burn Studios Residency von

Traumberuf Arschbeweger

Wie man das Partymachen zum Beruf macht. NEWS.AT im DJ-Bootcamp in Ibiza

  • burn studios Residency 2013
    Bild 1 von 7 © Bild: burn studios Residency

    Die 18 Contestants des burn studio Residency Contests am Dach ihres Luxushotels in ibiza.

  • Burn Residency Contest Ibiza
    Bild 2 von 7 © Bild: NEWS.AT/Catharina Heindl

    Gruppenfoto am Dach des Luxushotels in Ibiza.Gleich gibt es ein gemeinsames Abendessen.

Wer Schauspieler werden will, geht nach Hollywood . Wer eine Karriere als DJ anstrebt, nach Ibiza, dem "Mekka der elektronischen Musik". Derzeit suchen dort die 18 Besten des "burn studios Residency Contests" die Abkürzung zum Heiligen Land, sprich den größten Clubs der Insel. Hilfe bekommen die Nachwuchs-DJs dabei von den absoluten Superstars der Szene: AVICII, Fatboy Slim, Maceo Plex, Solomun und vielen mehr. NEWS.AT hat die 18 im DJ-"Bootcamp" besucht.

Mitten in der DJ-Brutstätte stehen sich zwei Extreme der Szene gegenüber: Auf der einen Seite der 23-jährige Superstar AVICII, der mit dem Privatjet nach Ibiza gereist ist, und auf der anderen Seite Slashed Zerø aka Wolfram Felice - ein Salzburger, der sich als DJ gerade einmal so über Wasser hält.

Kampf um Club-Residenz

Der Österreicher ist einer der 18 "Contestants" . So werden die Anwärter auf die "Residency" der Partyinsel Ibiza genannt. Das bedeutet: Drei Auserwählte stehen am Ende an den Turntables der berühmtesten Clubs der Insel. Slashed Zerø hat im Vorfeld des Bewerbs einen 20-minütigen Trackmix eingesendet, kam in Österreich unter die Top 5 und hat letztendlich die Vorausscheidung im Wiener Club Roxy gewonnen. Für den 26-Jährigen ein absoluter Jackpot.

»"Wenn man in Wien keinen kennt, lassen sie dich verhungern"«

Karriere über Händeschütteln?

Felice hat bereits acht Jahre Erfahrung in dem Business sammeln können. "Wenn man in Wien keinen kennt, lassen sie dich verhungern", sagt Slashed Zerø im Interview. Als Salzburger habe er es nicht leicht, sich in der Wiener Szene zu beweisen - Stichwort Freunderlwirtschaft. Auf Social Media oder You Tube baut der erfahrene DJ ebensowenig wie auf einen Lotto-Sechser, zu groß ist die Zahl derer, die es auf diesem Weg versuchen.

Der Weg dorthin, wo AVICII, oder sein großes Vorbild Solomun jetzt stehen, ist hart und "buckelig". "Jeder der Mentoren, die schon da waren, bekommt 500 Demos die Woche. Die kommen gar nicht nach mit dem Anhören. Viel wichtiger als der beste Produzent zu sein, ist es die richtigen Leute persönlich kennen zu lernen. Und wenn du jemandem nur die Klotüre aufhälst - quatsche jeden an, vielleicht bleibst du im Gedächtnis."

Vollkommene Hingabe zum Beruf

AVICII erklärt den aufstrebenden DJs in seinem Workshop: "Gebt euch eurem Traum vollkommen hin". Für Slashed Zerø ein zweischneidiges Messer: "Das kann man ab einem gewissen Punkt sagen. Ich versteh jeden, der sagt er muss noch etwas nebenbei machen, weil er einfach die Kohle braucht, um überhaupt Musik machen zu können. Die zwei Wochen hier, sind echt hart für mich, weil ich nichts verdienen kann, aber ich will das echt machen. Ich seh eine echte Chance in der Competition."

»"Es hat mich zehn Jahre gekostet zu lernen, was ich diesen DJs in 45 Minuten beigebracht habe." «

David Guetta sagte nach seinem Workshop mit den burn Contestents im letzten Jahr: "Es hat mich zehn Jahre gekostet zu lernen, was ich diesen DJs in 45 Minuten beigebracht habe." "Head Mentor" Valentino, der über die Contestents während der zwei Wochen in Ibiza wacht, sieht das genauso. "Die Teilnehmer haben hier im Bootcamp Workshops mit den besten DJs der Welt. Sie werden in den zwei Wochen hier so viele wichtige Menschen aus der Szene kennen lernen, wie man sie sonst in fünf Jahren auf der Insel trifft."

Harte Arbeit fürs VIP-Leben

Bootcamp, den Begriff kennt man aus dem Militär und bezeichnet dort Trainingslager, trifft es gut. Die meisten, die über 30 Jahre alt sind, empfinden die Nachwirkungen einer langen Partynacht am Vortag ähnlich, wie von einem Auto überfahren zu werden. Das Gleiche in der Folgenacht wiederholen? Undenkbar. Die 18 - teilweise viel jüngeren - DJ-Anwärter weisen nach einer Woche Bootcamp ähnliche "Symptome" auf. Nach einer langen Nacht heißt es früh aufstehen, dann stehen 2-3 Workshops pro Tag an und sonstige Termine. Dafür gibt es (hoffentlich) ganz viel Liebe vom Publikum, die Möglichkeit, wichtige Kontakte zu knüpfen, und tolle VIP-Events (z.B. Yachtausflüge) mit dem Veranstalter burn. Nicht zu vergessen: Gratisunterkunft und -verpflegung. Das DJ-Contestants-Leben ist hart aber herzlich.

Auflegen ist nicht genug

Das Ziel bleibt zum weltweiten Hype zu werden. Auflegen alleine, so viel ist den Contestants mittlerweile klar, ist nicht genug. Wer die Leiter ganz hinauf klettern will, muss seine eigene Musik auch produzieren können. AVICII: "Es dreht sich alles um die Produktion. Was kann man Neues bringen? Das kommt mit der Erfahrung und Stunden um Stunden harter Arbeit. Es gibt keine Abkürzung, um deinen Weg zu finden. Und wenn man den eigenen Sound gefunden hat, geht endlich etwas weiter."

"Das beste Gefühl der Welt"

Der Erfolg kam für AVICII schleichend: "Es war fast wie eine riesige Leiter und sie geht weiter, ich klettere immer noch. Es gibt immer noch eine weitere Stufe, mehr Plätze, wo ich hingehen kann." Für Slashed Zerø ist die nächste Stufe der Leiter, beim "burn studios Residency Contest" unter die Top 6 zu kommen.

Und am Ende der Leiter? Gibt es "das beste Gefühl der Welt. "Es macht abhängig. Es macht unglaublich Spaß. Diese massiven Reaktionen von Tausenden, Zehntausenden Menschen, die total verrückt werden wegen deiner Songs. Es gibt einfach nichts, das da mithalten kann", so AVICII.

Der Weg zum Star-DJ: So läuft der Contest ab. Weitere Infos und Fotos zum Contest: burn-energy.tumblr.com

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