Bunte Regenbogenparade am Wiener Ring: 120.000 demonstrieren für mehr Offenheit

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Bunte Regenbogenparade am Wiener Ring: 120.000 demonstrieren für mehr Offenheit

Noch bunter als in den Vorjahren hat sich die zwölfte Wiener Regenbogenparade in der Innenstadt gezeigt. Unter dem programmatischen Motto "Sei wie Du bist!" hatten sich heuer besonders viele der Teilnehmer in Verkleidung auf dem gut zwei Kilometer langen Demonstrationszug vom Stadtpark entlang der Ringstraße bis hin zum Schwarzenbergplatz eingefunden. Pünktlich zum Paradenstart hatte außerdem das Wetter von Regen auf strahlenden Sonnenschein und Hitze umgeschwenkt.

Das Spektrum der Demonstranten aus allen Altersstufen reichte dabei von der als Pfauen drapierten balinesischen Fußgruppe, über Sambatänzer bis hin zur von "Ledersklaven" gezogenen Kutsche.

Während einer der insgesamt 16 großen Sattelschlepper für den zünftigen Trachtenpärchenball warb, forderte ein anderer zur Revolution der anderen Art auf: "Smash the State and Masturbate."

Ein großes Thema der Demonstrationsschilder war auch heuer wieder die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle. Eine ironische Forderung lautete dabei etwa: "Kein Sex vor der Homoehe."

Die SPÖ-Vorfeldorganisation Sozialdemokratie & Homosexualität (SoHo) verknüpfte die Forderung nach einem Partnerschaftsgesetz mit den Eurofightern und proklamierte trotz der on SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos verkündeten Einigung bei den Kampffliegern: "Standesamt statt Eurofighter".

Am Schluss des Zuges fand sich wie immer die Wiener Straßenreinigung (MA 48). Diese verkaufte ihre T-Shirts "Wien kehrt andersrum" und säuberte zugleich die Ringstraße von den Hinterlassenschaft der Demonstration.

Punkt 16.00 Uhr stand die Demonstration für eine Minute still. Mit der traditionellen Gedenkminute wird den Opfern homophober Gewalt und den an Aids Verstorbenen gedacht.

Begeistert von der großen Zahl der Teilnehmer zeigte sich Paradenorganisator Christian Högl. Er schätze heuer 120.000 Teilnehmer - gegenüber rund 100.000 in den Vorjahren. "Das Konzept mit Vienna Pride ist voll aufgegangen", unterstrich er.

Unter diesem Titel hatten heuer erstmals über den gesamten Juni hinweg lesBiSchwule Veranstaltungen stattgefunden, mit denen man die Aufmerksamkeit auf die Parade deutlich erhöht habe. Und auch die Wiener Linien kündeten wieder seit Anfang Juni von dem Ereignis - mit einer Regenbogenflagge auf jeder Straßenbahn.

Nachdem der Heldenplatz als traditioneller Ort der Abschlussveranstaltung heuer nicht zu erhalten war, fand die "Celebration" dieses Mal auf dem weiter die Ringstraße hinunter liegenden Schwarzenbergplatz statt. Hier fanden sich rund 35.000 Zuschauer ein, um der deutsch-amerikanischen Soulstimme von Marla Glen zu lauschen und ihrem österreichischen Pendant Marianne Mendt.

Über besonderen Zuspruch bei den schwulen Zuschauern konnte sich die Boyband "Jetzt anders!" freuen, entstanden aus den Starmania-Verlierern, zu denen auch der offen schwul lebende Tom Neuwirth gehört.

(apa/red)