bwin wehrt sich gegen Gewerbeverbot in Deutschland: Rechtliche Schritte folgen

Wettanbieter zuversichtlich: "Zweifelhaftes Vorgehen" Verband spricht von einem "blindem Aktionismus"

Der österreichische Sportwettenanbieter bwin (vormals betandwin) hat rechtliche Schritte gegen das durch das sächsische Innenministerium ausgesprochene Gewerbeverbot angekündigt. Das zuständige Verwaltungsgericht werde angerufen, um den vom Ministerium geforderten Sofortvollzug außer Kraft zu setzen, sagte ein Firmensprecher.

"Wir sind zuversichtlich, weil es auch ein europarechtlich zweifelhaftes Vorgehen ist", fügte er hinzu. Binnen weniger Tage wird mit einer Entscheidung gerechnet. Eventuell fällt diese aber erst vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen. Daran könnte sich ein langer Rechtsstreit durch alle Instanzen anschließen.

Der in Wien börsenotierte Wettanbieter protestierte mit einem offenen Brief an die sächsische Staatsregierung, der in zahlreichen Tageszeitungen abgedruckt war. Die Regierung möge ihre Entscheidung überdenken, hieß es darin. Es sei unverständlich, warum ein seriöser Anbieter, der in Sachsen ansässig ist, mit zweifelhaften Mitteln bekämpft werde, schrieb Firmeninhaber Steffen Pfennigwerth. Das Sportwettenmonopol des Staates werde auch mit der Zerstörung von bwin nicht wieder hergestellt, da es Wetten über das Internet immer geben werde.

Der Verband Europäischer Wettunternehmer sprach von "blindem Aktionismus", mit dem "die Politik Fehlentscheidungen mit fatalen Folgen" treffe. Der Verband monierte zudem die Tätigkeit von Sachsens Innenstaatssekretär Jürgen Staupe als Aufsichtsratsmitglied der sächsischen Lotto-Gesellschaft "Sachsenlotto". Staupe hatte das Verbot für "bwin" am Donnerstag verkündet. Das Innenministerium sieht darin keinen Interessenkonflikt. (apa)