Champions League Quali von

Foda: "Spiel kostet mich drei Jahre"

Außer dem Aufstieg sieht der Sturm-Coach wenig positives nach dem Chaos-Kick

Champions League Quali - Foda: "Spiel kostet mich drei Jahre" © Bild: GEPA/Oberlaender

Vorweg das Positive: Der österreichische Meister Sturm Graz hat trotz der 2:3-Niederlage bei Videoton in Ungarn die dritte Runde der Champions-League-Quali erreicht. Dennoch ist dieser Abend nicht spurlos an Trainer Franco Foda vorübergegangen: "Das Spiel hat mich drei Jahre meines Lebens gekostet", betonte der Deutsche.

Foda hatte vor der Partie davor gewarnt, nur das Ergebnis verwalten zu wollen. Genau das versuchten seine Schützlinge allerdings. Es fehlte die Lockerheit, nötige Aggressivität und auch das Spiel nach vorne ließ wie schon in den ersten beiden Saisonpflichtspielen einigermaßen zu wünschen übrig. "Wenn man zu Hause 2:0 gewinnt und auswärts zwei Tore macht, dann sollte man keine Probleme mehr bekommen. Das war aber nicht der Fall", sagte ein völlig unzufriedener Sturm-Coach. "Wir hatten Probleme im Spiel mit dem Ball und vor allem gegen den Ball. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht", fügte Foda hinzu.

Ärgerlich sei vor allem gewesen, wie man sich teilweise in der Defensive verhalten habe. "Auf der ersten Hälfte brauchen wir uns nichts einzubilden, das defensive Verhalten war sehr mangelhaft", kritisierte Foda. Vor allem über die linke Seite des anfälligen Dominic Pürcher konnten die Ungarn nach Belieben agieren. Deshalb hatte Foda zur Pause auch reagiert und dem Georgier Giorgi Popchadse zu seinem Debüt verholfen. "Er hat seine Sache gut gemacht, wir waren defensiv viel stabiler, als in der ersten Hälfte", lobte Foda den Außenverteidiger.

Kräftemangel nach der Pause
Nach der Pause war der Auftritt der Steirer etwas besser, begünstigt dadurch, dass bei der Truppe von Coach Paulo Sousa aufgrund des aufwendigen offensiven Spielstils die Kräfte immer mehr schwanden. Trotzdem waren die Hausherren in der Schlussphase zweimal dem Treffer zum 4:2 sehr nahe. "Ich habe ein Spiel auf Augenhöhe erwartet und so ist es auch gekommen. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen", fasste Foda zusammen.

Aus sportlicher Sicht positiv war die Chancenauswertung. "Wir sind sehr kaltschnäuzig, das haben wir uns in den letzten Jahren hart erarbeitet", sagte Kapitän und Torschütze Ferdinand Feldhofer. Videoton-Coach Sousa war stolz auf seine Spieler, die sich den Respekt des Gegners auf dem Feld erarbeitet hätten. "Ich bin sehr enttäuscht, dass wir ausgeschieden sind. Über zwei Spiele gesehen, hat sich glaube ich, nicht die bessere Mannschaft durchgesetzt", resümierte der portugiesische Ex-Internationale.

Georgier warten schon
Von der Papierform bekommen es die Grazer nun mit dem FC Sestaponi mit einem etwas leichteren Gegner zu tun. Georgiens Meister hatte am Mittwoch gegen Dacia Chisinau auswärts 0:2 verloren und damit fast noch einen 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel aus der Hand gegeben. Nach ihrer durchwachsenen Vorstellung nehmen die Grazer allerdings keinen Konkurrenten auf die leichte Schulter.

"Man sollte keinen Gegner unterschätzen", sagte Foda, der ohnehin vorerst einmal voll fokussiert auf das Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Mattersburg war. "Man muss aufpassen, es gibt keine leichten Gegner mehr", ergänzte "Oldie" Mario Haas. Und Goalie Christian Gratzei betonte: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen, in der nächsten Runde müssen wir uns aber besser verkaufen." Das Hinspiel findet am kommenden Dienstag oder Mittwoch in Tiflis statt, da das Stadion in Sestaponi den UEFA-Richtlinien nicht entspricht.

Neuer Verteidiger am Weg
In Georgien könnte nächsten Dienstag (18.00 Uhr) auch schon ein neuer Innenverteidiger für Sturm einlaufen. Bereits heute will Foda einen Transfer über die Bühne bringen, einer der Kandidaten war der Ex-Salzburger Milan Dudic. "Jetzt kann man das Budget überdenken, ich glaube, es geht ein bisschen mehr", kündigte Präsident Gerald Stockenhuber im Hinblick auf einen möglichen Nachfolger des zu Eintracht Frankfurt abgewanderten Abwehrchefs Gordon Schildenfeld an.

Feldhofer blickte dem Konkurrenzkampf gelassen entgegen. "Verstärkungen sind immer willkommen", sagte der Abwehr-Routinier. Fraglich in den nächsten Spielen ist der Einsatz von Imre Szabics, der in seiner ungarischen Heimat zur Pause wegen Oberschenkelproblemen hatte ausgetauscht werden müssen.