Causa Nussbaumer kommt ins Parlament:
Pilz will Auskunft von 3 Ministern verlangen

Anfrage zu etwaigen Forderungen um Entführten "Aus meiner Sicht besteht eine Verständigungspflicht"

Causa Nussbaumer kommt ins Parlament:
Pilz will Auskunft von 3 Ministern verlangen © Bild: APA/Artinger

Eine parlamentarische Anfrage zum Fall Bert Nussbaumer hat der Sicherheitssprecher der Grünen, Peter Pilz, vorbereitet. Dabei sollen die Ressortchefs des Außen-, Innen- und Verteidigungsministeriums zu der brisanten Frage Stellung nehmen, ob sie "aus irakischen oder US-Quellen" von Forderungen in dem Entführungsfall wussten, deren Erfüllung zur Freilassung Nussbaumers hätten führen können. Medienberichten zufolge könnte es nämlich Lösegeldforderungen gegeben haben, die nicht erfüllt wurden.

Seine Anfrage richte sich insbesondere an das Bundesamt für Verfassungsschutz (BVT), das Innenminister Günther Platter untersteht, und das Heeresnachrichtenamt (HNA), für das Verteidigungsminister Norbert Darabos verantwortlich ist. Einem Bericht auf "oe24.com" zufolge könnten Geheimdienstexperten nämlich rund fünf Monate nach Nussbaumers Entführung den Kontakt mit den Entführern hergestellt und auch ein "überschaubares Lösegeld" ausverhandelt haben.

Pilz: "Entweder wurde Österreich informiert oder nicht"
Für Pilz gibt es "zwei Möglichkeiten, entweder wurde Österreich informiert oder nicht". Letzteres sei "schwer vorstellbar", so der Grün-Politiker. Ebenso für "schwer denkbar" hält Pilz, "dass sich das Innenministerium einfach so gefallen lässt, dass die Amerikaner uns einfach nicht informieren". "Aus meiner Sicht besteht eine Verständigungspflicht", betonte der Oppositionspolitiker.

"Konsequenzen gegenüber den amerikanischen Behörden" verlange es, sollte Österreich tatsächlich nicht informiert worden sein. Das Außenministerium dürfe es sich "nicht bieten lassen, dass österreichische Bürger verschleppt werden" und Österreich anschließend nichts über Bemühungen in dem Geiselfall erfahre, so Pilz sinngemäß.

Launsky-Tieffenthal: "Keine Forderungen"
Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal wollte zu der parlamentarischen Anfrage Pilz' Stellung nehmen, "sobald sie dem Außenministerium vorliegt", wie er sagte. Zuvor hatte er betont, dass "keine Forderungen an Österreich oder die Firma (Crescent Security, Anm.)" bekanntgewesen seien. Die Zusammenarbeit mit den US-Behörden hatte er als gut bezeichnet.

Erst vor Kurzem endeten sechzehn Monate des Bangens um Nussbaumer mit der Identifizierung des Leichnams. Nussbaumer war als Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma im November 2006 zusammen mit vier Amerikanern im Irak entführt worden. Auch drei der Amerikaner wurden tot aufgefunden. Seither wird spekuliert, ob es womöglich Lösegeld- oder politische Forderungen gegeben hat, die die US-Behörden sich weigerten zu erfüllen. (apa/red)