Eröffnungsbilanz von

Budget: 223 Mrd. Euro Schulden

Staatsschulden übersteigen das Vermögen des Bundes um mehr als das Doppelte

Maria Fekter © Bild: APA/Robert Jäger

Die Staatsschulden übersteigen das Vermögen des Bundes um mehr als das Doppelte. Das geht aus der "Eröffnungsbilanz" des Bundes hervor, die Finanzministerin Maria Fekter am Wochenende - also als eine ihrer letzten Amtshandlungen - veröffentlicht hat. Demnach stehen Schulden 223,4 Mrd. Euro Vermögenswerte von 89,5 Mrd. Euro gegenüber. Stichtag ist der 1. Jänner 2013.

Die größten Aktiva des Bundes sind "Sachanlagen" (39,6 Mrd. Euro) - also u.a. Grundstücke, Gebäude und Kulturgüter - sowie die 182 Unternehmensbeteiligungen des Bundes (25,2 Mrd. Euro). Bei den Passiva entfallen allein 169,7 Mrd. Euro auf langfristige Finanzschulden.

Die Bewertung der Aktiva erfolgte, um allzu hohe Kosten zu vermeiden, allerdings teils stark vereinfacht: So wurde der Wert des Grundbesitzes des Bundes (überwiegend von den Bundesforsten verwalteter Wald) großteils auf Basis von Durchschnittspreisen geschätzt. Und bei den (u.a. in den Bundesmuseum gelagerten) Kulturgütern des Bundes wurde überhaupt nur ein kleiner Teil finanziell bewertet, weil die Kunstschätze des Bundes in der Regeln nicht versichert sind und daher nur in Ausnahmefällen Gutachten vorliegen.

Parlamentsgebäude nicht bewertet

So scheinen die "beweglichen Kulturgüter" des Bundes mit einem Buchwert von 102,3 Mio. Euro in der Bilanz auf. Deutlich höher werden die historischen Gebäude eingeschätzt, allein das Schloss Schönbrunn kommt auf 285,7 Mio. Euro. Das Parlamentsgebäude wurde dagegen (abgesehen von der kürzlich sanierten Parlamentsrampe) nicht bewertet.

Bei Staatsunternehmen scheint der Anteil des Bundes am geschätzten Nettovermögen der jeweiligen Firma in der Bilanz auf. Der Autobahnbetreiber Asfinag hat laut dem "Beteiligungsspiegel" des Bundes einen Buchwert von 2,57 Mrd. Euro, die ÖBB kommen auf 2,25 Mrd. Euro und die Staatsholding ÖIAG auf 1,7 Mrd. Euro. Gut gepolstert ist mit 1,88 Mrd. Euro auch noch der aus dem Marshallplan ERP-Fonds. Als wertvollste Bundesbeteiligung steht die Nationalbank mit 4,22 Mrd. Euro Buchwert in der Bilanz.

Buchwert nicht gleich Privatisierungserlös

Dass dieser Buchwert allerdings nicht gleichzusetzen ist mit einem möglichen Privatisierungserlös zeigen die Bankenbeteiligungen: So steht die auf staatliche Zuschüsse angewiesene Hypo Alpe Adria mit einem Buchwert von 1,1 Mrd. Euro in der "Eröffnungsbilanz", die Volksbanken AG (ÖVAG) mit 559 Mio. Euro.

Interessant ist auch, dass der Bund keinen genauen Überblick über seine Gläubiger hat. Grund dafür: Der überwiegende Großteil (93 Prozent) der Finanzschulden ist "fungibel", kann also jederzeit verkauft werden. Das Finanzministerium rechnet laut der Eröffnungsbilanz allerdings damit, dass rund 80 Prozent der Staatsschulden innerhalb der Eurozone gehalten werden.

Die "Eröffnungsbilanz" ist Teil des neuen Haushaltsrechts des Bundes. Dieses sieht vor, dass nicht nur wie bisher die jährlichen Finanzströme dargestellt werden, sondern dass der Bund auch regelmäßig über die Entwicklung seines Vermögens Rechenschaft ablegt. Die Vermögensbilanz des Bundes wird in Zukunft jährlich vom Rechnungshof aktualisiert.

Kommentare

giuseppeverdi melden

Ach die arme, arme "Schotter Mizzi". Nun muss sie Abschied nehmen und weint. Nicht wegen des Ministeramtes aber wegen des Verlustes von rund 8000 Euro 14 x monatlich weil sie nun wieder normale Abgeordnete wird und dafür nur mehr rund 8400 Euro erhält. Ob sie wieder normal wird, das überlasse ich den Sternen!

