Bush unter Druck: Auch Republikaner
wollen jetzt Änderung bei neuem Irak-Kurs

Al-Kaida-Vize findet für US-Truppenaufstockung Spott Al-Zawahiri: Soll gleich die gesamte Armee schicken

Bush unter Druck: Auch Republikaner
wollen jetzt Änderung bei neuem Irak-Kurs

Nicht nur in den Reihen der Demokraten, auch bei den Republikanern formiert sich in den USA der Widerstand gegen die neue Irak-Strategie von Präsident George W. Bush. Drei Senatoren aus Bushs Partei kündigten in Washington an, eine Resolution im Oberhaus einzubringen, in der die Entsendung zusätzlicher Truppen in den Irak scharf kritisiert wird. Der stellvertretende Führer des internationalen Terrornetzwerks Al-Kaida, Ayman al-Zawahiri, verspottete in einer Videobotschaft die neue Irak-Strategie der US-Regierung.

In der von den Senatoren John Warner, Susan Collins und Norm Coleman vorgestellten Resolution heißt es, der Senat fordere den Präsidenten auf, die anvisierten Ziele im Irak ohne die geplante Entsendung von 21.500 zusätzlichen Soldaten zu erreichen. Die Demokraten hatten in der vergangenen Woche einen Resolutionsentwurf vorgestellt, in dem die Truppenaufstockung als "Verstoß gegen nationale Interessen" bezeichnet wird.

Al-Kaida-Vize verspottet Bushs Pläne
Zawahiri fragte in einem Film, der auf der Internetseite des in den USA ansässigen SITE Institutes veröffentlicht wurde, hinsichtlich der geplanten Truppenaufstockung im Irak: "Warum nur 20.000 schicken? Warum nicht 50.000 oder 100.000?" Bush solle die gesamte US-Armee schicken; die Mujaheddin seien in der Lage, zehn Armeen zu vernichten.

Absturz von US-Hubschrauber war Anschlag
Eine dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe stehende Gruppe irakischer Sunniten erklärte sich für den Absturz eines US-Hubschraubers mit zwölf Toten verantwortlich. Den Löwen des Islamischen Staats im Irak sei es gelungen, den Helikopter vom Typ "Black Hawk" zu Fall zu bringen, hieß es auf einer islamistischen Website.

Bombenanschläge in Bagdad: Zahlreiche Tote
Bei Bombenanschlägen in Bagdad kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. Die Explosion eines Sprengsatzes im schiitischen Stadtteil Karradah tötete vier Iraker, darunter einen sieben Jahre alten Buben. Ein Zivilist verlor bei einem Attentat nahe des Finanzministeriums das Leben, wie die Polizei mitteilte. Die US-Streitkräfte meldeten zudem den Tod von zwei weiteren Soldaten. Im nordirakischen Mossul kamen drei Personen ums Leben.

US-Streitkräfte und irakische Truppen lieferten sich mit Unterstützung aus der Luft in der Altstadt Bagdads Kämpfe mit Aufständischen. Laut Augenzeugen musste ein Hubschrauber notlanden. Aus Polizeikreisen hieß es, es gebe Berichte eines abgestürzten Helikopters in der betroffenen Region östlich des Flusses Tigris. Es blieb jedoch unklar, ob es sich um eine Maschine des US-Militärs oder einer privaten Sicherheitsfirma handelte. Ein Sprecher des US-Militärs sagte, die Berichte würden derzeit geprüft.

Zahlreiche Festnahmen von Aufständischen
Amerikanische und irakische Truppen haben in den vergangenen Wochen 600 schiitische Kämpfer und 16 schiitische Milizführer sowie 33 führende sunnitische Aufständische festgenommen, wie das US-Militär mitteilte. Seit dem 8. Dezember gab es demnach 52 Operationen gegen die Mahdi-Miliz des radikalen Predigers Muqtada (Muktada) al-Sadr und 42 Einsätze gegen sunnitische Extremisten. Die Mahdi-Miliz wird für zahlreiche Angriffe in Bagdad verantwortlich gemacht.

Gruppe von Palästinensern verschleppt
Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) erklärte, Uniformierte hätten in der Früh eine Gruppe von 17 Palästinensern in Bagdad verschleppt. Die Angreifer, die offenbar Uniformen der irakischen Streitkräfte trugen, verwüsteten das vom UNHCR angemietete Gebäude. Einige Entführte seien inzwischen wieder auf freiem Fuß, erklärte ein Sprecher.(apa/red)