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Champions League:
Moratas Rache an der "Ex"

Juventus-Stürmer besiegelte mit Treffer das Schicksal seines Heimatvereins Real mit

Alvaro Morata jubelt gegen Real © Bild: GIUSEPPE CACACE/AFP/Getty Images

Der Champions-League-Titelverteidiger steht mit dem Rücken zur Wand. Real Madrid kassierte im Halbfinal-Hinspiel der Königsklasse eine für viele überraschende 1:2-Niederlage bei Juventus Turin und muss im Rückspiel in einer Woche versuchen, dieses Handicap wieder auszugleichen. Mitverantwortlich für die prekäre Lage, in der die "Königlichen" nach dem Auftritt im Juventus Stadium stecken, ist Alvaro Morata. Das Real-Problem ist somit hausgemacht.

Acht Minuten waren erst gespielt, als Juventus Turin die überragende Anfangsphase mit dem Treffer zum 1:0 krönte. Der Torschütze verzichtete trotz der Ekstase auf den Rängen im Stadion auf den Jubel. Warum, ist leicht erklärt. Alvaro Morata ist ein Kind von Real. Sechs Jahre lang schnürte der Angreifer, der nach einem Schuss von Carlos Tevez zur Führung abstaubte, seine Fußballschuhe für die Madrilenen und ihre jeweiligen Nachwuchsabteilungen.

"Am Platz gibt es keine Freunde"

"Natürlich war es ein besonderes Spiel gegen meine ehemaligen Kollegen", gab der 22-Jährige nach dem Sieg seines Teams zu Protokoll. "Aber auf dem Platz gibt es keine Freunde." Dass Morata zum "Feind" wurde und mit einer starken Leistung maßgeblichen Anteil am 2:1 hatte, haben sich die "Königlichen" selbst eingebrockt.

Morata und Ronaldo
© Michael Regan/Getty Images Cristiano Ronaldo herzt Alvaro Morata

Da der U21-Teamspieler unter Carlo Ancelotti keine große Perspektive geboten bekam, suchte er das Weite und wurde in Turin mit offenen Armen empfangen. Nach anfänglichen Umstellungs-Schwierigkeiten kann sich die Bilanz Moratas mittlerweile sehen lassen. 12 Tore und 6 Assists stehen wettbewerbsübergreifend zu Buche. Damit unterstreicht der Spanier auch schön langsam im Dress der "Alten Dame", wofür er in den Nachwuchs-Auswahlen seines Landes gefürchtet ist: Seine Torgefährlichkeit.

Österreich kennt Morata nur zu gut

Mit 13 Treffern in Spaniens U19 ist er Rekordtorschütze, mit 13 Treffern in der U21 auf dem besten Weg dorthin. Wozu Morata in der Lage ist, musste auch schon Österreichs U21 bitter zur Kenntnis nehmen. In Graz ging das Länderspiel im September 2013 gegen "La Rojita" mit 2:6 verloren, vierfacher Torschütze: Alvaro Morata.

In Jubelstürme brach der ruhige Angreifer aber weder nach seinem Viererpack in der UPC Arena noch nach dem gestrigen 2:1-Sieg Juves aus. "Es liegt eine harte Woche vor uns. Real ist für mich das beste Team der Welt, auf das Bernabeu müssen wir uns jetzt bestmöglich vorbereiten."

Alvaro Morata gegen Martin Hinteregger
© GEPA pictures/ Patrick Leuk Martin Hinteregger und Co. bekamen Alvaro Morata nicht in den Griff

Erinnerungen an Fernando Morientes

In Madrid bemühen die Gazetten bereits einen schmerzhaften Vergleich aus der Vergangenheit. 2004 wurde mit Fernando Morientes ebenso ein spanischer Stürmer beim "Weißen Ballett" aussortiert. Wenig später kreuzten sich dessen Wege mit seinem Stammverein in der Champions League. Als Leihspieler für AS Monaco besiegelte der 47-fache Internationale das Aus des großen Favoriten im Viertelfinale; mit einem Treffer im Hinspiel und einem im Rückspiel. Insofern hat Morientes Morata also vorgelegt. Die Chance, die Geschichte zu wiederholen, gibt es am kommenden Mittwoch ab 20:45 Uhr.

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