Busunfall in der Schweiz von

Trauer am Todestunnel

Angehörige besuchen Unglücksort - Eltern müssen Kinder identifizieren

Busunfall in der Schweiz - Trauer am Todestunnel © Bild: Reuters

Für die Eltern der schwerste Gang ihres Lebens: Abgeschirmt von der Öffentlichkeit haben Mütter und Väter aus Belgien ihre Kinder identifiziert, die bei dem Busunglück in der Schweiz getötet worden sind. Trauma-Spezialisten betreuten die Angehörigen. Die Leichen waren zur Identifizierung in der Kapelle des Zentralfriedhofs in Sitten im Wallis aufgebahrt.

Viele Angehörige suchten den Unglückstunnel auf. Die Eltern wurden unter Polizeischutz zum Tunnel nahe des Ferienortes Siders gefahren. Sie waren mit einer Militärmaschine von Brüssel aus in die Schweiz gebracht worden. Sie brachten Blumen mit und legten schriftliche letzte Grüße für ihre Lieben nieder.

Drei Kinder kämpfen ums Leben
Noch immer kämpften drei Kinder um ihr Leben. Sechs verletzte Kinder brachen am Donnerstag bereits nach Hause auf. Vier der 24 verletzten Schulkinder sind vorerst nicht transportfähig. Sie lagen noch schwer verletzt in Kliniken, drei von ihnen in Lebensgefahr im Universitätskrankenhaus von Lausanne, das vierte im Berner Inselspital. An diesem Freitag soll um 11.00 Uhr in ganz Belgien der Opfer gedacht werden. Erste Leichen sollen mit einem Flugzeug der belgischen Armee übergeführt werden.

Am Dienstag waren 28 Menschen, darunter 22 Schüler aus Belgien, gestorben, als ihr Reisebus auf der Schweizer Autobahn 9 im Kanton Wallis frontal gegen die Wand einer Nothaltebucht prallte. Die Suche nach der Unfallursache Wallis läuft weiter.

Spekulationen über Ursache
Der Fahrer des verunglückten Busses wollte angeblich unmittelbar vor der Kollision eine DVD mit einem Film einlegen, wie die belgische Boulevardzeitung "Het Laatste Nieuws" berichtete und sich auf Aussagen überlebender Kinder berief. Ein Sprecher der Schweizer Polizei sagte, er höre dies zum ersten Mal. Für ihn sei das "reine Spekulation". Die Beamten gingen bisher von drei "Thesen" aus: eine technische Panne, menschliches Versagen oder ein akutes Gesundheitsproblem des Fahrers wie ein Herzinfarkt. Die genaue technische Untersuchung des Buswracks soll am Freitag beginnen.

Alle Opfer identifiziert
Mittlerweile sind alle 28 Todesopfer identifiziert worden. Das gab die Polizei des Kantons Wallis bei einer Pressekonferenz in dem Unfalltunnel auf der Autobahn A9 bei Siders bekannt.

Kommentare

strizzi49 melden

Todestunnel Eine Pannenbucht im Tunnel, die mit einer rechtwinkelig zur Fahrbahn stehenden Mauer abgeschlossen wird, das nenne ich "Schweizer Humor" - nur - über diesen Schwachsinn kann man nicht lachen!!!
Jedes Jahr liest man über diverse Sicherheitstests, die von den Autobahnröhren gemacht werden, und wie sicher diese Röhren heute sind. Würde mich interessieren, wie dieser Tunnel abgeschnitten hat, beim letzten Test!
Überall, auf den Autobahnen, gibt es Einschleifspuren, aber nicht in der Schweiz - dort gibts eine rechtwikelig zur Fahrbahn stehende Abschlussmauer !!??? In einem Tunnel !!???
Es ist ein Wahnsinn, was alles Passieren muss, damit einige beginnen zu denken!
Mein Mitgefühl an all die verzweifelten Eltern, deren Kinder diesen Irrsinn büßen musten !!!

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Re: Todestunnel Habe gelesen,dass dieser Tunnel schlecht abgeschnitten hat,trotzdem wurde nichts gemacht,
die Verantwortlichen gehören vor Gericht gestellt. Mildert zwar nicht das Leid der Eltern,aber vielleicht doch ein umdenken.

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