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guiseppeverdi beschmutzen sie mit ihren Meldungen nicht den Namen
vun einem der Größten Musiker. PFUI

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

@Gemeindevertreter... für 55 Jahre fortwährend bei jeder Wahl die Volkspartei zu wählen, ist entweder politischer Selbstmord oder Betriebsblindheit :)
Dennoch schlage ich dich für die Ordensverleihung "unerbitterliche Uneinsichtigkeit" vor, zwecks langjähriger politischer Verblendung :)

giuseppeverdi melden

Aber Gemeindeberg Sie verkappter H.C.Strache-Fan. Ihnen ist die "Schotter-Mizzi" völlig wurscht. Geben Sie es zu. Sie lieben die Frau Rosenkranz. Die weint aber nicht, weil Ihr der Landesparteiobmann/frau in NÖ verloren gegangen ist. Der ist der Versorgungsposten im NR auch genug!

giuseppeverdi melden

Ich sage ja immer, die Bildung eines Blauen ist nahe der Nulllinie anzusiedeln. Er - der Gemeindeberg - spricht mich mit gUIseppeverdi an und meint, ich beschmutze den Namen eines der größten Musiker. Nur zur Aufklärung: Ihr berühmter MUSIKER heißt GIuseppe Verdi und er ist mehr als Komponist von 26 Opern bekanntgeworden denn als Musiker. Aber was nützt das, wenn ich das einem Kulturbanausen sage?

Angenommen: Österreich würde ab sofort keine Schulden mehr machen und die unglaubliche Summe von 1 Mrd. jedes Monat zurück zahlen, erst in 18 Jahren wäre der Staat schuldenfrei!!!

Nudlsupp melden

Eine Tilgung der Verbindlichkeiten ist nicht mal mehr den reichen Staaten wie Österreich, Deutschland, Benelux etc. möglich. Der einzige Weg das Vermögen und die Verbindlichkeiten wäre über eine spürbare Geldentwertung, deren positiver Nebeneffekt auch noch die notwendige Umverteilung von oben nach unten mit sich bringen würde. Leider fehlt dazu noch der politische Wille.........

Nudlsupp melden

Es geht eben nichts über eine funktionierende Lobby über die, die wirtschaftlichen Schwergewichte allemal verfügen.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Hmm...Geldentwertung... haben wir die nicht eh schon seit dem Beitritt zum Euro in Höhe von jährlich rund 8% und gefühlten 12% ?? Also mittlerweile dann bis dato rund 100% real und rund 140% gefühlt...

Liegt es daran dass wir in einem Schuldgeldsystem leben?

Schuldgeldsystem:
http://www.youtube.com/watch?v=a7FPF8CplKc

Die Entstehung des Geldes:
http://www.youtube.com/watch?v=tZ4wy0Alt-0

Wie Geld entsteht - Fiat-Money = Schuldgeld
http://www.youtube.com/watch?v=8R8zYSxfKOU

Robert Cvrkal

Es ist die Leistung von Frau Fekter, dass sie die Dinge beim Namen nennt und nicht immer alles schön redet.

Oliver-Berg
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Zu Deiner Infor IVOIR. Die Schulden haben wir für Dinge, die wir schon ausgegeben haben, nicht für Dinge, die wir noch gar nicht konsumiert haben.

Ivoir
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Wie ich Ihrer Antwort entnehme, wurden in der Vergangenheit keine Pensionen, kein Gesundheitssystem unterhalten, sowie keine jedwede Förderung
an das Volk bzw. Teile des Volkes getätigt.

Ivoir
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An Alle Negativposter:
Wenn Euch die Schulden nicht gefallen, verzichtet auf Eure Pensionen, auf Wohnbeihilfe, Familienbeihilfe, Arbeitslosengeld, Steuerausgleich, Förderungen aller Art und und und...zahlt bitte doppelt soviele Steuern als bisher.

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wenn Sie das tun dann gerne - aber ich glaube das Sie nur ein Schönredner sind der blind ist auf seinem Parteiauge...

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was war eigentlich die Leistung von Frau Fekter?

brabus melden

Die Schulden doppelt so hoch wie das Vermögen, und die laufenden Einnahmen decken NICHT die Ausgaben, das heißt der Schuldenberg wächst weiter. Österreich ist PLEITE. TU UNFELIX AUSTRIA.

giuseppeverdi melden

So ein Blödsinn! Österreich ist einer der reichsten Staaten der Welt. Dass sagen die Politiker doch immer und ich glaube denen ALLES!!!!

Oliver-Berg
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Lieber Guiseppe,

die Zahlen stellen die Wahrheit von Österreichs Finanzen noch besser dar, als sie in Wahrheit ist. Denn in dieser Aufstellung fehlen die Garantien (= Eventualverbindlichkeiten). Wenn die schlagend werden ist Österreich praktisch pleite.

giuseppeverdi melden

Lieber Oliver!

Wir alle - also auch Sie - liegen völlig falsch! Österreich ist das Land wo Milch und Honig fließt (allerdings weiß ich nicht mehr wie lange) wo alles zum Besten ist usw. Daher mein Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Faymann und Spindelegger, an deren Überkräfte zur Bewältigung der Krise, Einheit der besten Regierung aller Zeiten und auf das ewige Gutgehen in Österreich - Amen!

Oliver-Berg

Wenn ein börsennotierter Multi mit einem Umsatz größer als das österreichische BIP, einer Überschuldung von 133,9 Mrd EUR und einem schwer liquidierbaren Vermögen eine solche Bilanz veröffentlichen würde, würde der Vorstandsvorsitzende (Faymann), der Vize (Spindelegger) und der CFO (Fekter) ohne großes Fakeln vom Aufsichtsrat fristlos gefeuert werden. In 5 Jahren ist wieder Zahltag.

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