Champions League: Juventus sah gegen
die Arsenal-Youngsters ganz schön alt aus

"Sind noch am Leben": Capello glaubt an Aufstieg Barcelona vergisst gegen Benfica aufs Tore schießen

Die Youngsters von Arsenal haben im Viertelfinal-Hinspiel der Champions-League den überlegenen Serie-A-Leader Juventus Turin ganz schön alt aussehen lassen (2:0). Angetrieben vom 18-jährigen Fabregas und seinem um vier Jahre älteren spanischen Landsmann Reyes trieben die "Gunners" die "Alte Dame" an den Rand eines Debakels.

Wie entnervt die sonst so abgebrühten Stars von Trainer Fabio Capello waren, zeigten die Frust-Härteeinlagen im Finish mit den beiden Gelb-Roten Karten für Camoranesi (87.) und Zebina (89.). Nach Real Madrid (Achtelfinale) könnte ab kommenden Mittwoch (Rückspiel im Delle Alpi) also auch Juve auf der Abschussliste der Wenger-Boys stehen, damit wäre der erste CL-Halbfinal-Einzug Arsenals perfekt.

"Man muss den Fußball so simpel wie möglich halten und mit Freude spielen. Genau das machen diese Jungs, sie können es aber noch besser", meinte Trainer Arsene Wenger über das Erfolgsgeheimnis seiner Truppe. Dass das in der Luft liegende dritte Tor nicht mehr fiel, ärgerte den Franzosen aber doch. "Der schwierigste Teil des Jobs steht uns noch bevor, Juventus wird zu Hause alles probieren."

Fabregas, der das 1:0 erzielte und seinem Kapitän Henry das 2:0 mustergültig servierte, ließ mit seiner Show in Highbury den ausgerechnet zu Juve abgewanderten Ex-Arsenal-Leader Vieira vergessen. Für den 29-Jährigen war es eine ganz bittere Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Das 0:1 leitete Vieira mit einem Ballverlust gegen Pires ein, im Rückspiel muss der Franzose auf Grund einer Gelb-Sperre sogar zuschauen.

Capello: "Sind noch am Leben"
Doch Juve darf auf die Rückkehr der im Hinspiel verletzt bzw. gesperrt gewesenen Stars Nedved und Del Piero hoffen. "Wir sind noch am Leben, ich bin nach wie vor zuversichtlich. Wir haben genügend Charakter und Können, um das 0:2 umzudrehen", meinte Capello nicht zuletzt deshalb.

Wenn Arsenals junges Defensivbollwerk allerdings so steht wie in Highbury, dann wird es auch Nedved schwer haben. Flamini (22), Senderos (21) und Eboue (22) sind allesamt 22 Jahre oder jünger, Toure ist als 25-Jähriger der Oldie in der Abwehr von Trainer Arsene Wenger. Für die Erfahrung im Team sorgen Goalie Lehmann (36), Henry (28), Pires (32) oder Gilberto (29).

Dass es ausgerechnet heuer mit dem großen Ziel Champions League klappen könnte, damit hatte niemand rechnen können. Denn in der Premier League ist man nach bereits zehn Niederlagen abgeschlagen und muss sogar um einen Platz in der Champions-League-Quali zittern, im nationalen Cup ist Arsenal in beiden Bewerben ausgeschieden.

Barca vergisst aufs Tore schießen
Die Nullnummer im Iberer-Derby zwischen Benfica und Barcelona war eine der unterhaltsamsten der vergangenen Jahre. Barca vernebelte im ausverkauften EM-Final-Stadion 2004 durch Eto'o, Deco, Van Bommel, Larsson oder Ronaldinho fast fahrlässig Chancen am Fließband. Als die Katalanen aber dann zu leichtsinnig wurden, hatte Benfica in Hälfte zwei durch Miccoli und Sabrosa sogar Chancen auf den Heimsieg - die Torhüter Moretto (Benfica) und Valdes (Barca) waren auf jeden Fall in Hochform.

"Normalerweise ist ein Auswärtsremis ein gutes Resultat. Aber dass wir diesmal nicht getroffen haben, ist fast schon eine Schande. Im Rückspiel holen wir das ganz bestimmt nach", meinte Barcelona-Trainer Frank Rijkaard. Sein niederländischer Kumpel Ronald Koeman, seines Zeichens Benfica-Coach, hob zurecht hervor, dass seinem Team bei einem klaren Handspiel von Barcelona-Verteidiger Motta ein Elfmeter vorenthalten wurde.

(apa/red)