Bush überraschend auf Kurz-Visite im Irak: Besuch mit nur fünf Stunden Aufenthalt

Treffen mit irakischem Premierminister Nuri al-Maliki Präsident: Iraker müssen Verantwortung übernehmen

US-Präsident George W. Bush hat bei einem Blitzbesuch in Bagdad die irakische Führung dazu aufgerufen, selbst die Verantwortung für die Zukunft des Landes zu übernehmen. Bush versicherte dem neuen Regierungschef Nuri al-Maliki bei dem rund fünfstündigen Besuch in Bagdad am Dienstag zugleich seine Unterstützung.

Vor US-Truppen sprach Bush von einer historischen Mission, die die Koalitionsstreitkräfte im Kampf gegen den Terror und für die Verbreitung von Freiheit leisteten. Die US-Truppen und ihre Verbündeten legten "den Grundstein für den Frieden der kommenden Generationen". Bush reiste am Abend wieder zurück nach Washington.

Der US-Präsident wollte nach Darstellung des Weißen Hauses zweieinhalb Jahre nach seinem ersten Besuch im Irak vor allem Maliki persönlich treffen. "Ich weiß zu schätzen, dass Sie die Tatsache anerkennen, dass die Zukunft ihres Landes in ihren Händen liegt", sagte Bush. Von den Entscheidungen des neuen Kabinetts hänge es ab, ob der Irak sich selbst regieren und verteidigen könne. Bush würdigte die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit mit Beteiligung aller Religionsgruppen. "Dieses Kabinett repräsentiert die gesamte irakische Bevölkerung", sagte Bush bei seinem zweiten Besuch seit dem Erntedankfest im November 2003, als er für zweieinhalb Stunden Truppen in Bagdad besuchte.

Nach dem Tod des jordanischen Top-Terroristen Abu Musab al-Zarqawi und dem Abschluss der Regierungsbildung im Irak hatte Bush am Montag das Kernkabinett und die wichtigsten Berater zu einer Strategiedebatte über das weitere Vorgehen im Irak nach Camp David (Maryland) eingeladen. Bush wollte eigentlich mit den Ministern der neuen irakischen Regierung am Dienstag per Videokonferenz über Sicherheitsfragen beraten. Dann schlich er sich aber förmlich aus Camp David und flog nach Bagdad. Nur Vizepräsident Dick Cheney, Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld waren eingeweiht.

Bush bezeichnete den Tod Zarqawis als schweren Schlag für die Terroristen, die im Irak versuchten, den Aufbau einer neuen Demokratie zu verhindern. Bush kündigte an, dass der Nachfolger Zarqawis auf die Liste der meistgesuchten Terroristen gesetzt und zur Rechenschaft gezogen werde.
(apa)