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Ski alpin: Reichelt nur Zehnter

Die Österreicher konnten einmal mehr im Kampf um den Sieg nicht mitmischen

Hannes REichelt © Bild: APA/DPA/Angelika Warmuth

Der Abfahrts-Sieger in Chamonix heißt Dominik Paris. Es setzte sich bei den Herren in 1:58,38 Minuten vor dem US-Amerikaner Steven Nyman (+ 0,35) und dem Schweizer Beat Feuz (0,39) durch. Die Entscheidung im Kampf um die kleine Kristallkugel wurde vertagt. Aus österreichischer Sicht wurde die seit 7. März 2015 währende Durststrecke in Weltcup-Herrenabfahrten verlängert. Hannes Reichelt, der vor fast einem Jahr in Kvitfjell triumphierte, wurde als bester ÖSV-Läufer nur Zehnter.

Blaise Giezendanner fuhr mit hoher Startnummer 40 noch auf Platz neun und "machte" Reichelt damit noch zweistellig. Der Franzose hatte schon mit der schnellsten Abfahrtszeit im Kombinationsbewerb überrascht.

Reichelt: "Kurve nicht ganz perfekt erwischt"

"Ich habe die eine Kurve nicht ganz perfekt erwischt. Auf der Strecke wird jeder kleine Fehler bestraft", sagte Reichelt, der sich daran erinnerte, dass es ihn bei "diesen Verhältnissen in Kitzbühel geschmissen hat". "Das war eine Mutprobe für mich", gestand der Salzburger. Bei der nicht optimalen Sicht brauchte man am Samstag auch Glück. "Es gibt eine schnelle Spur, wenn man die nicht sieht, das ist ein Glücksfaktor."

Die Negativserie der ÖSV-Abfahrer kümmert Reichelt hingegen wenig. "Die Statistik ist mir egal. Ich will wieder zurück, wo ich vor Kitz war. Ich tue alles, damit ich wieder in den Fluss zurückkomme", sagte Reichelt.

»Die Statistik ist mir egal. Ich will wieder zurück, wo ich vor Kitz war.«

Mit Otmar Striedinger (13.) und Klaus Kröll (16.) kamen insgesamt drei Österreicher in die Top 16, Romed Baumann wurde 20. Für Kröll war es aber eine besondere Abfahrt, bestritt er doch seine 147. Weltcup-Abfahrt und dies bedeutet österreichischen Rekord.

Zwei italienische Siege an einem Tag

Nach Kitzbühel-Sieger Peter Fill war es Paris, der für den zweiten italienischen Abfahrts-Sieg der Herren sorgte. Zum ersten Mal seit 16. März 2003 (Karen Putzer im RTL und Giorgio Rocca im Slalom beim Finale in Hafjell) hat es damit an einem Tag zwei italienische Siege im Alpin-Weltcup gegeben.

"Ich hatte einen guten Speed. Die zwei, drei wichtigen Kurven habe ich gut gemacht, aber dass es reicht, hätte ich nicht gedacht. Es überrascht mich schon ein bisserl. Aber es war auch viel vom Wetter abhängig, weil die Sicht einfach schlecht war", stellte der Südtiroler, der damit im Kampf um die kleine Kristallkugel auch noch ein Wörtchen mitreden kann, im ORF-Interview fest.

Für Paris war es der fünfte Weltcupsieg, der vierte in der Abfahrt. Letztmals hatte er im Jänner 2015 in Kitzbühel einen Super-G gewonnen. Am Freitag war der 26-jährige Italiener in Chamonix in der Kombination Zweiter hinter Alexis Pinturault geworden.

Jetzt wird es spannend

Im Abfahrts-Weltcup wird es jetzt richtig spannend. In Abwesenheit des verletzten Leaders Aksel Lund Svindal, der nach neun von elf Rennen immer noch mit 436 Punkten 26 Zähler vor Fill führt, haben auch Adrien Theaux (341), Kjetil Jansrud (337), Paris (332), und Guillermo Fayed (323) noch Chancen.

Jansrud verpatzte sein Rennen am Samstag und wurde nur 21., allerdings hat der Norsker im nächsten Rennen Heimvorteil. Für Paris wird es da schwieriger: "Da muss alles zusammenspielen, dass das noch geht. Ich werde nicht viele Chancen haben."

Sein Landsmann Fill hat als Gesamtzweiter da eine weit bessere Ausgangslage. "Die Fahrt war nicht optimal, aber die Platzierung ist super. Für den Abfahrts-Weltcup war das kein schlechtes Rennen", sagte der Streif-Sieger. Fill könnte in Kvitfjell die Führung übernehmen. "Ich genieße, dass ich die Möglichkeit dazu habe. Ich war heuer überall schnell, auch auf den Strecken, auf denen ich normal schlecht war. Ich bin ziemlich zuversichtlich."

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