Bures schießt scharf gegen ÖBB: Ministerin
nimmt bei Datenaffäre Manager in die Pflicht

Auch bei Kundenfreundlichkeit "noch einiges zu tun" Großinvestitionen in Bahn für Bures "alternativenlos"

Bures schießt scharf gegen ÖBB: Ministerin
nimmt bei Datenaffäre Manager in die Pflicht © Bild: APA/Fohringer

Die Luft für die ÖBB wird zunehmend dünner: Das zuletzt in die Kritik geratene Unternehmen wird nun auch zur Zielscheibe ministerieller Rügen: Infrastrukturministerin Doris Bures richtet in der Debatte um die Speicherung von Krankenstandsdaten aus, dass Unternehmen zwar dafür Sorge tragen müssen, gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben, "allerdings nur mit Mitteln, die mit den rechtlichen Regeln konform sind."Folglich begrüßt Bures eine Prüfung der Daten-Affäre und fordert die ÖBB-Führung auf, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten.

Wenig Verständnis hat die Infrastrukturministerin für die angebliche Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße. "Wir wollen von der Straße auf die Schiene verlagern und nicht umgekehrt. Das ist unsere klare verkehrspolitische Zielsetzung", ließ Bures wissen.

"Hier ist noch einiges zu tun"
Selbst der von Kunden geäußerten Kritik an häufigen Verspätungen kann Bures einiges abgewinnen: "Die ÖBB befördern täglich rund 1,2 Millionen Menschen, da muss die Kundenorientierung klar im Mittelpunkt stehen. Hier ist noch einiges zu tun", sieht die Ministerin die Unternehmensführung in der Pflicht.

Bures erwartet sich eine Besserung der Lage durch die im Sommer beschlossene und derzeit in Umsetzung befindliche ÖBB-Strukturreform. Mit der neuen, strafferen Organisation werden klare Verantwortlichkeiten geschaffen und Reibungsverluste vermieden, hofft sie. Jetzt sei das Management gefordert, die Strukturreform umzusetzen.

Investitionen "alternativenlos"
Die Großinvestitionen in die heimische Bahn sieht Bures trotz Probleme mit Verspätungen und Ausfällen von Zügen als "alternativenlos". Es sei klar, dass die Investitionen in Schienennetz und Bahnhöfe eine große Herausforderung für die Bahngesellschaft darstellen, räumt sie ein.

Bis 2014 investieren die ÖBB 13,2 Mrd. Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Streckennetzes und von rund 100 Bahnhöfen. Mit etwa 700 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket werden baureife und beschäftigungsintensive Arbeiten, wie Bahnhofssanierungen oder die Entschärfung von gefährlichen Kreuzungen vorgezogen. Seit Jahresbeginn wurden bereits 100 Mio. Euro verbaut und 260 Mio. Euro konkret für die Projekte gebunden, sagte Bures.

Ein Verzicht auf diese Investitionen wäre nach Meinung der Infrastrukturministerin "das Ende der Bahn", weil mit der bestehenden veralteten Infrastruktur die ÖBB nicht mehr wettbewerbsfähig seien.
(apa/red)

Kommentare

Bures - ÖBB Fr. Bures hat noch nie etwas zusammen gebracht und wird es auch weiterhin nicht tun. denn welcher rote minister/in wird schon gegen das tief rote ÖBB maßnahmen ergreifen?
so blöd sind nicht mal die roten.

Seite 1 von 1