Causa Porr von

Belastendes Telefonat

Meischberger belastet Grasser in abgehörtem Gespräch. Anklage gefordert.

Causa Porr - Belastendes Telefonat

Im Fall "Terminal Tower Linz", einer der zahlreichen mutmaßlichen Korruptionscausen, wird nun laut dem "Falter" Karl-Heinz Grasser von seinem Vertrauten Walter Meischberger belastet. Das Wochenmagazin veröffentlicht ein von Ermittlern abgehörtes Telefonat zwischen Meischberger und Grasser, in dem diese über die Aufteilung von Geld des Baukonzerns Porr sprechen. Grassers Anwalt Manfred Ainedter und Meischberger weisen die Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung.

Beim Linzer Büroturm Terminal Tower, ein Bauprojekt von Porr, der RLB OÖ-Tochter Real Treuhand und der Raiffeisen Leasing, wird seit Jahren wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Die Firma des Lobbyisten Peter Hochegger auf Zypern, die Astropolis, erhielt von der Porr Solutions 200.000 Euro. Hochegger reichte den Großteil des Geldes - unter Abzug von 10 Prozent für sich - an Meischberger weiter. Die 180.000 Euro flossen über Zypern und die Gesellschaft Omega nach Liechtenstein. Dort landete das Geld auf den Konten, die laut dem Verdacht der Ermittler Ernst Karl Plech, Grasser und Meischberger zuzuordnen sind.

Schmiergeld als Gegenleistung

Der vermutete Hintergrund der Zahlung: Grasser hatte den Umzug der Finanzbeamten in das Hochhaus zunächst abgelehnt, nach drei Monaten aber doch genehmigt. Der Verdacht, dass als Gegenleistung für diese Entscheidung Schmiergeld von Porr geflossen sein soll, wird von Grasser zurückgewiesen.

In dem nun veröffentlichten Telefonprotokoll unterhält sich Grasser mit Meischberger über das Projekt und mögliche Folgen der Ermittlungen. Das Telefonat fand am 29. Jänner 2010 statt, einen Tag nachdem die Polizei den Baukonzern Porr durchsuchte. Am Telefon versichern einander Grasser und Meischberger zwar gegenseitig, unschuldig zu sein, sie erörtern aber auch, wer in der Causa auspacken könnte.

Auszug aus dem Gespräch im Wortlaut

".....Meischberger: "Ist nur die Frage, was der Hochegger sagt"

Grasser: "Ja".

Meischberger: "Aber das kann er eigentlich nicht wissen"

Grasser: "Das weiß ich eben nicht, ja"

Meischberger: "Ob ich dabei etwas zu tun gehabt habe oder nicht, er kann eigentlich nur sagen das weiß er nicht..... Er kann aber sagen, dass die Rechnung eine Geschichte von dir war und er nur als Rechnungslink gedient hat... sozusagen"

Grasser: "Na ja, das kann er ja sagen, oder?"

Meischberger: "Mhm, was auch logisch ist, durch die 90 zu 10 Aufteilung"

Grasser: "Genau"....."

Die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser hat das Telefonprotokoll in einer parlamentarischen Anfrage, die Dienstag Früh eingebracht wurde, bereits veröffentlicht. Moser fordert nun eine Anklage gegen Grasser. Wie der "Falter" unter Berufung auf Justizkreise schreibt, sei die Indizienkette im Fall Porr/Grasser so dicht, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft eine Anklage für "vertretbar" halte. Derzeit werde aber noch ein Rechtshilfeansuchen an die Schweiz abgewartet. Ein - ungenannter - Ermittler wird zitiert, dass man in jedem Fall dem Justizministerium im Fall Porr den Gang in den Gerichtssaal vorschlagen wird.

Meischberger dementiert die Vorwürfe. Bei dem polizeilichen Protokoll handle es sich um einen "Übertragungsfehler". Grassers Anwalt Ainedter hält das Protokoll laut "Falter" für "entlastend".

Kommentare

warum sitzen diese betrüger noch immer nicht im knast?!

Alleine wenn ich diesen Grinser sehe drehts mir den Magen um. Wann macht da endlich jemand Nägel mit Köpfen !

Ich denke, ein Grasser / Strasser etc. werden nie verurteilt bzw. in den
Häfen gehen.
Dazu wissen die zuviel.
Da müssten dann ja auch andere, bisher unverdächtige ebenfalls mit
Anklagen rechnen.

Ich denke wäre Grasser nicht ÖVP Finanzminister gewesen, würde die "unabhängige" Justiz schneller arbeiten. (Siehe Scheuch & Co)
Was ist mit Strasser, Waffengraf, und die sogenannten Kompensationsgeschäfte bei Euroflieger???

Laleidama
Laleidama melden

gilt noch die Unschultsvermutung...???

christian95 melden

Warum wohl wurde der Ausschuss von SPÖ+ÖVP gemeinsam abgedreht???

Ja, ja, der gute Karl-Heinzi. Aber sagen wir's mal so, wenn wir Finanzakte und Strafverfahren, Wos-wor-mei-Leistung-Telephonate und wechselnde Strategien rechtlicher Verantwortung mal völlig außen vor lassen, bleibt immer noch die unwidersprochene Tatsache, dass sich ein amtierender Finanzminister seine Homepage von der Industriellenvereinigung finanzieren ließ und bis heute nichts dabei findet.Und das reicht mir hin!
Und hätten wir ähnlich strenge Gesetze wie die Deutschen könnten wir das Gros der zersplitterten Nachfolger Jörg Haiders mit einem Schlag wiedervereinigen, an einem Ort mit Vollpension und Fenstern die Gittermuster werfen. Und wenn ein paar anderen Coleurs mitgehen, werde ich auch nicht weinen. Aber so ists ein dauerhafter Tanz um die Unschuldsvermutung mit Opferattitüde und Dauervernebelung - und es nervt!

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