Champions League Finale von

Riesenfrust bei Bayern

Hoeneß: "Kann das nicht so hinnehmen". Robben und "Schweini" als tragische Figuren

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    Finale der Champions League

    Nach dem verlorenen Endspiel gegen Chelsea ist bei den Bayern der große Frust ausgebrochen.

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    Finale der Champions League

    Arjen Robben kauert nach dem Spiel traurig auf dem Boden.

Nach dem verlorenen Champions-League-Finale "dahoam" ist bei den Bayern der grenzenlose Frust ausgebrochen. FCB-Präsident Uli Hoeneß beklagte nach der Niederlage gegen Chelsea im Elferschießen fehlende Siegertypen: "Vielleicht müssen wir uns fragen, warum es so passiert ist, ob das die Spieler sind, die das erzwingen. Ob wir davon genug haben. Ich habe heute keinen Jens Jeremies gesehen, der schon beim Einlaufen den Gegner in die Waden beißt". Besonders Bastian Schweinsteiger und Arjen Robben wurden mit ihren vergebenen Elfern zu den tragischen Figuren.

Fast wäre Torhüter Manuel Neuer wieder der Held geworden: Elfer gehalten, Elfer verwandelt. "Da denkst du, jetzt ist es passiert", schildert Hoeneß die Szenen zwischen Triumphgefühl und Tiefschlag. Doch statt des zum Greifen nahen Sieges schlichen die Spieler des FC Bayern niedergeschlagen vom Rasen der Allianz Arena. Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger wurden mit ihren vergebenen Elfmetern zu den tragischen Figuren.

Heynckes: "Das gehört zum Fußballerleben dazu"
Im schmerzhaftesten Moment seiner Karriere schlug Schweinsteiger auch den tröstenden Arm des Bundespräsidenten aus. Joachim Gauck hatte seine rechte Hand bei der Pokal-Zeremonie ausgestreckt, der abwesende Bayern-Profi schlich mit einem leeren, zu Boden gerichteten Blick daran vorbei. Kurz zuvor waren alle Träume, Sehnsüchte und nun schon langjährigen Ziele des Münchner Mittelfeldchefs beim letztlich entscheidenden Elfmeter am Innenpfosten zerschellt.

"Wenn ein Spieler in so einem Spiel einen Elfmeter verschießt, dann muss er damit erstmal fertig werden", erklärte Trainer Jupp Heynckes, der prophezeite: "Es wird sicherlich einige Tage dauern. Aber es gehört einfach zum Fußballerleben dazu. Das heißt Siege, große Titel und auch Enttäuschungen."


Die Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß waren nach der Finalniederlage schwer bedient (c) APA/EPA/Hassenstein

Hoeneß: "Chelsea hat doch keine Torchance gehabt"
Uli Hoeneß war nach der Niederlage im eigenen Stadion fassungslos: "Grausam. Es ist Wahnsinn. Wir hatten es eigentlich immer unter Kontrolle. Chelsea hat doch keine Torchance gehabt", sagte der Bayern-Präsident. Aber er sparte auch nicht Kritik: "Vielleicht müssen wir uns fragen, warum es so passiert ist, ob das die Spieler sind, die das erzwingen. Ob wir davon genug haben. Ich habe heute keinen Jens Jeremies gesehen, der schon beim Einlaufen den Gegner in die Waden beißt", erinnerte er an den Bayern-Sieg im Champions-League-Finale von 2001.

Mit den drei zweiten Plätzen - Meisterschaft, Pokal und jetzt die Champions League - will sich Hoeneß nicht zufrieden geben: "Ich bin nicht derjenige, der das so hinnimmt. Einmal kann das passieren, aber zweimal, dreimal..."

Robben verschießt erneut
Auch die Spieler waren schwer bedient. Schweinsteiger stand nach dem Elfmeterkrimi mit gesenktem Haupt im Mittelkreis, hielt sich apathisch die linke Hand vors Gesicht. Neben ihm kauerte Arjen Robben, der gegen die Engländer den zweiten Titel in der "Vize-Saison" 2011/12 verballerte. Auch im vorentscheidenden Meisterschaftsschlager gegen Borussia Dortmund hatten dem Niederländer vom Penalty-Punkt die Nerven versagt. Zum Elfmeterschießen trat Robben dann nicht mehr an.

"Ironie der Geschichte: Ausgerechnet der Ex-Chelsea-Spieler Arjen Robben erfüllt Roman Abramowitsch nach neun Jahren Warten den Traum vom Sieg in der Champions League", spottete am Sonntag die russische Sportzeitung "Sowjetski Sport .


Arjen Robben wird von seiner Gattin Bernardien getröstet. (c) APA/EPA/Hassenstein

Heynckes hatte in der Entscheidung Probleme, fünf Schützen zu finden. Daher trat auch Torhüter Neuer an, der souverän verwertete. "Dann kamen schon ein paar Kandidaten, wo ich nervös wurde", meinte Uli Hoeneß. Mehrere Akteure, darunter Robben, fühlten sich nicht bereit. "Einige Spieler haben sich nicht sicher genug oder selbstbewusst genug gefühlt. Sie fühlten sich nach 120 Minuten müde", zeigte Heynckes Verständnis.

An dem im Vorjahr von vielen Fans ablehnend empfangenen Torhüter Neuer, Elfmeterheld in Madrid, lag das Finaldrama nicht. Dagegen musste sich Robben fragen, ob er diesmal nicht besser einen anderen hätte schießen lassen sollen. "Wenn er festgelegt ist als Nummer-1-Schütze, dann schießt er den Elfmeter", erklärte Hoeneß.

Gelspeicher wird geöffnet
Mit seinem Ego stand für den Niederländer außer Frage, dass er trotz seines Fehlschusses vom Meisterschafts-Finale in Dortmund und nach seinem haarscharf verwandelten Strafstoß vom Real-Halbfinale auch in der Verlängerung nach Foul von Drogba an Franck Ribery gegen Chelsea antreten würde. Zu seiner Verteidigung sei gesagt: Es drängte sich auch kein anderer Bayer auf.

"Total blöd war, dass durch die Verletzung von Franck Ribery bestimmt drei Minuten vergangen sind, bis er zum Schuss kam. Das ist für einen Spieler keine gute Ausgangsposition", sagte Hoeneß. "Ich habe selber mal einen wichtigen Elfmeter verschossen (Anm.: im verlorenen EM-Finale 1976 in Belgrad), und das muss man sacken lassen. In ein paar Tagen schauen wir, wie es weitergeht."

Der 67-jährige Heynckes soll als Trainer den Neuangriff angehen, so ist es stets verkündet worden. Hoeneß ist aber bereit, den Geldspeicher für neue Führungskräfte zu öffnen. Aber nicht in dem Maße wie beim "Einkaufswahnsinn" 2007.

Kommentare

bayernblamage?? sie sollen nicht so jammern die Bayern, wirkliche Torchancen hatten sie nicht , und das erste Tor war ein Dusel Kopfballtor, und wer die Tore nicht schießen kann wird meistens bestraft !!!

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