Causa Horngacher: Anklagebehörde
bestätigt nun geplante Kontenöffnungen

Staatsanwaltschaft: "Ja, wir haben das beantragt"

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch erklärte, dass die privaten Konten des vom Dienst suspendierten Wiener Landespolizeikommandanten Roland Horngacher bei der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) geöffnet werden sollen. "Ja, wir haben das beantragt", sagte Jarosch der APA, nachdem Radio Wien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet hatte, dass Horngachers Bankkonten geöffnet wurden.

Zu weiteren Angaben - etwa wie viele Konten betroffen sind, welche Aufschlüsse sich die Anklagebehörde davon erwartet, ob neue Verdachtsmomente gegen den Polizeigeneral vorliegen und welche Summen im Raum stehen - war Jarosch gegenüber der APA nicht bereit: "Mehr sagen wir dazu nicht."

Laut Radio Wien könnten sämtliche Geldflüsse der vergangenen sieben Jahre rekonstruiert werden. Den aktuellen Verfahrensstand - gegen Horngacher werden seit Monaten Ermittlungen wegen Geschenkannahme durch Beamte und Amtsmissbrauchs geführt - wollte Jarosch ebenfalls nicht kommentieren: "Die laufenden Ermittlungen würden dadurch behindert werden."

Die Staatsanwaltschaft hatte sich sehr unglücklich gegeben, als das Nachrichtenmagazin "Format" vorab von den beabsichtigten Kontenöffnungen berichtete. Man war zu keinem Dementi, aber auch zu keiner Bestätigung bereit, zeigte sich dafür umso erboster über "die wiederholten Indiskretionen in diesem Fall", wie der APA damals geklagt wurde. Es sei "unerträglich", wenn Ermittlungsschritte vorab den Weg in die Öffentlichkeit fänden.

Auf die Frage, warum die beim U-Richter beantragte Maßnahme nun doch öffentlich bejaht werde, meinte Jarosch nunmehr lapidar: "Jetzt ist die Information schon draußen."

(apa/red)