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Der "Sheen Effekt"

Wie die Öffentlichkeit von Charlie Sheens HIV-Enthüllung profitieren könnte

Charlie Sheen © Bild: REUTERS/Peter Kramer/NBC

Die Nachricht machte weltweit Schlagzeilen: Im November letzten Jahres machte Charlie Sheen publik, dass er HIV-positiv ist. Womit man zu dem Zeitpunkt wohl nicht gerechnet hat, war, dass die Schock-Nachricht letztlich auch etwas Positives bringen würde: Wissenschafter sprechen nun vom "Sheen Effekt".

Aufklärung und Prävention sind in Sachen HIV und Aids das Um und Auf. Umso erfreulicher, dass unmittelbar nach Charlie Sheens Bekanntgabe die Zahl entsprechender Internet-Suchanfragen regelrecht in die Höhe geschossen ist. Ein Forscherteam der San Diego State University analysierte die in den USA getätigten Google-Suchanfragen - etwa zu den Themen Symptome, Kondome und Tests - und konnte einen Anstieg von sage und schreibe 417 Prozent vermerken. Die Forscher sprechen laut "NBC News" vom "Sheen Effekt".

Charlie Sheen: "Ich bin HIV-positiv"
© REUTERS/Mike Segar

Wie die Studie zeigt, wurden am Tag von Charlie Sheens Enthüllung dreiviertel Mal so oft die Schlagworte "buy condoms" eingegeben. Die Suchanfrage anhand der Begriffsgruppen "find HIV testing" oder "signs of HIV" ist gar um 214 Prozent bzw. um 540 Prozent gestiegen.

John Ayers von der San Diego State University weist gegenüber dem "JAMA Internal Medicine" auf die Tragik für den Betroffenen, aber auch auf den potenziellen Nutzen fürs Gesundheitswesen hin. Denn nach einer derartigen Nachricht würden sich mehr Menschen mit dem Thema HIV im Allgemeinen und dem der Prävention im Speziellen auseinandersetzen. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass ein Gesundheitsthema in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, nachdem ein Star von seiner Betroffenheit berichtet hat. So zog auch schon Angelina Jolie die Aufmerksamkeit auf die Themen Brustkrebs- und Eierstockkrebsvorsorge, als sie sich zuerst die Brüste und einige Zeit später auch die Eierstöcke entfernen ließ.

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