Carreras sorgt in Luzern für guten Ton: Tenor krönt Rahmenprogramm bei Auslosung

Kärnten präsentiert sich auf der "Wilhelm Tell" Auch Politprominenz am Vierwaldstättersee dabei

Der spanische Startenor Jose Carreras, die Wiener Sängerknaben oder die Schweizer Alphornbläserin Eliana Burki. Im künstlerischen Rahmenprogramm zur feierlich Auslosung der Fußball-EURO 2008 im Kultur- und Kongresszentrum in Luzern (KKL) wird auf den guten Ton geachtet. Aber auch aus den Bereichen Sport und Politik ist Prominenz vertreten, wenn heute ab 12:00 Uhr die 16 Nationen den vier Gruppen zugelost werden.

Das Leitmotiv des 52-minütigen Unterhaltungsprogramms lautet "Fußball trifft klassische Musik". Rund 700 Personen werden für die Veranstaltung im "KKL" sowie in einem Zeltpavillon erwartet, darunter 400 Medienvertreter. Das "KKL" am Ufer des Vierwaldstättersees ist bereits ein modernes Wahrzeichen von Luzern und der Schweiz. Es wurde vom französischen Architekten Jean Nouvel entworfen.

Aus Österreich haben sich neben Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auch hochrangige Delegationen der Austragungsstädte Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck und der jeweiligen Bundesländer angesagt. In den Host Citys selbst finden zur Auslosung jeweils größere Feste statt.

Einen besonders öffentlichkeitswirksamen Auftritt in der Schweiz planen Kärnten und die EM-Stadt Klagenfurt, die sich auf dem Schiff "Wilhelm Tell" präsentieren werden. Unter dem Motto "Get together in Carinthia" werden Landeshauptmann Jörg Haider und der Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher auch die drei der Österreich-Gruppe und damit auch Klagenfurt zugelosten EM-Länder auf dem Schiff willkommen heißen.

Luzern wiederum will sich von seiner besten Seite zeigen und greift dafür tief in die Tasche. 1,4 Mio. Franken (853.346 Euro) lässt sich die Stadt das Spektakel kosten. Dennoch ist Bürgermeister Urs Studer, der dort Stadtpräsident heißt, begeistert: "Das ist eine unbezahlbare Werbung." Immerhin werden geschätzte 120 Millionen Menschen in 138 Ländern die Auslosung im Fernsehen mitverfolgen. Für sie soll ein 40 Sekunden langer Trailer die Stadt ins rechte Licht rücken. Sonst wird Luzern bei der EURO eher weniger präsent sein. Erstmals nämlich findet die Auslosung in einer Stadt statt, die kein Spielort der Fußball-EM ist.

Schmackhafte Auswahl
Zum Bankett im Zeltpavillon wird ein nachbarschaftliches Menü serviert: Erster Gang aus Österreich mit Wein aus der Schweiz, zweiter Gang aus der Schweiz mit Wein aus Österreich, zum Dessert Köstlichkeiten von den acht Spielorten der EURO 2008. Für die Musik sorgt das Vienna Art Orchestra unter seinem Schweizer Gründer und Leiter Matthias Rüegg. Zudem findet in der Bahnhofshalle ein Fußballturnier unter dem Motto "Menschen überspielen Grenzen" statt.

Für die Kosten kommen in diesem Fall Stadt und Kanton Luzern mit je 450.000 Franken (274.290 Euro) auf. Die UEFA steuert 230.000 Franken (140.193 Euro) bei, der Bund 200.000 Franken (121.907 Euro). Den Rest will man mit Sponsoring-Einnahmen decken.

Zuvor wird auch etwas gearbeitet. Das UEFA-Exekutiv-Komitee tagt unter der Ägide von UEFA-Präsident Michel Platini. Unter anderem sollen Beschlüsse zu den neuen, nicht unumstrittenen Formaten der europäischen Clubbewerbe gefasst werden. Und rechtzeitig zur Auslosung wird auch die offizielle Fan-Website http://www.fanguide2008.net freigeschaltet.

Die Inhalte sind in den Sprachen aller teilnehmenden Nationen aufbereitet und umfassen unter anderem Informationen zu den Host Citys sowie Informationen über Reisemöglichkeiten und andere fanspezifische Bedürfnisse. Die Website ist Teil des Fanbetreuungs-Projekts, das auch die Einrichtung von "Fan-Botschaften" in den acht Austragungsorten vorsieht.

(apa/red)

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