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Austria unterwegs nach Zagreb

Veilchen vertrauen gegen Dinamo auf Insiderwissen von Bjelica und Rogulj

FK Austria © Bild: GEPA/Ort

Nicht wie gewohnt mit dem Flugzeug, sondern mit dem Bus hat sich die Austria am Montag auf ihre Europacup-Reise gemacht. Die knapp 400 km nach Zagreb nicht in Angriff genommen hat Alexander Gorgon. Der Mittelfeldspieler hat sich eine Verrenkung des Waden- und Schienbeins zugezogen und muss drei Wochen pausieren. Der zweite Abwesende im Play-off-Hinspiel der Champions-League-Qualifikation am Mittwoch (20.45 Uhr/live Puls 4 und Sky) gegen Dinamo Zagreb ist Markus Suttner. Der Linksverteidiger ist gesperrt.

Sehr wohl im Gepäck hatten die Violetten neben 20 Spielern auch jede Menge Know-how über den kroatischen Fußball und Serienmeister Dinamo. Mit Trainer Nenad Bjelica und Innenverteidiger Kaja Rogulj könnte die Austria kaum fundiertere Experten in ihren Reihen haben. "Technisch hochbegabt und stets aufs Kurzpassspiel aus - das zeichnet den kroatischen Fußball aus", weiß Bjelica, der am Dienstag seinen 42. Geburtstag feiert.

Starke Legionäre

Bjelica, neunfacher kroatischer Teamkicker, kennt Dinamo fast wie seine Westentasche. Besonders wies der Mann aus Osijek auf vier Dinamo-Akteure hin: den portugiesischen Rechtsverteidiger Ivo Pinto ("Ständig unterwegs auf der rechten Seite"), den brasilianisch-kroatischen Spiellenker Sammir ("Ein ausgezeichneter Fußballer") sowie die offensiven Flankenspieler El Arbi Hillel aus Algerien ("Sehr unangenehm, dribbelstark") und den Brasilo-Chilenen Junior Fernandes. Falls der verletzt gewesene Sammir in der Startaufstellung steht, erwartet Bjelica ein 4-2-3-1-System, ansonsten ein 4-1-4-1.

Dass im Dinamo-Lager große Zuversicht herrscht, ist für Bjelica fast logisch. Er kennt die Mentalität seiner Landsleute natürlich bestens. "Die Kroaten sind eine sehr stolze Nation und manchmal vielleicht zu sehr von sich überzeugt. Selbstvertrauen zu haben, ist oft sehr gut, aber manchmal auch nicht."

Bjelica weiß auch, dass bei weitem nicht alle Kroaten Dinamo die Daumen drücken werden. "Die Rivalität ist riesig. In Kroatien gibt es viele Leute, die Dinamo nicht in der Champions League sehen wollen. Wir werden am Mittwoch viele kroatische Freunde haben", meinte Bjelica und verwies u.a. auf die Anhänger von Hajduk Split oder NK Osijek.

Rogulj hält zum Erzrivalen

Davon kann auch Austria-Verteidiger Rogulj ein Lied singen. Rogulj ist bekennender Hajduk-Fan, auf seinem Oberschenkel trägt er sogar eine Tätowierung des Dinamo-Erzrivalen. Wie Bjelica hat auch Rogulj zahlreichen Freunden und Familienmitgliedern Tickets für die Partie im Maksimir-Stadion besorgt. Der 27-Jährige, der bis 2011 in Kroatien aktiv war, hat schon einige Male gegen Dinamo gespielt, Freundschaften hat er dabei aber nicht geschlossen.

"Ich habe keine Freunde bei Dinamo. Dinamo und Hajduk, das ist wie Rapid und Austria. Die Rivalität ist sehr groß", berichtete Rogulj, der angesichts der berüchtigten Dinamo-Fans von den "Bad Blue Boys" auch einen gut gemeinten Tipp für die nach Kroatien reisenden Austria-Anhänger hatte: "Die Bad Boys sind gefährlich, unsere Fans sollten vorsichtig sein."

"Werden Austria nicht überraschen können"

Bei Dinamo ist der Respekt vor dem Insiderwissen von "Neno" Bjelica sehr groß. Dinamo-Chefcoach Krunoslav Jurcic ist überzeugt, dass die Austria dadurch ein echtes Ass im Ärmel hat. "Es ist unangenehm, wenn einer von uns auf der Bank des Gegners sitzt. Bjelica weiß alle Details über Dinamo, wir werden die Austria nicht überraschen können", meinte Jurcic, der bereits seine dritte Ära als Dinamo-Chefcoach erlebt.

"Das ist typisch für Kroatien, da werden 30 Trainer pro Saison entlassen", weiß Bjelica, dessen Respekt vor Jurcic ebenfalls sehr groß ist: "Er ist wahrscheinlich der beste Trainer, der derzeit in Kroatien arbeitet."

Dinamos 35-jähriger Abwehrroutinier Josip Simunic kennt Bjelica aus gemeinsamen Tagen im Kreise der Nationalmannschaft sehr gut. "Er war ein ausgezeichneter Spieler und ist ein super Mensch. Ich freue mich sehr für ihn, dass er jetzt eine Klassemannschaft wie die Austria trainieren darf. Aber ich hoffe, dass wir ihm viele Probleme bereiten werden", erklärte der 101-fache Teamkicker, der Bjelica "viel Glück" wünschte, "aber nur für die Gruppenphase der Europa League".

Offen ist noch, in welchem Zustand der Stadionrasen sein wird. Nach einem Konzert von Pop-Superstar Robbie Williams im Maksimir-Stadion musste in den vergangenen Tagen mehr als die Hälfte des Spielfeldes neu verlegt werden.

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