Fakten von

Casinos-Übernahme:
Novomatic verhandelt

Der Glücksspielkonzern will sich mit seinen tschechischen Rivalen gütlich einigen

Casino Velden © Bild: Martin Steinthaler | tinefoto.com

Wenn zwei sich streiten, kann das Jahre dauern und viel Geld verschlingen. Vor allem, wenn es um einen mehrere hundert Millionen Euro schweren Deal und um eines der politisch sensibelsten Unternehmen Österreichs geht.

Seit dem Vorjahr kämpft der Glücksspielkonzern Novomatic gegen ein Konsortium zweier tschechischer Investoren um die künftige Vorherrschaft bei der Casinos Austria AG. Beide Seiten wollen die Mehrheit am Casino-Betreiber erwerben. Nach Monaten einer Übernahmeschlacht mit allen Mitteln, Finten und Kniffen sollen jetzt Friedensverhandlungen eine Lösung bringen, mit der alle leben können. Das betrifft auch die Steuerzahler. Der Staat ist an den Casinos mit rund 33 Prozent beteiligt.

“Wir haben uns zusammengesetzt”, sagt Novomatic-Chef Harald Neumann. Beide Parteien, also Novomatic und die tschechischen Investoren, haben laut Neumann ihre Bereitschaft erklärt, eine “vernünftige Lösung” zu finden. Zeitplan dafür seien vier bis sechs Wochen. “Ich glaube, dass das möglich sein wird”, meint Neumann. Eine Verhandlungslösung sei für alle Seiten sinnvoller als ein jahrelanger Rechtsstreit.

Eigentümerstruktur entwirren

In die Karten blicken lassen wollte sich der Novomatic-Chef vor dem Verhandlungspoker nicht. Wie eine Lösung konkret aussehen könnte, blieb somit offen. Alles sei möglich, aber nichts sei fix, meint Neumann. Was Novomatic jedenfalls anders regeln möchte, ist die über Zwischengesellschaften verschachtelte und über Syndikatsverträge verschlungene Eigentümerstruktur der Casinos AG. Diese ist mit ein Grund für die Probleme bei den jetzigen Übernahmebestrebungen.

Novomatic hält bereits 23 Prozent an den zu den Casinos gehörenden Österreichischen Lotterien. Darüber hinaus verweist Neumann auf unterschriebene Kaufverträge für durchgerechnet rund 40 Prozent an der Casinos AG. Insgesamt käme Novomatic auf eine Mehrheit. Die tschechischen Investoren, die über eine Zwischenfirma durchgerechnet rund 11 an den Casions halten, pochen jedoch auf ein Vorkaufsrecht und haben diesbezüglich auch schon eine Klage eingebracht.

Sollte die Staatsholding ÖBIB irgendwann ihre Anteile an den Casinos verkaufen wollen, signalisiert Neumann bereits jetzt Interesse. Eine Übernahme durch Novomatic muss allerdings auch noch unter anderem durch die Bundeswettbewerbsbehörde freigegeben werden. Diese hat nun eine vertiefte Prüfung beim Kartellgericht eingeleitet.

Kommentare