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Champions League:
Vierfachsieger FC Bayern

Das Münchner Star-Ensemble hat im Viertelfinale nicht nur den FC Porto geschlagen

Bayern-Jubel nach Porto © Bild: GEPA pictures/ Thomas Bachun

Es war eine Gala. Anders lässt sich der Auftritt des FC Bayern im Rückspiel gegen den FC Porto gar nicht beschreiben. Mit einem schweren "Rucksack" eines 1:3 aus dem Hinspiel im Estadio da Dragao in die Partie gegangen, war der Aufstieg dennoch bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde fixiert. 5:0 zur Pause, 6:1 am Ende - ein historischer Champions-League-Tag, an dem die Münchner gleich vier Siege verbuchen konnten.

1. Sieg über den FC Porto

"Zwischenzeitlich war es phänomenal. Wir haben vorher gesagt, auch ein 0:0 zur Pause ist kein Problem, und dann steht's zur Halbzeit 5:0. Das muss man auch erst einmal verarbeiten", zeigte sich Offensivspieler Thomas Müller im Interview nach Spielende begeistert vom Auftritt seines FC Bayern. Der FC Porto stand deutlich tiefer als noch im heimischen Stadion und war den Angriffen des deutschen Rekordmeisters dennoch völlig ausgeliefert. Ohne die etatmäßigen Außenverteidiger Alex Sandro und Danilo fehlte den Gästen der Zugriff auf die Außenbahnen. Genau dort aber fand der FCB in nahezu jeder Offensiv-Aktion die Lücken, die zum Erfolg führten. Dass die ersten drei Tore über die Flanken zustande kamen, unterstreicht dies nur eindrucksvoll.

"Die Mannschaft hat sehr viel Herz, Leidenschaft und Aggressivität reingelegt. Und dann haben wir auch das taktische Konzept umgesetzt", betont Kapitän Philipp Lahm, dass Pep Guardiolas Vorgaben entscheidend für den Erfolg waren. "In den ersten 45 Minuten hat alles funktioniert." Julen Lopetegui, Portos baskischer Coach, streute dem FC Bayern Blumen, attestierte aber auch, dass sein Team "in der ersten Hälfte nicht gut gespielt" habe. "Wir wussten, dass sie es über die Außen probieren werden, haben das aber erst in der zweiten Halbzeit besser verteidigt." Da war es dann schon zu spät für die "Drachen", das Spiel zu drehen, obwohl die Münchner sichtlich zurückgeschalten hatten. Mehr als als ein kurzes Aufbäumen nach dem zwischenzeitlichen 1:5 durch Jackson Martinez und ein wenig Hoffnung nach dessen Großchance auf das 2:5 waren nicht drinnen.

2. Sieg über die Statistik

Nie zuvor hat der FC Bayern einen Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel wettgemacht. Zum fünften Mal sah man sich dieser schlechten Ausgangslage gegenübergestellt, anders als gegen Inter (Europapokal der Pokalsieger 1968), Napoli (UEFA-Cup 1989), Real Madrid (Champions League 2000) und Chelsea (Champions League 2005) konnte man diesmal aber noch das Blatt zu den eigenen Gunsten wenden.

Und als ob das Bezwingen der eigenen statistischen Vergangenheit nicht schon genug wäre, verschlechterten die Münchner gleich noch die Bilanz des FC Porto. Die Portugiesen gingen in zehn Partien bereits mit einem 2-Tore-Vorsprung ins Rückspiel, schieden bislang aber erst einmal (Grasshoppers Zürich - UEFA-Pokal 1981) aus. Nach der "schwarzen Nacht" von München kam nun eben ein weiteres Mal hinzu.

Guardiola mit den Bayern
© CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images Auch nach dem 5:0 noch unermüdlich an der Seitenlinie: Pep Guardiola

3. Sieg über die Kritiker

Es ist ein Kuriosum, wie es eigentlich nur beim früher als FC Hollywood verschrienen FC Bayern möglich ist: Ein Verein, der national alles dominiert und immer noch auf Triple-Kurs ist, verliert ein einziges Spiel und sofort werden Kaderpolitik, Trainer und Spielsystem in Frage gestellt. Mit dem 6:1 hatten die Münchner die richtige Antwort für ihre Kritiker parat. "Man muss sich bei Kritik immer vor die Spieler stellen", verkündete Pep Guardiola und sprach zudem erfrischend ehrliche Worte: "Wenn die Leute denken, dass man jedes Spiel auf diesem Niveau gewinnen kann, müssen sie sich einen neuen Trainer suchen."

Mit dem sechsten Halbfinal-Einzug beim sechsten Antreten bastelte der Katalane fleißig weiter an seinem eigenen Champions-League-Denkmal und zeigte sich nach dem Spiel "sehr, sehr glücklich, vor allem nach den letzten schweren Wochen." Die Verletzten-Misere und der Eklat um Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt haben ihre Spuren hinterlassen, angesichts der baldigen Rückkehr einiger Leistungsträger und einer anstehenden Aussprache im "Ärztestreit" dürften auch diese Problemfelder geringer werden.


4. Sieg über die Zwänge italienischer Maßarbeit

Wie sehr das Sportliche angesichts des deutlichen Sieges mit lange vermisster Gegenwehr des FC Porto in den Hintergrund geriet, beweist der mediale Fokus auf die Hose von Pep Guardiola. Beim Jubel zu einem der Tore riss die Seitennaht und der Star-Trainer stand teilentblößt an der Seitenlinie. So weit, so unspektakulär. Für "Sky" dennoch ein Grund, sämtliche Spieler zur Causa zu befragen. "Der trägt sie aber immer auch verdammt eng. Der italienische Stil hat da sicher was dazu beigetragen", ließ sich Thomas Müller sogar eine leichte Kritik an seinem "Chef" entlocken. Dieser blieb gewohnt gelassen. "Die Hose ist einfach gerissen. Für das nächste Spiel kaufe ich mir eine neue." Tja, mit der Prämie dank des Einzugs in die Runde der letzten Vier ist das auch kein Problem.

Pep Guardiola mit Riss in der Hose
© GUENTER SCHIFFMANN/AFP/Getty Images Pep Guardiolas "Seitenbandriss"

Kommentare

luffygc

is wohl eher ein fünffach Sieg,den alten "Doc" san sie a los !!!

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