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Bayern starten gegen Manchester
City in die Champions League

Erste Bewährungsprobe - Auch Barca und Chelsea steigen heute in Königsklasse ein

Alaba, Ribery und Xabi Alonso. © Bild: GEPA pictures/ Witters/ Sebastian Widmann

Mit Bayern München, Chelsea und dem FC Barcelona steigen am Mittwochabend drei Kandidaten auf die Champions-League-Trophäe in die neue Saison der Fußball-Königsklasse ein. Auf die Sieger von 2013, 2012 und 2011 warten zum Auftakt unterschiedliche Gradmesser. Die Bayern mit ÖFB-Star David Alaba empfangen zu Hause (20.45 Uhr im LIVE-Ticker auf NEWS.AT) Manchester City zu einem echten Schlager.

Zum dritten deutsch-englischen Duell nach Dortmund gegen Arsenal am Vortag kommt es in London. Chelsea trifft auf Schalke 04, ÖFB-Kapitän Christian Fuchs wird bei den Gästen voraussichtlich zunächst auf der Bank Platz nehmen. Barcelona ist ebenfalls zu Hause gegen einen Außenseiter im Einsatz. Neymar, Lionel Messi und Co. sollen gegen APOEL Nikosia die Tormaschine in Gang bringen.

Im Bayern-Lager hielt man sich vor dem Meister-Duell mit City mit Ansagen zurück. Sportvorstand Matthias Sammer wählt vor der Heimprüfung sowie den anschließenden Auswärtsaufgaben bei ZSKA Moskau und der AS Roma sogar bewusst den Mahn-Modus. "Wir müssen kämpfen, fighten, stabil sein. Wir müssen die Vorrunde überstehen. Das wird eine schwierige Aufgabe", sinnierte Sammer. Er fordert totalen Zusammenhalt und absolutes Teamdenken: "Wir können keine Egoismen brauchen, sonst haben wir keine Chance."

Heimniederlage in vergangener Saison

Mario Götze betrachtet die Partie als echten Härtetest zu Beginn. "Das ist der stärkste Gegner. Manchester City hat eine überragende Mannschaft, hat überragende Spieler", meinte der Weltmeister. Bereits im Vorjahr trafen die Teams in der Gruppenphase aufeinander. Das Heimspiel ging für die Münchner trotz 2:0-Führung noch 2:3 verloren. Es war das Ende einer zehn Spiele währenden Siegesserie der Bayern in der Königsklasse.

Bayern gegen City.
© APA/EPA/Peter Powell Vergangene Saison hatten die Bayern mit City ihre liebe Mühe.

"Manchester hat den gleichen Trainer, fast die gleichen Spieler", erinnerte Pep Guardiola. Silva, Nasri, Yaya Toure, Fernandinho - besonders die Mittelfeldakteure zählte der spanische Bayern-Coach auf und endete mit einem anerkennenden: "Wow!" Neben dem neuen Strategen Xabi Alonso soll auch David Alaba die Kreise der City-Taktgeber stören. Der Wiener wird im defensiven Mittelfeld erwartet.

Ohne Ribery, mit Robben

Die Bayern-Elf stellt sich ansonsten praktisch von selbst auf. Bastian Schweinsteiger und Thiago fallen weiter aus und auch auf Franck Ribery müssen die Münchner verzichten. Der Franzose hatte zwar am Samstag gegen Stuttgart sein Bundesliga-Saisondebüt gefeiert, steht für das heutige Heimspiel wegen erneuter Probleme am linken Knie aber nicht zur Verfügung. "Er hat wieder Schmerzen. Ich denke, er fällt die nächsten Tage aus", verkündete Bayern-Trainer Josep Guardiola.

Der zuletzt angeschlagene Niederländer Arjen Robben sollte hingegen am Dienstag wieder trainieren können. "Wir brauchen nicht zu jammern", sagte Kapitän Philipp Lahm zu den Personalproblemen. Die Vorfreude sei groß, "und auch die Überzeugung, drei Punkte einzufahren".

