Bundespräsident Fischer plädiert für Große Koalition: "Neuwahlen würden Land schaden"

Fischer verweist auf Umfragen zu Rot-Schwarz

Bundespräsident Fischer plädiert für die Bildung einer Großen Koalition. Diese wäre "naturgemäß auch die stabilste Regierung", sagte er in der "Kleinen Zeitung". Neuwahlen würden "dem Land schaden", glaubt Fischer. Stellungnahmen zu Verhandlungsthemen wie dem Eurofighter-Kauf lehnt er ab, weil er "nicht das fünfte Rad am Regierungsverhandlungswagen sein" will.

"Ich glaube, es würde dem Land schaden, wenn wir jetzt nicht in absehbarer Zeit einen energischen Start beobachten könnten, sondern wieder Vorwahlkampf und Wahlkampf und Nachwahlkampf auf dem Programm stünden. Niemand hat die Garantie, dass Neuwahlen ein Zauberstab sind, der Probleme wegzaubert", sagte Fischer wörtlich.

Er sieht - unter Hinweis auf "lange und gute" Gespräche mit den Parteichefs Gusenbauer und Schüssel - durchaus Chancen für das Zustandekommen der Großen Koalition: "Ich bin nicht pessimistisch, allerdings liegt jetzt der Ball bei denen, die verhandeln und nicht bei mir."

Fischer verweist auch darauf, dass "alle Umfragen, die ich kenne, darauf hindeuten, dass die meisten Österreicher und Österreicherinnen sich eine Zusammenarbeit der beiden größten Parteien wünschen". Er würde einer solchen Zusammenarbeit auch "ein ordentliches Stück Vertrauensvorschuss geben und nicht von vorne herein annehmen, dass sie ihre Chance nicht nutzen".

Keine Aussage ist Fischer zu der Frage zu entlocken, was er tun würde, wenn Schüssel doch mit einer schwarz-blau-orangen Regierung zu ihm käme. "Das werde ich mir überlegen, falls das passieren sollte - was ich aber nicht annehme."

Keine Stellungnahme will Fischer zum rot-schwarzen Streitthema Abfangjäger geben: "Ich will als Bundespräsident in einzelne Streitpunkte der Regierungsverhandlungen nicht hineingezogen werden."

(apa/red)