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Showdown zwischen Grödig
und Austria um Europacup-Platz

Größerer Druck liegt beim Aufsteiger - FAK-Coach Gager: "Sie müssen gewinnen"

Suttner gegen Karner im Bundesliga-Spiel Grödig gegen Austria © Bild: GEPA pictures/ Christian Ort

In der Grödiger Untersbergarena steigt am Sonntag in der vorletzten Bundesliga-Runde zwischen dem Gastgeber und der Wiener Austria das vielleicht entscheidende Duell um Tabellenplatz drei und die damit verbundene Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation. Salzburgs letztes Heimspiel steht im Zeichen der Abschiede, Admira und Neustadt wollen Klassenerhalt fixieren.

Grödig-Austria

Die Gastgeber benötigen gegen die um drei Punkte und die klar bessere Tordifferenz voranliegende Austria unbedingt einen Sieg, den Wienern hingegen reicht schon ein Punkt. Aus diesem Grund sieht FAK-Trainer Herbert Gager die Grödiger unter Zugzwang. "Sie haben sicher den größeren Druck, weil sie gewinnen müssen", meinte der Wiener, gab aber gleichzeitig zu bedenken: "Die Frage ist, ob sie als Aufsteiger in so einer Situation überhaupt einen Druck haben."

Gager warnte seine Truppe allerdings davor, ähnlich wie zuletzt gegen Wacker Innsbruck die erste Hälfte zu verschlafen. "Wir müssen von Anfang an da sein, von der ersten Sekunde an konzentriert sein, und ich denke, das wird diesmal auch der Fall sein. Wenn wir von Anfang an gebrannt haben und aggressiv waren, haben wir immer auch spielerisch überzeugt", erklärte der Austria-Trainer. Sein Club wird von 600 Fans begleitet, die in einem Autokorso von Wien nach Grödig reisen wollen.

Herbert Gager schreit
© GEPA pictures/ Andreas Pranter Gager fordert vollste Konzentration von seinen Spielern

Grödiger sind wieder "in der Spur"

Während die Austria in allen sechs Auswärtsspielen unter Gagers Führung ungeschlagen ist, wartet Grödig schon seit dem 15. Februar (3:0 gegen den WAC) auf einen Heimsieg und holte aus den jüngsten sechs Partien in der Untersbergarena nur fünf Punkte. Für Coach Adi Hütter hat aber eine andere Statistik mehr Bedeutung: Seine Mannschaft holte aus den vergangenen drei Partien sieben Punkte.

"Wir sind zuletzt wieder in die Spur gekommen", meinte der Vorarlberger, dessen Team zwei der drei Saisonduelle mit der Austria für sich entschieden hat. "Wenn wir eine Chance auf den Europacup haben wollen, müssen wir wieder gewinnen", forderte Hütter.

Eine Europa-League-Teilnahme der Grödiger zulasten der Austria könnte für Hütter allerdings auch negative Folgen haben - nämlich dann, wenn der 43-Jährige im Sommer tatsächlich neuer "Veilchen"-Coach werden sollte. "Aber dazu gebe ich keinen Kommentar ab, ich beteilige mich nicht an Spekulationen", betonte der Ex-Teamspieler.

Salzburg-Ried

Red Bull Salzburg feiert am Sonntag seine offizielle Meisterparty, mehr als 15.000 Zuschauer werden in Salzburg erwartet. Die Feier steigt nach dem Spiel auf einer neben dem Stadion auf einem Parkplatz errichteten Bühne. Der Meisterteller wird überreicht, zudem werden Salzburgs Kapitän Jonatan Soriano als bester Spieler und Peter Gulacsi als bester Torhüter der Liga geehrt. "Ich freue mich darauf, die Schale das erste Mal in der Hand zu halten", sagte Schmidt am Freitag mit einem Duplikat der Trophäe im Hintergrund.