Die "Citizens" müssen ohne Trainer Manuel Pellegrini auf der Bank auskommen. Er ist wegen Schiedsrichter-Kritik noch für eine Partie gesperrt, auch der argentinische Vizeweltmeister Pablo Zabaleta sitzt eine Sperre ab. Pellegrini erinnerte vor der Reise nach München ebenfalls an 2013. "Wir haben die Mentalität, überall siegen zu wollen. Wenn wir so auftreten, wird es gegen die Bayern ein enges Spiel", meinte der Chilene.

Chelsea gegen Schalke klarer Favorit

Zu einer Neuauflage einer Begegnung der Vorsaison kommt es auch an der Stamford Bridge. Englands Tabellenführer Chelsea ist gegen die enttäuschend in die Saison gestarteten Schalker klarer Favorit. Die Erwartungen der Gelsenkirchner sind niedrig, sie hoffen auf den Europacup-Effekt. "In der Champions League haben wir es eigentlich immer geschafft, gute Leistungen abzuliefern, auch wenn es in der Liga nicht so gut lief", betonte Kapitän Benedikt Höwedes.

Training von Chelsea.
© APA/EPA/Facundo Arrizabalaga Bei Chelsea läuft das Werkl bis jetzt.

Der Weltmeister fehlte wegen eines Hüftbeuger-Teilanrisses jedoch beim Abflug Richtung London. Ob Höwedes noch nachreist, war von weiteren Untersuchungen abhängig. Der in die Kritik geratene Schalke-Trainer Jens Keller muss ohnedies auf mehrere verletzte Akteure verzichten. Nach dem blamablen Cup-Aus in Dresden und nur einem Punkt aus den ersten drei Bundesliga-Runden scheint es unwahrscheinlich, dass gerade gegen Chelsea der erste Pflichtspielerfolg gelingt.

Die "Blues" um Starcoach Jose Mourinho sind mit vier Siegen in die Saison gestartet. Sie scheinen dank den neu verpflichteten Diego Costa, Cesc Fabregas und "Altmeister" Didier Drogba noch stärker als im Vorjahr - da verlor Schalke bereits beide Gruppenpartien mit 0:3. Mourinho sah sogar noch Steigerungspotenzial. "Von Perfektion sind wir sehr weit entfernt." Allerdings gab der Portugiese zu: "Unabhängig von Ergebnissen haben wir eine bessere Mannschaft als in der vergangenen Saison." In dieser zog Chelsea in der Champions League ins Halbfinale ein. Im Parallelspiel der Gruppe trifft Maribor zu Hause auf Sporting Lissabon.

Barca hochmotiviert

Barcelona startet in der Gruppe mit Nikosia, Ajax Amsterdam und Paris St. Germain gegen den Underdog. Nach einer titellosen Saison sind die Katalanen unter Neo-Coach Luis Enrique bestrebt, heuer den Trophäenschrank wieder zu befüllen. Drei Siege in der Liga bei 6:0 Toren stehen aktuell zu Buche. Hoffnung auf Erfolge macht das zuletzt besser funktionierende Zusammenspiel zwischen den Ausnahmekönnern Neymar und Messi.

Messi und Neymar.
© APA/EPA/Juanjo Martin Zwischen Messi und Neymar läuft es momentan.

Beim 2:0 gegen Bilbao traf der eingewechselte Brasilianer jeweils nach Messi-Vorarbeit zweimal. Gegen die Zyprioten, die es beim letzten Antritt in der Champions League 2011/12 sensationell ins Viertelfinale geschafft hatten, soll das Duo in Abwesenheit des noch bis Ende Oktober gesperrten Luis Suarez erneut zuschlagen. "Wir müssen noch einiges verbessern, aber generell sind wir in guter Form", meinte Enrique vor seinem Trainer-Debüt in der Champions League. Nervös sei er davor nicht, betonte der 44-Jährige, dem Außenverteidiger Dani Alves wieder zur Verfügung steht.

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