

Viele Arbeitnehmer meinen, so einen Chef zu haben: Er kritisiert ständig und völlig überzogen. Er putzt Mitarbeiter gern vor versammelter Mannschaft herunter. Er hält sich Lieblinge, die er protegiert. Und auf sein Wort ist kein Verlass.

Umgang mit Tyrannen: Wichtig ist, sich nicht eingeschüchtert zu zeigen und nichts persönlich zu nehmen. Er behandelt jeden so. Deshalb brauchen Sie innerlichen Abstand. Achtung: Vor anderen gibt es kaum sachliche Auseinandersetzungen. Bleiben Sie professionell, und kritisieren Sie am nächsten Tag den Tonfall.

Der Schlurfi

Warum er im Chefsessel sitzt, weiß dieser Typ selbst nicht. Zufälle oder Protektion haben ihn nach oben gespült. Verantwortung zu übernehmen ist ihm ein Gräuel. Er versäumt Fristen, formuliert unklare Aufträge, ist aber „lieb“.

Umgang mit Schlurfis: Dieser Chef macht Probleme. Sie müssen ein Stück seiner Arbeit mitmachen, damit es der Firma gut geht. Sie sollten für sich Buch führen, welche Arbeit Sie übernommen und was Sie vorgeschlagen haben. Sonst zieht Sie dieser Typ mit hinunter, wenn er gefeuert wird. Üben Sie Kritik. Er nimmt es zwar persönlich, aber er unternimmt nichts.

Der Macher

Dieser Typ ist ein guter Führer, der seine Mitarbeiter nicht im Stich lässt. Er packt mit an, handelt und begreift schnell. So ein Chef ist permanent in Aktion. Er kann schlecht delegieren und scheut sich, um Rat zu fragen.

Umgang mit Machern: Haben Sie so einen Chef, dann sparen Sie nicht mit Beifall und Anerkennung. Es wäre falsch, mit ihm zu konkurrieren. Kritik verträgt er schlecht. Er will gewinnen, sieht Sie als „sein Team“. Kommen Sie bald zum Punkt, dieser Chef wird rasch ungeduldig.

Der Kumpel

Dieser Chef wirkt extrem angenehm: Er lädt zu privaten Festen ein, will alles über Ihre Familie wissen. Er will Harmonie und ein Kuschelklima. Er stellt sich nicht über andere, will das flächendeckende „Du“ und möglichst nie Konflikte.

Umgang mit Kumpeln: Halten Sie möglichst Abstand zu diesem Typ, und lassen Sie ihn nicht ganz in Ihr Privatleben. Kommen Sie zu den Fakten des Jobs, fordern Sie sachliche Besprechungen ein.

Der Kontrolleur

Dieser Chef überprüft ständig die Arbeit seiner Mitarbeiter. Die glauben, er will ihnen Fehler unterschieben. Es herrschen Misstrauen und Angst. So ein Typ ist selbst meist wenig kompetent.

Umgang mit Kontrolleuren: Wappnen Sie sich gegen diesen Chef, denn er verbraucht viele Mitarbeiter. Führen Sie Aufzeichnungen. Exakte Besprechungen und Dokumentationen sind notwendig.

Der Selbstdarsteller

Wo dieser Chef auftaucht, steht er im Mittelpunkt. Er inszeniert sich gern, auch auf Kosten der Mitarbeiter, und gibt andere Ideen als die seinen aus. Er kennt sich überall aus und redet gern über sich.

Umgang mit Selbstdarstellern: Stellen Sie diesen Chef nie infrage. Mit Kritik kann er nicht umgehen. Zeigen Sie ihm Wertschätzung. Suggerieren Sie: „Ich wäre gern so wie Sie.“ Es sollte nicht so schwer sein, mit diesem Typ umzugehen.

Der Abwesende

Dieser Typ ist nie erreichbar. Ständig ist er in Konferenzen und wichtig unterwegs. Wenn Sie ihn im Büro treffen, ist er auch abwesend. Auch E-Mails beantwortet er nicht.

Umgang mit Abwesenden: Im besten Fall können Sie sich große Freiheiten nehmen. Übt er allerdings im Nachhinein Kritik, müssen Sie feste Regeln vereinbaren und auf ein regelmäßiges Jour fixe bestehen.

Kommentare

Ich will nicht wissen wie viele Menschen wegen solchen "Verhalten Sie sich so" gekündigt wordn sind haha

Ich bin Chef und in keine dieser Kategorien gliederbar. Der Chef ist ein Beruf wie jeder andere und zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, strategisch denken zu können und Entscheidungen jederzeit treffen zu können.

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