Bush & Karzai nicht verhandlungsbereit: Angebot für Gefangenenaustausch abgelehnt

Taliban wollen über Geisel-Schicksal neu entscheiden Süd-Korea Delegation in Verhandlung mit Taliban

Bush & Karzai nicht verhandlungsbereit: Angebot für Gefangenenaustausch abgelehnt

Nach dem Nein der USA und Afghanistans zu einem Gefangenenaustausch haben die Taliban eine Entscheidung über das Schicksal der 21 Geiseln aus Südkorea angekündigt. "Wir kennen ihre Äußerungen und werden über die nächsten Schritte entscheiden", sagte ein Taliban-Kommandant zu der Weigerung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und seines US-Kollegen George W. Bush, inhaftierte Islamisten gegen die Koreaner auszutauschen.

Falls die Taliban-Kämpfer nicht freikämen, liege die Verantwortung für das Wohlergehen der Geiseln bei Bush und Karzai, wiederholte der Kommandant, der mit Reuters von einem unbekannten Ort aus telefonierte.

Der Taliban-Kommandant sagte weiter, seine Gruppe stehe nach wie vor im Kontakt mit einer Gruppe südkoreanischer Diplomaten, die sich im Süden des Landes um die Freilassung der christlichen Aufbauhelfer bemühe.

Bush und Karzai hatten bei einem Treffen in Camp David die Forderungen der Entführer kategorisch abgelehnt. Die Taliban hatten 23 Südkoreaner vor fast drei Wochen entführt und zwei von ihnen später umgebracht. Sie drohen mit der Ermordung auch der restlichen 18 Frauen und drei Männer, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Einen Tag vor den Südkoreanern waren zwei Deutsche verschleppt worden, von denen einer erschossen wurde. An der Freilassung des zweiten Bundesbürger arbeitet der Krisenstab mit Hochdruck. Die Entführer des Ingenieurs, die zumindest Kontakt mit den Taliban haben sollen, fordern den Abzug der mehr als 3.000 Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan.(apa)