Button fährt nicht nur auf Ankommen:
WM-Leader will auch in Singapur gewinnen

Button: "Du musst rausgehen und aggressiv sein" Nachtrennen wird eine besondere Herausforderung

Button fährt nicht nur auf Ankommen:
WM-Leader will auch in Singapur gewinnen © Bild: Reuters/Rossi

WM-Leader Jenson Button will am Sonntag im Grand Prix von Singapur auf Sieg fahren. 14 Punkte führt der Engländer vier Rennen vor Schluss vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello. Mit angezogener Handbremse werde man den WM-Titel aber nicht gewinnen, versicherte der 29-Jährige vor dem Nachtrennen. "Als Fahrer hast du den Instinkt, gewinnen zu wollen", erklärte Button. "Und das werde ich versuchen."

Mit einer konservativeren Strategie könnte Button versuchen, den WM-Titel sicher nach Hause zu fahren - sofern er sich jeweils nur knapp hinter Barrichello klassiert. Die beiden Brawn-Piloten hatten sich zuletzt mit einem Doppelsieg in Monza zurückgemeldet und ihren Verfolgern von Red Bull die realistischen Chancen auf einen Titelgewinn genommen. "Solange es möglich ist, werden wir aber nicht aufgeben", versprach Sebastian Vettel.

Ohne Sieg ist Titeltraum vorbei
Der deutsche Jungstar liegt 26 Punkte hinter Button auf dem dritten WM-Rang. Alles andere als ein Sieg würde die Titelchancen wohl endgültig gegen Null sinken lassen. Red Bull hofft auf einige signifikante Updates, die den RB5 auf dem holprigen Stadtkurs in Singapur in die Überholspur bringen sollen. Mit 28,5 Punkten Rückstand hat auch Mark Webber noch theoretische Chancen. "Ganz darf man sie nie endgültig abschreiben", warnte Button.

Das Hauptaugenmerk des sechsfachen Saisonsiegers gilt aber seinem Teamkollegen. Zurückstecken will er nicht. "Ich bin in einer großartigen Position, aber ist auch eine komplizierte Situation", erklärte Button. Der Brite will nicht jenen Fehler machen, der seinen Landsmann Lewis Hamilton 2007 den Titel gekostet hatte. Der Rookie war damals zu sehr auf Sicherheit bedacht, verspielte den Titel im Finish noch um einen Punkt an Kimi Räikkönen.

"Du musst rausgehen und aggressiv sein"
"Es ist schwierig, aber ab dem Moment, wo du zurückschaltest, bekommst du Probleme", meinte Button. Die Formel 1 liege derzeit sehr eng beisammen und gerade im dichten Gedränge des Feldes können leichter Unfälle passieren - so geschehen etwa in Belgien, dem einzigen Rennen, in dem Button bisher keine Punkte geholt hat. "Du musst rausgehen und aggressiv sein. Alles andere ergibt sich von selbst", meinte Button betont zuversichtlich.

Den Skandal von 2008 sowie die folgenden Urteile gegen Renault und deren Ex-Teamchef Flavio Briatore wollten die Fahrer in Singapur nicht wirklich kommentieren. "Es ist sicher nicht ideal für unseren Sport", sagte Webber über den absichtlichen Unfall, den Nelson Piquet jr. im Vorjahr im Stadtstaat fabriziert hatte. "Wir arbeiten hart, um hierherzukommen. Aber langsam verliere ich die Geduld, den Sport immer verteidigen zu müssen. Darum geht es nicht."

Jet Lag darf nicht stören
Einer speziellen Vorbereitung bedarf die Herausforderung Singapur. 23 Kurven pro Runde, mehr als 30 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit werden den Fahrern zusetzen. Das Rennen beginnt bei Flutlicht am Sonntag erst um 20.00 Uhr Ortszeit (14.00 MESZ/live ORF1, RTL und Sky), das Qualifying am Samstag noch zwei Stunden später. Die Piloten stellen sich mit ungewöhnlichem Tagesplan auf die Spätschichten ein, Zeitumstellung wird keine vorgenommen.

"Ich bin um drei Uhr am Nachmittag aufgestanden. Man bleibt eben in der europäischen Zeit. Man muss nur aufpassen, dass die Vorhänge zu sind", erklärte Vettel den Kampf gegen die innere Uhr. 1.500 Scheinwerfer an 230 Stahlmasten sind notwendig, um den Marina Bay Street Circuit mit 3,18 Millionen Watt auszuleuchten. Die Stromrechnung geht in die Millionen Euro - alles, um den europäischen TV-Markt zur gewohnten Sendezeit bedienen zu können.

(apa/red)