Busek appelliert in Kosovo-Konflikt:
Serben sollten "Selbstblockierung" beenden

Stabilitätspakt-Koordinator: "Hat andere Probleme" Ex-Botschafter Petritsch: "Mit Moskau offen reden"

Der Sonderkoordinator der Europäischen Union für den Südosteuropa-Stabilitätspakt, der österreichische Altvizekanzler Erhard Busek, hat an Serbien appelliert, seine "Selbstblockierung" durch den bisherigen Umgang mit dem Kosovo-Konflikt zu beenden. "Serbien hat ganz andere Probleme als Kosovo", sagte Busek in einem Radiointerview im Ö1-"Morgenjournal". So wäre es bedenklich, dass etwa achtzig Prozent der serbischen Jugendlichen noch nie außerhalb ihres Landes gewesen seien.

Serbien würde nach Ansicht Buseks Gefahr laufen, sich durch "diese Art des Umgangs" mit dem Kosovo-Problem noch weiter zu isolieren. Es sei jetzt an der Zeit, "endlich von etwas anderem zu reden", sagte der Stabilitätspakt-Koordinator.

Der ehemalige EU-Kosovo-Vermittler und Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, Botschafter Wolfgang Petritsch, unterstrich seinerseits im ORF-"Morgenjournal" die dringende Notwendigkeit, dass die Europäische Union in der Kosovo-Frage "eine gemeinsame Linie fährt und nachvollziehbare Positionen vertritt". Mit Moskau werde man "offen reden" müssen und "klarstellen, dass Kosovo in Europa liegt", betonte Petritsch.

Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica hatte am Freitag den Vorschlag des UNO-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari zur Zukunft des Kosovo als "unrechtmäßig" bezeichnet. Der Plan verstoße gegen die UNO-Charta und die Prinzipien des Völkerrechts, auf denen der Friede und die Stabilität in der Welt beruhten, erklärte Kostunica, der es abgelehnt hatte, den ehemaligen finnischen Staatspräsidenten zu treffen.

(APA/red)