Schmidt hat Salzburg zum dominanten Team der Liga gemacht. "Es ist nicht nur mein letztes Heimspiel, sondern auch das letzte im Rahmen dieser Gemeinschaft. Das ist etwas ganz Besonderes", erklärte der 47-Jährige, dem der Abschied nach Leverkusen offensichtlich sehr schwer fällt. "Jeder weiß, wie wohl ich mich in Salzburg fühle. Nach so einer Saison bin ich schon ein bisschen traurig, dass ich weggehe. Es steht aber im Vordergrund, dass ich überhaupt hier war."

Kevin Kampl jubelt mit dem Meisterteller
© GEPA pictures/ Felix Roittner Salzburg darf am Sonntag endlich mit dem Original feiern

Zahlreiche Abschiede stehen an

Zudem werden einige Akteure am Sonntag verabschiedet - Marco Meilinger etwa zur Wiener Austria oder Florian Klein, der zum VfB Stuttgart in die deutsche Bundesliga wechseln könnte. Zu einem Abschiedsspiel verhilft Schmidt auch Eddie Gustafsson. Der Torhüter beendet seine Karriere mit Saisonschluss und kommt gegen Ried anstelle von Peter Gulacsi zu seinem ersten Saisoneinsatz.

Gegen Ried sind die Salzburger seit August 2002 oder 18 Spielen zu Hause ungeschlagen. Von den vergangenen 15 Duellen haben die Innviertler nur ein einziges gewonnen. Allerdings hätte Ried-Trainer Michael Angerschmid nur bei einem Sieg die Chance auf eine automatische Vertragsverlängerung. Diese gibt es beim Erreichen der 48-Punkte-Marke, derzeit halten die Rieder bei 43. Zum Abschluss geht es zu Hause gegen Rapid.

Sturm-Wr. Neustadt

Jürgen Säumel im Neustadt-Dress
© GEPA pictures/ Christopher Kelemen Säumel trifft auf seinen Heimatverein

Trotz eines Negativlaufs befindet sich der SC Wiener Neustadt im Abstiegskampf noch immer in einer komfortablen Position. Sollte Schlusslicht Wacker Innsbruck nicht bei Rapid gewinnen, hätten die Niederösterreicher den Klassenerhalt fixiert. Das Team von Heimo Pfeifenberger will den nächsten Schritt mit einem Punktegewinn bei Sturm Graz am Sonntag aber aus eigener Kraft tun.

"Es ist seit längerer Zeit unser Ziel, das zu erledigen", sagte Neustadt-Trainer Heimo Pfeifenberger. "Wir haben uns in den vergangenen Spielen immer selbst in Bedrängnis gebracht." Aus den vergangenen acht Runden hat der SCWN nur einen Punkt geholt. "Das ist keine einfache Situation für die Mannschaft, so etwas setzt sich im Kopf fest", meinte Pfeifenberger. "Nach so einer Serie wäre ein Punkt bei Sturm schon ein Erfolg."

Admira-WAC

Didi Kühbauer lehnt an der WAC-Trainerbank
© GEPA pictures/ Wolfgang Jannach Didi Kühbauer kehrt mal wieder in die Südstadt zurück

Auf die Admira warten wieder einmal ungewisse Wochen. Den Niederösterreichern ist die Lizenz für die kommende Saison in der Bundesliga in erster Instanz verweigert worden. Gegen den WAC wollen die Südstädter am Sonntag zumindest sportlich den Klassenerhalt fixieren. Ein Punkt würde dazu bereits reichen. Die Admira hat gegen ihren Ex-Trainer Dietmar Kühbauer aber einen Sieg im Visier.

Von der Lizenzsituation will sich Admira-Chefcoach Walter Knaller nicht in Panik versetzen lassen. Vizepräsident Hans-Werner Weiss und Generalmanager Alexander Friedl hatten Mannschaft und Trainerteam am Feiertag ausführlich über die Situation informiert. "Wir sind es gewohnt, zu kämpfen", versicherte Knaller. "Natürlich wäre es mit vollen Kassen und einem großen Budget leichter. So passiert es wieder auf den letzten Zacken."

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