Chaotische Wahlen in Angola zu Ende:
Opposition will jedoch Annullierung bewirken

SADC bezeichnet Waglen als frei und glaubwürdig UNITA übt scharfe Kritik am Verlauf des Urnengangs

Chaotische Wahlen in Angola zu Ende:
Opposition will jedoch Annullierung bewirken © Bild: EPA

Nach zwei chaotischen Tagen ist die erste Parlamentswahl in Angola seit 16 Jahren zu Ende gegangen. Die Wahlbüros hätten seit 20.00 Uhr geschlossen, sagte ein Vertreter der Wahlkommission. Wegen chaotischer Zustände vor allem in Luanda war der Wahlgang um einen Tag verlängert worden. Die Opposition beantragte beim Verfassungsgericht die Annullierung der Wahl.

Dagegen bezeichneten Beobachter der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) den Urnengang als "friedlich, frei, transparent und glaubwürdig". Allgemein wurde mit einem Sieg der regierenden MPLA von Präsident Dos Santos gerechnet.

Harte Kritik der Opposition
Die Wahl spiegele den Willen des angolanischen Volks wider, versicherte der Chef der SADC-Beobachtermission, John Kunene aus Swasiland. Sie werde zur Festigung der Demokratie in Angola und zur Stabilisierung der gesamten Region beitragen. Der Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Nationalen Union für die völlige Unabhängigkeit Angolas (UNITA), Alceides Sakala, bezeichnete die Organisation der Wahl dagegen als "Skandal". "Das Gesetz sagt sehr klar, wie der Wahlprozess zu verlaufen hat, aber diese Wahlen sind weder klar, noch transparent, noch gerecht", sagte Sakala.

Zahlreiche Wahllokale in der Hauptstadt Luanda hatten am Freitag nicht rechtzeitig die benötigten Unterlagen erhalten und konnten erst verspätet öffnen. Die Wahlkommission verlängerte den Urnengang daher in 320 Wahlbüros in der Hauptstadt. Doch die logistischen Probleme setzten sich am Samstag fort. Gut ein Fünftel der registrierten acht Millionen Wähler leben in Luanda. Wie die Wahl im Rest des Landes verlief, war zunächst unklar.

Aufgrund erster Hochrechnungen rechnete der Informationschef der regierenden Volksbewegung für die Befreiung Angolas (MPLA), Rui Falcao, mit einem überzeugenden Sieg seiner Partei.
(apa/red)