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Überrschung in Graz

Nachzügler Wiener Neustadt besiegen Sturm mit 3:2 in einer kuriosen Partie

Pichelmann von Wr. Neustadt © Bild: APA/Scheriau

Der SC Wiener Neustadt hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga am Samstag einen überraschenden Erfolg in Graz eingefahren. In einer an kuriosen Treffern reichen Partie setzten sich die zuvor sieben Spiele sieglosen Niederösterreicher beim SK Sturm mit 3:2 (3:1) durch und schoben sich in der Tabelle auf Platz sieben vor.

Dabei gingen die Steirer nach einem Eigentor von Michael Berger (30.) in Führung. Christoph Freitag (31.) und Thomas Pichlmann (39., 45.) drehten die Partie aber bis zur Pause. Nikola Vujadinovic (60.) konnte vor der Negativkulisse von nur 5.176 Zuschauern in der UPC-Arena nur noch verkürzen. Sturm verpasste nach der fünften Heimniederlage somit den Anschluss an die vorderen Ränge und ist bei einem Spiel weniger nur zwei Zähler vor Neustadt Sechster.

Die Partie begann für die Hausherren zunächst verheißungsvoll. Sturm setzte drei Tage nach dem 2:0 im Nachtragsspiel gegen Ried wie erwartet die ersten Akzente. SC-Torhüter Thomas Vollnhofer drängte Robert Beric erfolgreich ab (8.) und war bei einem Kopfball von Daniel Beichler (11.) erneut zur Stelle. Nach einer halben Stunde wurden die Grazer aber schlussendlich belohnt.

Umstrittener Treffer

Berger, einer von sieben gebürtigen Steirern in der Neustädter Start-Elf, hämmerte eine Beric-Hereingabe im Stil eines Torjägers in die eigenen Maschen. Es war ein umstrittener Treffer, da der hinter dem Verteidiger postierte Florian Kainz bei Ballabgabe klar im Abseits stand.

Nicht einmal eine Minute später war die Grazer Führung jedoch schon Geschichte. Sturm-Keeper Benedikt Pliquett spielte kurz auf Daniel Offenbacher ab. Der U21-Teamspieler ließ sich jedoch zu lange Zeit, sein Pressball mit Freitag senkte sich über den verdutzten 1,99-m-Mann Pliquett ins Gehäuse. Dem nicht genug, leistete sich Sturm weitere folgenschwere Patzer in der Defensive.

Zweimal Pichlmann

Bei einer Martschinko-Hereingabe von links brachten Madl, Vujadinovic und Pliquett im Verbund den Ball nicht weg, Pichlmann staubte ab. Sekunden vor dem Pausenpfiff war das Grazer Desaster dann komplett. Der zur Pause ausgewechselte Philipp Hütter leistete sich einen Fehlpass, die darauffolgende, von Madl abgefälschte Schöpf-Flanke konnte Pliquett nur an die Stange lenken, ehe Pichlmann wieder goldrichtig stand. Wiener Neustadt glänzte damit mit beeindruckender Effizienz, nachdem die Blauweißen zuvor im gesamten November kein Tor zustande gebracht hatten.

Milanic-Standpauke zur Pause

Sturm-Trainer Darko Milanic fand in der Pause deutliche Worte. Seine Elf musste jedoch zunächst einmal durchatmen, als Freitag die Latte erzittern ließ (59.). Eine Minute später witterten die Hausherren aber wieder ihre Chance, nachdem Vujadinovic nach einem Eckball per Kopf zur Stelle war. Die "Blackys" legten nun einen Gang zu, blieben im Abschluss aber zu inkonsequent. Allein Beric vergab drei gute Möglichkeiten (73., 74., 89.) auf den Ausgleich.

Die Neustädter sind damit weiterhin kein Lieblingsgegner der Steirer. Nur zwei der jüngsten neun Duelle konnte Sturm für sich entscheiden.

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