Burschenschafter hier und Proteste dort:
Korporationsringball sorgt wieder für Wirbel

Viele internationale Gäste werden in Hofburg erwartet Brandsätze und brennende Mistkübel am Vorabend

Burschenschafter hier und Proteste dort:
Korporationsringball sorgt wieder für Wirbel © Bild: APA/Schlager

Der heutige Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) sorgt wieder für angespannte Stimmung. Mehrere linke Organisationen haben Proteste gegen die Burschenschafter-Veranstaltung angekündigt, die Polizei hat nun aber ein Verbot ausgesprochen. Im vergangenen Jahr hatte es bei der ebenfalls untersagten Demonstration 14 Festnahmen und mehrere Verletzte gegeben.

Rund 2.000 Besucher werden beim WKR-Ball in den Festsälen der Wiener Hofburg erwartet, darunter viele internationale Gäste wie Organisator Udo Guggenbichler - er sitzt für die FPÖ im Wiener Gemeinderat - ankündigte. Festredner werde "ein Universitätsrektor" einer Universität sein. Welcher, wollen die Organisatoren nicht verraten: Teilnehmer vergangener Veranstaltungen hätten Probleme mit ihren Studenten bekommen, argumentiert Guggenbichler. Ausgeschlossen ist abermals nicht, dass sich einige freiheitliche Prominenz beim Ball einfinden wird.

Inzwischen formieren sich auch die Gegner der jährlichen Veranstaltung, die bereits in den vergangenen Jahren zu heftigen Protesten geführt hatte. Der Ball sei "die rechtsextreme Spitze eines reaktionären Eisberges", so das "Antinationale Bündnis Wien" (AnBW) in einer Aussendung. Auch die Sozialistische Jugend (SJ) und die KPÖ haben zu Protesten aufgerufen.

Demo-Verbot: Standkundgebung bei Votivpark
Einen Tag davor hat die Polizei aber die Demonstration gegen den Ball verboten, als Grund wird die Gefährdung der öffentlichen Sichehrheit angegeben. Nur im Votivpark ist eine Standkundgebung erlaubt. Diese soll ab 18.00 Uhr stattfinden. Erwartet werden etwa 400 bis 500 Aktivisten, erklärte ein Sprecher des Antinationalen Bündnisses.

Der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser reagiert auf das Demo-Verbot verärgert: "Die Demonstration wurde vor über zwei Wochen angemeldet. Wenn sie jetzt gerade einen Tag davor durch die Polizei untersagt wird, fördert das die Gefahr der Eskalation." So wie im letzten Jahr.

Laut Polizei wird ab circa 17.00 Uhr im gesamten innerstädtischen Bereich mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen sein. Die Anzeige einer Protestkundgebung am Praterstern wurde vom Veranstalter zwischenzeitlich wieder zurückgezogen, hieß es. Man rechne entlang der Marschroute aber dennoch mit Protesten.

Brandsätze & brennende Mistkübel am Vorabend
Bereits am Vorabend des Balls ist es zu heftigen Protesten gekommen. Rund 100 Demonstranten versammelten sich gegen 21.00 Uhr zu einer Spontan-Demo am Stephansplatz und bewegten sich durch den Graben in Richtung Schottenring. Die weitere Route verlief von der Schottengasse zum Parlament und zurück zur Universität. Nachdem Mistkübel angezündet und Brandsätze geworfen worden waren, fanden auch Übergriffe auf die Exekutive statt. Die Demonstration musste daher im Bereich Burgtheater trotz zahlreicher Deeskalationsversuche seitens der eingesetzten Kräfte um 21.50 Uhr behördlich für aufgelöst erklärt werden, hieß es von Seiten der Polizei. Verletzt wurde bei dem Protest niemand.

(apa/red)

Kommentare

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Zum Bild oben Der im "rechten" (sic) Bildrand sieht aus wie aus der Mediamarkt-Werbung.

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Re: Zum Bild oben *lol* --- der war echt gut!

:-))))

gelesen - raufgescrollt - Lachkrampf!

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WKR und Burschenschaften Ich war in meiner Jugend Mitglied (Fuchs) einer freischlagenden Burschenschaft und auch am WKR Ball.
Und ja, die Klischees stimmen: die meisten - nicht alle - Burschenschaften sind Hort und Brutstätte von rechtsradikalem Gedankengut, von verklärter Anhimmelung und gelebter Verherrlichung der Ideologien des Dritten Reiches, von Rassismus, Faschismus und Fremdenhass. Ich bin heute froh schon nach relativ kurzer Zeit mit Verkehrsverbot ausgeschlossen worden zu sein. Ich würde jederzeit eine Demo gegen den WKR und die dort versammelten Ideologienträger unterstützen wenn es gesetzlich erlaubt wäre - und da drängt sich die Frage auf nach dem zivilen Ungehorsam: Demo trotz Verbot?

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Re: WKR und Burschenschaften Friedlich müsste die Demo halt sein... - dann ist das sogar zu befürworten...

Wenn aber bei jeder Demo der Linken öffentlicher und privater Besitz demoliert wird und Polizisten angegriffen werden - dann muss man sich nicht wundern wenn der Gesetzgeber NEIN zu den "Anti-Rechtsball-Demos" sagt...

PAstorPeitl melden

Demokratie? Demonstrationsverbote in einer Demokratie?

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Re: Demokratie? Ja Herr Peitl, das versteht Ihre beschränkte Intelligenz natürlich nicht. Schon einmal was davon gehört, dass z.B. den Nazis verboten werden darf, dass Sie für die Ideologie des dritten Reiches protestieren dürfen? Noch nie - nicht wahr? Einmal möchte ich einen einzigen Artikel von Ihnen lesen. Den kann man wahrscheinlich allein vom Inhalt her "in der Luft zerfetzen".

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Re: Demokratie? Ja, bei Anzeichen von Gewalt!!
Guten Tag!

PAstorPeitl melden

Re: Demokratie? Sie haben aber eine lustige Idologie.

Die auf der Strasse also gegen einen rechten Ball demonstrieren, sind Nazis?

Ehrlich gefragt: Haben Sie über das, was Sie hier von sich geben wirklich nur eine Sekunde nachgedacht????

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Linke Assis Diese Linken Assis sind um nichts besser als die ganzen Neonazis!

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Re: Linke Assis Genauso ist es!!

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alle Jahre wieder... Wörter die man mittlerweile mit Links verbindet:

Gewalt
Assozial
Sachbeschädigung
Ausschreitungen
Arbeitslos
Gewaltdemos
usw.

Sehr gut... die sind ne gute Negativwerbung für die Sozis...

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Genau Du hast wie immer Recht!

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Am schönsten lebt es sich in der Paschalierung, sagte die Klischeetante.

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Re: alle Jahre wieder... danke...

Links-linke Turnpatschenmaschierer Da regt sich von den Linken wohl niemand auf? Die Demonstration ist von der Behörde untersagt, trotzdem wird sie entgegen dem Gesetz durchgeführt. Das sollten sich die Rechten einmal erlauben. Eine Kerzerldemonstration der Linken wäre die Folge. Dass diese Demonstraten auch Gewalt anwenden wird gefließendlich übersehen. Sollen Sie doch demonstrieren die Linken. Gegen den Opernball habe sie ja auch demonstriert und sich dabei tot gelaufen. Es wird wohl hier früher oder später auch so sein.

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