Causa Birnbacher von

Gutachter getäuscht?

profil: Altenberger erhebt Vorwürfe gegen Kärntner Landespolitik

Dietrich Birnberger vor Gericht © Bild: APA/Gert Eggenberger

Der Wiener Wirtschaftsprüfer und Gerichtssachverständige Gerhard Altenberger erhebt Vorwürfe gegen die Kärntner Landespolitik. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" vorab berichtete, fühlt sich der Gutachter, gegen den die Korruptionsstaatsanwaltschaft in der Causa Birnbacher wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt, nun getäuscht.

Altenberger hatte das Millionenhonorar für Steuerberater Dietrich Birnbacher im Zuge des Hypo-Verkaufs als angemessen qualifiziert, er war von einer Tätigkeit vergleichbar mit einer Investmentbank ausgegangen.

"Ich wurde getäuscht"

"Das mir vorgelegte Leistungsverzeichnis, laut dem Birnbacher 300 Stunden an der Transaktion gearbeitet hat, war offensichtlich falsch. Und ich wurde auch darüber getäuscht, dass mein Privatgutachten in einem Strafverfahren verwendet werden würde. Hätte ich das gewusst, hätte ich den Auftrag so nie angenommen", so Altenberger gegenüber "profil". Der "Leistungskatalog" - vor Gericht nannte Birnbacher diesen vorsichtiger "eine Chronologie" - sei ihm, Altenberger, von den damaligen Holding-Vorständen Gert Xander und Hans-Jörg Megymorez in Abstimmung mit dem früheren Aufsichtsratschef Josef Martinz übermittelt und von Birnbacher "ausdrücklich bestätigt" worden.

Vergleichbar mit Investmentbank?

Schon vor Gericht hatte Altenberger seine Arbeit verteidigt. Er war davon ausgegangen dass Birnbachers Tätigkeit mit der einer Investmentbank vergleichbar sei und daher "ein Transaktionshonorar von 0,65125 Prozent (netto) der Vertragssumme als angemessen zu qualifizieren ist". In absoluten Zahlen waren das jene sechs Millionen Euro, wegen denen am Montag Birnbacher, Martinz, Megymorez und Xander der Untreue schuldig gesprochen wurden. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Gegenstandsloses Gutachten?

"Wenn die Angaben im Tätigkeitsbericht falsch sind und die Tätigkeiten nicht erbracht wurde, dann ist das Gutachten gegenstandslos", meinte Altenberger bei seiner Befragung im Zeugenstand. In einem ersten Gutachten - damals war noch von einem Prozentsatz von 1,25 beziehungsweise zwölf Millionen Euro die Rede - hatte sich der Gutachter noch geweigert, das Wort "angemessen" zu verwenden. Er wählte die Begriffe "darstellbar und plausibilisierbar."

Weiterführender Link:
www.profil.at

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Mal eine Frage...ich bin ja nicht so gebildet wie manche...aber könnte man statt getäuscht auch : für bled verkaft sagen?? :-)

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stellen's Ihr Licht nicht unter den Scheffel, genauso wie Sie schreiben ist es nämlich: wir werden für bled verkaft.

Laleidama

DDr.Altenbberger hat intensivst mit den Vorständen debattiert, wie das Gutachten aussehen soll....2007 als er die Rolle Birnbachers bekannt wurde, warum hat er da nicht gewisse Dinge hinterfragt....ob Birni überhaupt haftungsmäßig in der Lage wäre, bzgl.Investmentbank, oder sein Leistungsverzeichnis..????????

Ignaz-Kutschnberger

Gutachter sind auch "nur" Menschen...aber bei 300 Arbeitsstunden 6 Mille kassieren, find ich als "Normalsterblicher" doch sehr sehr sehr sonderbar...wenn sich da kein sogenannter Gutachter wundert, hat er entweder seinen Beruf verfeht, oder keinen gesunden Hausverstand!!...Außerdem hab ich irgendwann mal was von kolportierten 12 Mille gelesen, die dann nachträglich auf "nur" 6 Mille reduziert wurden, nachdem in Ktn das Volk mobil machte und auf der Straße demonstrierte...da sah sich auch Gott hab ihn selig der gute LH Jörgl genötigt beim Birni anzurufen und ihm mitzuteilen, dass er leider auf 6 Mille kürzen muss...und sicherheitshalber fragte er beim Birni nach, ob das fürn Birni eh OK wäre, wenn er statt 12 nur 6 Mille für ein paar Stunden Arbeit bekommt ;-) ...und der gute Jörg ist leider schon verstorben, sonst MÜSSTE der eigentlich jetzt mal REDE und ANTWORT stehn...

Dass Herr Birnbachers Tätigkeit nicht mit einer Investbank vergleichbar ist, hat Herr Altenberger wissentlich (jedes Kind in Kärnten hat das gewusst) in Kauf genommen ..........Auch wenn die Auftraggeber (dafür müssen sie jetzt sitzen) davon ausgegangen sind........Für wie blöd halten diese Gefälligkeits-Gutachter eigentlich den Steuerzahler??

Oliver-Berg

Wie wäre es denn, wenn ein gerichtlich beeideter Sachverständiger mal das Leistungsverzeichnis von 300 Seiten bei 6 Seiten Input von Birnbacher gelesen hätte? Indirekt sagt der Gutachter eigentlich, dass er ein willfähriges Gutachten abgegeben hat und nichts von Birnbachers Ergüssen gelesen hat?

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