Chávez kritisiert scharf Israels Politik:
Israel soll vor dem IStGH angeklagt werden

Israelischer Botschaft aus Caracas ausgewiesen Solidarität mit "heldenhaftem palästinensischen Volk"

Chávez kritisiert scharf Israels Politik:
Israel soll vor dem IStGH angeklagt werden © Bild: Reuters/Alejandro Rustom

Die israelische Gaza-Offensive hat einen handfesten diplomatischen Streit zwischen Israel und Venezuela ausgelöst. Nachdem die Regierung in Caracas den israelischen Botschafter zur unerwünschten Person erklärt und mitsamt seinen Mitarbeitern zur Ausreise aufgefordert hat, konterte Israel mit der Ausweisung des Geschäftsträgers der venezolanischen Botschaft in Tel Aviv. Israel warf der Regierung von Präsident Hugo Chávez ein "Bündnis mit Terroristen" vor. Chávez forderte seinerseits eine Anklageerhebung gegen die israelischen Führer vor dem Haager Internationalen Strafgerichtshof. Israel verhalte sich wie "der bewaffnete Arm des Yankee-Imperiums", sagte er. Die jüdische Gemeinde Venezuelas äußerte sich tief beunruhigt über die verbale Eskalation.

Die Regierung in Caracas warf Israel in einer Erklärung "Staatsterrorismus" vor und bekundete ihre "uneingeschränkte Solidarität mit dem heldenhaften palästinensischen Volk". Israels "skrupellose und kriminelle" Politik erinnere an "die schwärzesten Seiten der Geschichte des 20. Jahrhunderts". Bereits am Montag hatte Chávez die israelische Offensive als "Völkermord" bezeichnet. Das israelische Außenministerium kritisierte die "brutale" und "unwürdige" diplomatische Maßnahme Venezuelas und warf Caracas vor, ein "Bündnis mit Islamisten und Terroristen" einzugehen.

"Die venezolanische Regierung wird nicht ruhen, bis sie diejenigen, die für diese grausamen Verbrechen verantwortlich sind, bestraft sieht", hieß es in der in Caracas herausgegebenen Erklärung. Schon während des Libanon-Kriegs im Sommer 2006 war der israelische Botschafter ausgewiesen worden.

Chávez sprach zudem von einem "Mörderstaat" und warf der israelischen Armee "Feigheit" vor: "Sie greifen ein Volk an, das erschöpft ist, schlafend, unschuldig - und dann behaupten sie, dass sie ihr Volk verteidigen", sagte der Präsident vor Journalisten. Der Vorsitzende der Vereinigung jüdischer Gemeinden Venezuelas, Abraham Levy, beklagte die Zerstörung der "engen Verbindung", die zwischen den beiden Ländern bestanden habe. Die Ausweisung des Botschafters sei "unverhältnismäßig". Levy bat seine Landsleute um Verständnis für die Position Israels.
(apa/red)