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Totes Rennen um die Spitze

Austria und Rapid nur mit Nullnummern gegen Nachzügler - auch Admira vs. Ried Remis

Bundesliga - Totes Rennen um die Spitze © Bild: GEPA/Kelemen

Totes Rennen in der Fußball-Bundesliga: Die Tabellenführung vor Augen schwächelte Österreichs Top-Quartett am Samstag im Einklang. Die Austria ließ mit einem 0:0 gegen den Vorletzten Mattersburg Punkte liegen, Erzrivale Rapid folgte mit einem 0:0 beim Schlusslicht Kapfenberg. Die Admira und Ried trennten sich im direkten Duell in der Südstadt mit einem 1:1. Eine Runde vor Ende der ersten Saisonhälfte liegen die vier Mannschaften an der Spitze mit je 28 Zählern weiter gleichauf.

Am Schauplatz Generali Arena herrschte nach torlosen 90 Minuten zwischen dem violetten Spitzenreiter und dem Vorletzten Ratlosigkeit. Zum vierten Mal in Serie mussten sich die Fans der Austria mit einem Heimremis begnügen. Erstmals in dieser Saison gab es deshalb mit Schlusspfiff gellende Pfiffe von den Rängen. "Wir wollen die Austria sehen", hatten enttäuschte Anhänger schon zuvor skandiert.

Deutliche Worte bei der Austria
Erneut schaffte es die Austria nicht, eine destruktiv eingestellte Mannschaft in die Knie zu zwingen. Chancen waren Mangelware, die wenigen sich bietenden Möglichkeiten wurden teils leichtfertig vergeben. Die Austria ließ damit nach Unentschieden gegen die Außenseiter Wacker Innsbruck (2:2) und Wiener Neustadt (2:2) erneut zu Hause Zähler liegen. "Wir müssen auch gegen die 'Kleinen' gewinnen, sonst sind wir am Ende Zweiter, Dritter und wieder nicht Meister. Es würde mich ankotzen, wenn wir wieder nicht ganz oben stehen", sprach Michael Liendl deutliche Worte.

Trainer Karl Daxbacher wollte seiner Elf keine Vorwürfe machen. Schade sei nur, dass das destruktive Spiel der Mattersburg nicht bestraft wurde. Auch der von Daxbacher wieder berücksichtigte Kapitän Roland Linz sah den Gegner als Spielverderber. "Alle Mannschaften, die hierher kommen, stellen sich 90 Minuten hinten auf. Da ist es für uns schwierig", erklärte der Stürmer.

Daxbacher freut sich über schwerere Gegner
Fast glücklich muss man aus Austria-Sicht schon sein, dass mit Auswärtsspielen bei Meister Sturm und Vize Salzburg nun zwei andere Kaliber als die Burgenländer warten. Dazu kommt noch das wichtige Europa League-Heimspiel gegen Malmö. "Wir wollen die drei Spiele positiv absolvieren, Gott sei Dank kommen schwerere Gegner", meinte Daxbacher süffisant. Der Herbstmeistertitel war bei der Austria kein Thema. "Wir wollen am Ende der Saison oben stehen, da ist es nicht wichtig, wer zur Halbzeit vorne ist", erklärte Linz.

Augenscheinlich war jedoch, dass die Kräfte bei der Austria schwinden. Die Doppelbelastung Europa League und Meisterschaft fordert im Finish des Jahres ihren Tribut. "Wir wollen mit der besten Mannschaft spielen, um erfolgreich zu sein. Spieler wie Barazite, Jun oder Junuzovic kann man eben nicht gleichwertig ersetzen", meinte Daxbacher. Noch dazu plagen die Austria auch Verletzungssorgen in der Defensive.

Gegen Mattersburg verletzte sich Georg Margreitter. Der Vorarlberger droht mit einer Bauchmuskelverletzung für die kommenden wichtigen Partien auszufallen. Da auch der Kroate Kaja Rogulj sowie Manuel Ortlechner verletzt sind, heißt das aktuelle Innenverteidiger-Paar Manuel Wallner und Emir Dilaver. Das Duo war bisher nur bei den Amateuren in der Regionalliga im Einsatz.

Salihi gelingt Kunststück
Für die kurioseste Szene des heimischen Fußball-Samstags sorgte indes der Erzrivale in Kapfenberg in der Person von Hamdi Salihi. Sein Schuss an die Latte vor dem leeren Tor in Minute 88 war in die Kategorie sehenswert einzuordnen. Die seit sieben Runden ungeschlagenen Grün-Weißen ließen damit die Chance auf Platz eins aus. Zufriedene Gesichter gab es hingegen bei den Steirern, bei denen Neo-Trainer Thomas von Heesen ein geglücktes Debüt feierte.

"Wir haben uns in zwei, drei Situationen äußerst ungeschickt angestellt", meinte Rapid-Coach Peter Schöttel, der Unglücksrabe Salihi keinen Vorwurf machen wollte. Der Albaner sei ob der Aktion ohnedies am Boden zerstört. Als Rapids Sargnagel durfte sich vor allem KSV-Torhüter Raphael Wolf fühlen, der die Gäste mit einigen Paraden zur Verzweiflung brachte.

KSV erst bei "20 Prozent"
Für das Schlusslicht kam das Erfolgserlebnis wohl gerade recht. Zum Abschluss der ersten Saisonhälfte gastiert Kapfenberg in Mattersburg. "Das Spiel gegen Mattersburg ist für mich kein Sechs-Punkte-Spiel, sondern ein 7:1-Punktespiel. Entweder ist Mattersburg sieben Punkte weg, oder wir sind auf einen dran", meinte Von Heesen, der in seinem Team mehr Potenzial schlummern sah: "Ich glaube, dass sie heute nur 20 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit gezeigt hat."

Ried: "Schöne Momentaufnahme"
In der Südstadt betrieben die Admira und Ried Punkteteilung. Der Aufsteiger durfte sich nach zwei glatten Niederlagen gegen die Austria und Sturm wieder über einen Zähler freuen, Ried verlängerte die Serie an ungeschlagenen Spielen auf sieben Stück. Der Blick auf die Tabelle war für die beiden burgenländischen Trainer-Kollegen Dietmar Kühbauer und Paul Gludovatz natürlich tabu. Zumindest Rieds Torschütze Thomas Reifeltshammer ließ ein wenig in die Innviertler Fußball-Seele blicken: "Es ist eine Momentaufnahme, aber natürlich eine schöne Momentaufnahme."

Kommentare

Unsere Mannschaften sind alle gleich schwach ! Ried kann mit einem kleinen Finanzrahmen mit den Wienern und Salzburg seit Jahren mit halten, das zeigt ,das zuwenig profihaft gearbeitet wird ,oder die Vereine von unfähigen Vorständen und Trainern geführt werden ! Aber der Beckenbauer hat uns eh getröstet ,er sagte : ihr seit ein kleines Land ,ihr habt halt zu wenig Talente !

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