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Totgesagte leben länger

Die Oldies Drogba, Terry und Lampard verhelfen dem FC Chelsea zum Triumph über Napoli

Champions League - Totgesagte leben länger © Bild: Reuters/Martinez

Chelsea hat Englands Ehre in der Champions League gerettet. Die "Blues" qualifizierten sich durch einen Roberto di Matteo nach Siegen im Cup und in der Liga auch in der Königsklasse ein erfolgreiches Debüt.

"Ich denke, diese Nacht wird in die Clubgeschichte eingehen", meinte der Italiener nach der Partie. "Wenn man die Spieler heute gesehen hat, welche Leidenschaft sie gezeigt haben. Das gibt uns einen ordentlichen Schub." Und Mittelfeldmann Lampard ergänzte schon mit Blick auf die Auslosung am Freitag in Nyon: "Wenn wir so spielen, können wir es mit jedem aufnehmen."

Abramowitsch darf weiterträumen
In Englands Meisterrennen abgeschlagen auf Rang fünf liegend, bietet sich für Chelsea die Chance, die durchwachsene Saison international zu retten. Kaum ein Eigentümer eines europäischen Spitzenvereins träumt so sehr vom Gewinn der Champions League wie Chelseas Roman Abramowitsch. Bisher blieb dem Russen dies verwehrt und auch heuer hing sein Vorhaben nach dem 1:3 im Hinspiel in Neapel am seidenen Faden.

Lebenszeichen der "alten Kerle"
Dass ausgerechnet jene Spieler, die mit Ex-Coach Andre Villas-Boas ein nicht konfliktfreies Arbeitsverhältnis geführt hatten, für die Wende sorgten, war bezeichnend. Vom Portugiesen teilweise ignoriert und indirekt als zu alt abgetan, sorgten Drogba (34), der nach einer Knie-OP wieder genesene Terry (31) und Lampard (33) für ein kräftiges Lebenszeichen. "Sind die alten Kerle also am Ende?", meinte das Boulevardblatt "The Sun" süffisant.

Ivanovic erlöst die Blues
Das Weiterkommen verdankte Chelsea dem Tor von Branislav Ivanovic in der Verlängerung. Es belohnte die Londoner für eine Leistungssteigung in der zweiten Spielhälfte. Napoli versäumte es vor allem in der Anfangsphase, die Begegnung vorzeitig zu entscheiden. "Wir wussten, dass es hart wird. Wir haben gut angefangen, aber unsere Möglichkeiten ausgelassen", sagte SSC-Trainer Walter Mazzarri.

Spätestens als sich Drogba in die Flanke von Ramires warf und im vierten Champions-League-Einsatz der Saison auf herrliche Weise zum vierten Mal traf, war an der Stamford Bridge aber der Glaube an die Wende da. Am Ende stellte Mazzarri fest: "Wir waren naiv und hatten auch noch Pech." Auch Italiens Presse ging mit den Verlierern milde ins Gericht. "Ihr habt es versucht! Aber Herz allein reicht nicht", urteilte "La Gazzetta dello Sport".

Mourinho träumt von Finale gegen seine Blues
Als achtes Team schaffte indes Real Madrid den Sprung ins Viertelfinale. Spaniens Meister in spe hatte beim 4:1 gegen ZSKA Moskau keine Mühe. Cristiano Ronaldo traf zweimal und erwies sich nach seinem Tor beim 1:1 in Moskau als Sargnagel für die Russen. "Es war nicht spektakulär, aber eine reife Vorstellung", meinte Real-Trainer Jose Mourinho nach der Partie trocken. ZSKA machte es den Madrilenen mit Abwehrfehlern aber auch leicht.

Zeit hatte Mourinho noch, seinem Ex-Club aus London zu gratulieren. Er wünsche sich ein Endspiel in München gegen seine "geliebten Jungs". "Chelsea wäre ein großartiger Gegner", meinte der Portugiese.