Causa Birnbacher von

"Politisches Erdbeben"

Steuerberater will sich nach Urteil auf Wiedergutmachung konzentrieren

Birnbacher © Bild: APA/Eggenberger

Im Prozess um die "Causa Birnbacher" ist der Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher am Montagabend wegen Untreue - er kassierte beim Verkauf der Landesanteile an der Hypo Alpe-Adria an die BayernLB als Berater ein stark überhöhtes Honorar - zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden. Sein Geständnis sei erst in der Hauptverhandlung erfolgt, weil es nicht leicht gewesen war, sich der Verantwortung zu stellen, sprach Birnbacher nach dem Urteil in einem Interview von einem "Reifeprozess". Fünfeinhalb Jahre Haft gibt es für den ehemaligen ÖVP-Obmann Josef Martinz, drei bzw. zwei Jahre unbedingt für die Vorstände der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander.

Die Folgen seien ihm nicht klar gewesen: "Ein solches 'politisches Erdbeben' habe ich nicht erwartet." Auch persönlich müsse er nun mit den Konsequenzen leben - zwar würden viele sein Eingeständnis begrüßen, von anderen sei er aber "gelegentlich auch sehr subtilen, manchmal offenen Feindseligkeiten ausgesetzt".

"Möchte Schaden wieder gutmachen"

Er sei jedenfalls froh, dass das Verfahren nun abgeschlossen sei und bereue sehr, was er getan habe. Nun will sich der Steuerberater auf die Schadenswiedergutmachung konzentrieren. "Ich habe dem Land Kärnten bzw. dem Steuerzahler einen Schaden verursacht, und jetzt möchte ich das auch soweit wie möglich wieder gutmachen. Wie das konkret ausschaut, werden wir uns jetzt anschauen. Dazu muss mit dem Finanzamt und der Kärntner Landesholding gesprochen werden. Fakt ist, ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um meine Schuld nicht nur über die gerichtlich verhängte Strafe, sondern auch faktisch zu tilgen", so Birnbacher. Über die Verwendung der sechs Mio. Euro habe er dem Gericht jedenfalls eine detaillierte Auflistung zukommen lassen und auch anerkannt, einen "über die bereits geleistete Gutmachung hinausgehenden Betrag von 1,1 Millionen Euro an die Kärntner Landesholding an Schadensgutmachung zu leisten".