Militärputsch von

Burkina Faso:
Präsident tritt zurück

Armee hat die Kontrolle übernommen - Rund 30 Tote bei Ausschreitungen

Burkina Faso, Ehemaliger Präsident von Blaise Compaore © Bild: Reuters/Thomas Mukoya/Files

Der Präsident von Burkina Faso, Blaise Compaore, hat nach tagelangen Unruhen seinen Rücktritt erklärt. In einer Erklärung am Freitag verkündete er den Schritt und sagte, die Präsidentschaft sei nun vakant, berichtete der Sender Radio Omega. Zuvor hatte die Armee des westafrikanischen Landes erklärt, der seit Jahrzehnten regierende Compaore sei nicht mehr länger an der Macht.

Wie bereits in den Tagen zuvor demonstrierten auch am Freitag tausende Menschen in der Hauptstadt Ouagadougou gegen den Präsidenten. Compaore hatte sich 1987 an die Macht geputscht und galt als enger Verbündeter der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Die Armee entzog dem 63-Jährigen aber nach Ausschreitungen mit mehreren Todesopfern am Donnerstag die Unterstützung. Die Proteste waren losgegangen, nachdem die Regierung eine Verfassungsänderung angekündigt hatte, mit der eine weitere Amtszeit Compaores gesichert werden sollte.

Wahlen in 90 Tagen

Im Zuge des Umbruchs in Burkina Faso kündigte Armeechef Honore Traore Gespräche mit allen Parteien über die Bildung einer Übergangsregierung an. Diese soll das Land im kommenden Jahr in demokratische Wahlen führen. Der abgesetzte Präsident Compaore sagte in seiner Rücktrittserklärung, es sollten binnen 90 Tagen "freie und transparente" Wahlen abgehalten werden.

Unruhen in Burkina Faso
© REUTERS/Joe Penney Unruhen in Burkina Faso

Der Verbleib von Compaore war zunächst unklar. Nach Angaben von Zeugen wurde er in einem Fahrzeugkonvoi in Richtung der südlichen Stadt Po an der ghanesischen Grenze gesehen.

Militärchef übernimmt Macht

Indes hat der Militärchef von Burkina Faso die Macht in dem westafrikanischen Land übernommen. Generalstabschef Honore Traore teilte in einer Erklärung am Freitag mit, er übe mit sofortiger Wirkung "gemäß der Verfassung" das Amt des Staatschefs aus.

Frankreichs Präsident François Hollande begrüßte den Rücktritt Compaores. Zugleich forderte er in einer Erklärung "die schnelle Abhaltung demokratischer Wahlen". Der Abgang Compaores erlaube es, "einen Ausweg aus der Krise zu finden".

Eines der ärmsten Länder weltweit

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt, hat sich aber als Krisenvermittler einen Namen gemacht. Es ist ein wichtiger Verbündeter der USA und Frankreichs im Kampf gegen Al-Kaida-Ableger in der Region. Frankreich unterhält einen Stützpunkt in dem Land, den Spezialeinheiten als Basis für Einsätze in der gesamten Sahelzone nutzen. Burkina Faso ist der viertgrößte Goldproduzent in Afrika.

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