Champions League von

Bullen glauben noch daran

Salzburg schreibt Aufstieg nach Remis gegen Fenerbahce noch nicht ab

Red Bull Salzburg, Roger Schmidt © Bild: GEPA/Roittner

Trotz einer starken Vorstellung hat es für Salzburg im Hinspiel der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation nur zu einem 1:1 (0:0) gegen Fenerbahce Istanbul gereicht. Eine schlechte Chancenverwertung gepaart mit einer katastrophalen Schiedsrichterleistung haben die "Bullen" um den verdienten Erfolg im Heimspiel gebracht, wobei der Ausgleich der Gäste erst in letzter Minute fiel. Das Team von Roger Schmidt glaubt aber weiter an den Aufstieg und wird mit einer "Jetzt erst recht"-Mentalität ins Rückspiel am Dienstagabend (ab 20.45 Uhr/live in ORF eins) in Istanbul gehen.

Nach dem späten Ausgleich durch den von Cristian verwerteten Handselfer in der 95. Minute seien die Spieler in der Kabine "schon niedergeschlagen" gewesen, "weil sie nicht genügend für ihr Spiel belohnt wurden. Aber das war erst das Hinspiel, und ich hatte sofort das Gefühl, dass sie an ihre Chance glauben. Wir wollen nun trotzdem in die nächste Runde. Wir werden also nicht resignieren und unsere Chancen suchen und die auch besser als heute nützen. Wir werden mit Leidenschaft und mit allem, was wir haben, in Istanbul auftreten", versprach Trainer Schmidt.

"In Istanbul erwartet uns die Hölle"

Damit der Aufstieg im mehr als 50.000 Zuschauer fassenden Sükrü-Saracoglu-Stadion gelingt, muss sein Team zumindest ein Auswärtstor erzielen. "In Istanbul erwartet uns die Hölle, aber wir haben heute gesehen, dass auch sie nur mit Wasser kochen und Fehler machen", glaubt Innenverteidiger Martin Hinteregger weiter fest an den Aufstieg, ebenso wie Mittelfeldspieler Kevin Kampl: "Es wird dort ein Hexenkessel, aber unser Teamgeist ist gut genug, um in Istanbul zu bestehen. Und ich bin sicher, dass wir dort bestehen werden."

Um diese Ansage in die Tat umzusetzen, muss in erster Linie die Offensivabteilung kaltblütiger im Abschluss werden. "Wir haben dem Gegner unser Spiel aufgezwungen, hatten ausreichend Chancen, jedoch leider diese nicht genutzt. Das muss man auf internationaler Ebene, denn sonst bekommt man eines wie wir, und das war saublöd. Wir müssen uns selber an der Nase nehmen, dass wir uns in den letzten zehn Minuten zu weit zurückfallen lassen haben. Erst dadurch kamen sie zu Chancen", übte Hinteregger ähnliche Kritik wie Schmidt, der dafür die Vorstellung der Abwehrreihe besonders lobte.

Defensive hinten gut - bis zur 94. Minute

"Wir nehmen aus dem Spiel sehr viel mit, vor allem das Defensivverhalten, wo wir sehr gut gestanden sind", betonte der Coach, der vor allem die "starke Leistung" der beiden jungen Innenverteidiger Ramalho (21) und Hinteregger (20) "gegen eine internationale Topmannschaft" hervorhob. Außenverteidiger Andreas Ulmer, dem der Ball in der 94. Minute im Strafraum unglücklich an die Hand gesprungen war ("Eine blöde Situation"), schlug verbal in dieselbe Kerbe: "Wir haben heute den Kritikern gezeigt, dass wir defensiv sehr gut spielen können."

Für tolle Offensivakzente sorgte neben den überragenden Sadio Mane und Kampl ("Wir hätten mindestens drei Tore schießen müssen") vor allem Mittelfeldspieler Marco Meilinger, der am Samstag 22 Jahre alt wird. "Wir haben heute gezeigt, dass wir international reüssieren können. Wir werden deshalb in Istanbul Vollgas geben", lautete die Kampfansage des ehemaligen U21-ÖFB-Teamspielers fürs Retourmatch. "Und wir sind auswärts immer für ein Tor gut."

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