Bush und Ahmadinejad wenig beliebt: Iran und USA sind vielen Menschen zu mächtig!

EU: Stärke weil "als schwach wahrgenommen" Befragung in 52 Ländern durch Brüsseler ECFR

Bush und Ahmadinejad wenig beliebt: Iran und USA sind vielen Menschen zu mächtig!

Der Iran und die USA sind vielen Menschen zu mächtig, die EU ihnen dagegen nicht mächtig genug. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, für die im Auftrag des European Council on Foreign Relations (ECFR) 57.000 Menschen in 52 Ländern befragt wurden. 39 Prozent befürworten demnach einen geringeren Einfluss des Irans, während sich 37 Prozent weniger Macht für die USA wünschen.

Ihnen gegenüber stehen 14 Prozent der Befragten, die sich mehr Macht für den Iran wünschen. 26 Prozent glauben, dass ein größerer Einfluss der USA die Welt zu einem besseren Ort machen würde. Deutlich mehr Befragte wünschen sich mehr Einfluss für die Europäische Union (35 Prozent). 20 Prozent wünschen sich das Gegenteil.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Öffentlichkeit sich nicht nach einer Welt sehnt, in der die Hegemonie der USA einfach durch die Rivalität anderer Militärmächte wie Russland und China ersetzt wird", erklärte der ECFR anlässlich der Veröffentlichung der Studie. Stattdessen scheine es eine wachsende Unterstützung für die Länder zu geben, deren Aufstieg in der globalen Vorstellung nicht mit militärischer Macht verbunden sei. So hätten etwa Indien, Südafrika und Brasilien insgesamt gute Zustimmungsraten bekommen.

Paradoxes Bild der EU
Was die EU angeht, könnte das Ergebnis nicht ganz so positiv sein, wie es auf den ersten Blick scheint: "Das Paradox der Macht der EU ist, dass ihre Stärke bis zu einem gewissen Punkt ist, dass sie als schwach wahrgenommen wird", schreibt der ECFR. Dass niemand die EU beschränken wolle, könne zumindest zum Teil daran liegen, dass niemand ihr zutraue "die Kurve zu kriegen".

Die Forschungsgesellschaft ECFR wurde erst Anfang Oktober aus der Taufe gehoben. Ihr Ziel ist, die gemeinsame EU-Außenpolitik zu stärken und künftig geschlossener auf der Weltbühne aufzutreten. Zu den Gründern zählen der deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer, der UN-Kosovo-Vermittler Martti Ahtisaari sowie der frühere österreichische Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch (S). Auch zwei österreichische Balkan-Experten sind Mitglieder in der neuen europäischen Denkfabrik: Der frühere Außenamts-Generalsekretär Albert Rohan sowie der Gründer der sich vor allem mit Südosteuropa und der Türkei beschäftigenden Denkfabrik ESI (European Stability Initiative), Gerald Knaus.

(APA/red)