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Lugar wird "wilder Mandatar"

Der nächste Abgeordnete verabschiedet sich aus dem orangen Parlamentsklub

BZÖ - Lugar wird "wilder Mandatar" © Bild: Parlamentsdirektion/Mike Ranz

Das BZÖ verliert schon wieder einen Abgeordneten. Robert Lugar (41), der sich vor allem Finanz- und Umweltthemen sowie dem Parlamentsumbau gewidmet hat, will künftig als "wilder Abgeordneter" tätig sein. Als Grund für seinen Abschied aus dem orangen Klub nennt er in einer Aussendung am Mittwoch den gegenwärtigen Kurs des BZÖ, den er nicht mehr mittragen könne.

Er habe 2008 für das BZÖ kandidiert, weil Bündnis-Gründer Jörg Haider "eine mutige Politik des Aufbruchs und der Erneuerung umsetzen wollte". Eingeschlagen worden sei ein Kurs, der trotz aller Widerstände das politische System der Trägheit in Österreich aufbreche, schwärmte Lugar. Nach dem Tod Haiders habe er gehofft, dass das BZÖ seine Ideen entschlossen weiterführen würde. "Knapp drei Jahre später muss ich feststellen, dass sich diese Hoffnung leider nicht erfüllen wird."

Gerade jetzt brauche Österreich eine Politik mit Mut, die nicht davor zurückschrecke, die Dinge beim Namen zu nennen und den Bürgern schonungslos die Wahrheit zu sagen, findet Lugar: "Deshalb werde ich als freier Abgeordneter ohne Klubzugehörigkeit in Zukunft jene unterstützen, die eine solche mutige Politik zum Wohle Österreichs anstreben."

"Reisende soll man nicht aufhalten"
BZÖ-Chef Josef Bucher hat Lugar wenig freundliche Worte mitgegeben. Wer den "den neuen bürgerlichen Weg des BZÖ" nicht mittragen könne, dem stünden "alle Türen offen, zu gehen", so Bucher in einer Aussendung. "Reisende soll man nicht aufhalten." Aus dem BZÖ wird ferner kolportiert, dass Lugar Interesse am gestern aufgelösten Posten des Generalsekretärs gehabt habe, nicht erhört wurde und deshalb gekränkt das Handtuch geworfen habe.

Die Chance, allenfalls in einen anderen Klub zu kommen, ist für den Tiroler gering. Denn die FPÖ, aus der Lugar stammt, hat mehrfach klar gestellt, dass sie nur BZÖ-Abgeordneten aus Kärnten ihre Fraktion öffnet. Schon bei der Wiedervereinigung von FPÖ und Kärntner Freiheitlichen war immer wieder spekuliert worden, dass einzelne BZÖ-Mandatare aus anderen Bundesländern wie die nunmehr "wilden" Abgeordneten Lugar und Erich Tadler bei den Freiheitlichen vergeblich angeklopft hätten. Lugar hat dies damals dementiert.

Unfreiwilliger Slapstick
Lugar galt im Nationalrat als Vielredner und sorgte auch einige Male unfreiwillig für Schmunzeln. So trat er etwa einmal zum Rednerpult und begann über zwei Themen zu sprechen, die eigentlich gar nicht Inhalt der Aussprache waren. Als ihm zugerufen wurde, dass er bei der falschen Debatte sei, stockte Lugar etwas peinlich berührt, meinte "Da sage ich danke" und wanderte schnell unverrichteter Dinge ab. Keine große Unterstützung fand der gebürtige Tiroler auch, als er Plenarsitzungen per Videokonferenz abhalten wollte.

Mit Lugar hat der Nationalrat nunmehr drei Abgeordnete ohne Klubzugehörigkeit. Erich Tadler hatte sich im Jänner des Vorjahres mit dem Bündnis zerstritten und musste daraufhin den Klub verlassen. Von den Freiheitlichen gefeuert wurde diesen Sommer Werner Königshofer, nachdem dieser mit skandalösen Äußerungen zum Massaker auf der Fjordinsel Utöya für Aufsehen gesorgt hatte.

Dann waren's nur noch 16
Das BZÖ hat in dieser Legislaturperiode jedenfalls schon einen ziemlichen Aderlass zu verzeichnen. Neben Tadler und Lugar hat man ja auch schon drei Kärntner Abgeordnete (Martin Strutz, Maximilian Linder, Josef Jury) verloren, die in den freiheitlichen Klub zurückgekehrt sind. Damit gibt es mittlerweile nur noch 16 Orange im Nationalrat.

Kommentare

Bucher ist ein super Mann aber was dann kommt ? Stadler Lugar und Co. na ja ?
Bucher wäre für JEDE Partei ei Gewinn !

ein Mann für HÖHERE AUFGABEN bestimmt ? Im Rahmen seines Mitwirkens hat sich Lugar immer präsentiert als Mann für Höhere Aufgaben, so kleine interne Arbeiten haben ihn nie interessiert ! Damit war auch kein Platz für Ihn in der FPÖ, die ja nur engagierte Menschen mit dem Ziel für die Gesellschaft das beste zu geben, brauchen kann. Lugar hat sich somit selbst abqualifiziert. Wenn jetzt auch das BZÖ den Reisenden ziehen läßt, dann sagt dies schon sehr viel mehr aus.

sinistra

bzö die können meinetwegen auch ganz schnell ausbluten - ich hab nix dagegen.

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BZÖ Abgänge Wäre ein gutes Vorblid, wenn mit den Abgängen auch der Nationalrat auf eine notwendiges Minimum verkleinert werden würde - der Staat muß sparen und hier sollte begonnen werden.

harnof melden

Re: BZÖ Abgänge Stimmt. Das BZÖ hat nur 16 Abgeordnete und keinen Generalsekretär.
Bei SPÖ und ÖVP kannst von sowas noch träumen.
Aber ausbluten werden die nicht.

Wenn nötig werde ich sie mit "schwarzer Magie" wieder von den toten erwecken, nur damit rot-schwarz-grün endgültig unter 40% fallen, denn eines ist wichtig:
Ein Ende der Anti-FPÖ/BZÖ Parteien welche selbst in im Sumpf der Lobbyisten verwickelt sind.

harnof melden

Re: BZÖ Abgänge bei rot-schwarz kann man von sowas nur träumen meinte ich.
Wir brachen nur 91 Abgeordnete.
Denn die meisten sind eh nur dazu da aufzustehen und sitzenzubleiben bei den Abstimmungen.


Mit den 18 Regierungsmitgliedern füttern wir ja insgesamt 201 hochbezahlte Politiker im Nationalrat durch.

Dann ist da noch der Bundesrat, dass unnötigste von allem.
Hohe Bezahlung der Räte, aber in der Geschichte seines Bestehens nur 2x ein Gesetz erlassen.

Man könnte zwar noch bei den Landtagen sparen, aber allein wenn man obige Maßnahmen trifft erspart man sich schon eine Menge.

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