Champions League Finale 2013 von

Bayern und Dortmund kassieren ab

70 Millionen bringt die Königsklasse in jedem Fall. Das Finale druckt noch mehr Geld.

Das Final-Logo am Londoner Wembley-Stadion vor dem Spiel Bayern München gegen Borussia Dortmund © Bild: imago sportfotodienst/Contrast

Finanziell dürfen sich Bayern München und Borussia Dortmund schon vor dem Finale der Champions League im Londoner Wembley Stadion als Sieger fühlen. Allein durch dich Final-Teilnahme dürfen sich beide Vereine auf 70 Millionen Euro freuen. Dem Sieger winken zusätzliche 10,5 Millionen. Dass der Verlierer "nur" 6,5 fürs Antreten bekommt, ist finanziell wohl zu verschmerzen.

Größter Einnahmeposten sind die Ausschüttungen der UEFA, die sich aus Startgeld, Erfolgsprämien und Millionenzahlungen aus dem sogenannten Marktpool zusammensetzen. In der vergangenen Saison, als die Bayern ebenfalls im Endspiel standen, kassierten sie allein aus diesen Töpfen insgesamt 41,73 Millionen Euro. Dazu kommen bei beiden deutschen Finalisten die Zuschauereinnahmen aus den jeweils sechs Heimspielen sowie erfolgsabhängige Bonizahlungen der jeweiligen Vereinssponsoren.

Nicht zuletzt die Geldmaschine Champions League treibt die Umsätze des deutschen Meisters Bayern und der Dortmunder in neue Höhen. "Ich kann jetzt schon sagen, dass wir wirtschaftlich Rekorde bei Umsatz und Gewinn erreichen. Der Umsatz dürfte erstmals über 400 Millionen Euro betragen und der Gewinn im zweistelligen Millionenbereich liegen", hatte Münchens Karl-Heinz Rummenigge Anfang Mai verkündet. Die Bayern zählen schon seit Jahren zu den Top 4 unter den umsatzstärksten Fußball-Clubs der Welt.

In die Dimensionen des deutschen Branchenführer stößt Borussia Dortmund zwar noch nicht, hat aber ebenfalls einen Rekord im Visier. Im Februar hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits die Hoffnung geäußert, das Geschäftsjahr 2012/13 mit einem Umsatz von über 250 Millionen Euro abzuschließen. Laut den in der vergangenen Woche veröffentlichen Zahlen des börsennotierten Clubs nach dem dritten Quartal lagen die Erlöse schon bei 179,8 Millionen Euro und bestätigten den Trend. Im vergangenen Jahr hatten die Dortmunder erstmals beim Gesamtumsatz mit 215 Millionen Euro die 200er-Marke überschritten.

Bundesliga auf Rekordkurs
Vom Höhenflug der Bayern und der Borussia profitiert aber auch die gesamte Bundesliga. Geschätzte 300 Millionen Menschen werden das Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München am Samstag im Fernsehen sehen. In 209 Ländern wird live übertragen. Das Vermarktungspotenzial ist riesig.

In der laufenden Rechteperiode kommt die Liga auf Auslandserlöse von durchschnittlich 71,6 Millionen Euro im Jahr - laut einem Artikel im Fachblatt Sponsors hält der Geschäftsführer der DFL Christian Seifert ab 2015 Erlöse von 100 bis 150 Millionen Euro für realistisch. Seifert nahm die jüngsten Erfolge als Beleg dafür, "dass es uns in der Bundesliga gelungen ist, wirtschaftliche Vernunft und sportliche Spitzenleistungen unter einen Hut zu bringen".

2011/12 machte die Bundesliga erstmals in ihrer Geschichte einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. Merchandising hatte daran aber nur einen Anteil von weniger als fünf Prozent. Speziell in diesem Bereich dürfte das Finale mit seiner weltweiten Strahlkraft den Absatz von Bayern-Schals und BVB-Kappen ankurbeln - und in diesem Sog auch Teams wie Schalke oder den HSV in den Fokus von Fußballfans im Ausland rücken.

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