Burn-out-Risiko nimmt zu: Jeder fünfte im Sozial- & Gesundheitsbereich ist gefährdet

Trifft jene, die sich Arbeit mit Enthusiasmus hingeben Mit neuer "Präventions-Uhr" rechtzeitig vorbeugen

Burn-out-Risiko nimmt zu: Jeder fünfte im Sozial- & Gesundheitsbereich ist gefährdet

Jeder fünfte im Gesundheits- und Sozialbereich Beschäftigte ist Burn-out-gefährdet. Demnach gelten 28,7 Prozent der 1.000 Befragten als stark belastet durch emotionale Erschöpfung. Zusammen mit der österreichischen Vereinigung für Supervision (ÖVS) präsentierte man zum Selbstcheck eine "Burn-out-Präventionsuhr".

29,1 Prozent der Umfrageteilnehmer zeigten sich durch emotionale Erschöpfung mittel belastet. 14,1 Prozent waren durch Depersonalisierung und Entpersönlichung stark und 23 Prozent mittel belastet. Bei der Frage nach der persönlichen Erfüllung gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, mittel (44,3 Prozent) bis stark (28,6 Prozent) belastet zu sein. Die mittlere Gesamtbelastung aus allen drei Skalen liege also bei 25,8 Prozent, die starke Gesamtbelastung bei 20,2 Prozent.

Ein schleichender Prozess
Burn-out ist ein schleichender Prozess: "Plötzlich ist es da und man ist überrascht", erklärt ÖVS-Vorsitzender Wolfgang Knopf. Angehörige von Berufen im Sozial- und Gesundheitsbereich und Lehrer gelten schon seit längerem als besonders gefährdet - aber auch Angestellte im Dienstleistungssektor mit hohem Kundenkontakt, Manager und Führungskräfte in allen Branchen sind immer öfters betroffen. "Werden Manager mit der Skala der Burn-out-Symptome konfrontiert, sind sie meist überrascht, wie weit sie sich bereits im bedenklichen Bereich befinden."

Erbehliche Konsequenzen
Burn-out trifft besonders engagierte und ihre Arbeit mit viel Enthusiasmus verrichtende Menschen, so Bundesvorsitzende Selma Schacht. "Die Konsequenzen können erheblich sein, sowohl für den Gesundheits- und Allgemeinzustand des Betroffenen als auch für die Qualität der Arbeit, die Betreuung der Klienten und auch für die Arbeitgeber." Viele Betroffene würden wegen Burn-out monatelang im Krankenstand sein. Gründe seien Rationalisierung und der allgemeine Kostendruck: "Es muss immer mehr in immer weniger Zeit erledigt werden."

Selbstcheck für Burn-out-Gefährdete
Für den Selbstcheck der Burn-out-Gefährdung haben die Experten nun eine Uhr aus zwei drehbaren Scheiben entwickelt, an der man mit Hilfe von sechs Fragen Anzeichen und Warnsignale erkennen und Lösungsmöglichkeiten ablesen kann. Um die Zahl der Burn-out-Fälle zu reduzieren, forderte Schacht u. a. mehr Personal sowie eine Anhebung der Gehälter im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie die institutionelle Verankerung von Supervision innerhalb der Arbeitsprozesse. (apa/red)

Die "Burn-out-Präventionsuhr" kann unter 01/533 08 22 oder per Mail an office@oevs.or.at bestellt werden.