10. Bundesliga-Runde von

Sadio Mane rettet Salzburg-Sieg

Senegalese sichert mit zweitem Treffer in der 89. Minute den 3:2-Heimerfolg

Mane jubelt im Spiel Salzburg gegen Sturm über einen seiner zwei Treffer © Bild: GEPA pictures/Steiner

Fußball-Meister Red Bull Salzburg kann doch noch zu Hause gewinnen. Die Salzburger besiegten Sturm Graz in der Bundesliga mit 3:2 (2:1) und kamen damit bis auf einen Punkt an das Spitzenduo Rapid und Austria heran. Zum Matchwinner avancierte der Senegalese Sadio Mane mit einem Doppelpack (45.+1, 89.). Die weiteren Tore erzielten Valon Berisha (43.) bzw. Rubin Okotie (35.) und Florian Kainz (65.).

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Beinahe wäre die Salzburger Lethargie nach der Pause bestraft worden. Die Bullen hatten das Spiel im Griff, ließen aber nach 2:1-Führung den Nachdruck vermissen. Für die Erlösung sorgte Vier-Millionen-Mann Mane, der eine Freistoßflanke von Andreas Ulmer kurz vor Schluss per Kopf verwertete. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte der 20-Jährige die 10.950 Zuschauer in Wals-Siezenheim bereits mit einem Traumtor begeistert.

Drei Heimspiele in Folge hatte der Titelverteidiger zuletzt keinen Sieg geholt. Abhilfe schafften die im Sommer neu verpflichteten Spieler. Berisha kehrte nach überstandener Erkrankung in die Startformation zurück. Dafür setzte Salzburg-Trainer Roger Schmidt erstmals dessen norwegischen Landsmann Havard Nielsen auf die Ersatzbank. Youngster Martin Hinteregger spielte vor der Abwehr, Mane als zweiter Stürmer neben Topscorer Jonathan Soriano.

Sturm vertraut auf Offensive
Auch Sturm begann der Papierform nach sehr offensiv. Trainer Peter Hyballa beorderte Imre Szabics als Spielmacher ins zentrale Mittelfeld, davor agierten die beiden Spitzen Richard Sukuta-Pasu und Okotie. Die Grazer versteckten sich nicht. Nach einer nervösen Anfangsphase übernahmen aber die Salzburger das Kommando. Die ersten beiden guten Torchancen ließ Soriano aus (10., 14.).

Auf der Gegenseite verfehlte der erneut als Rechtsverteidiger aufgebotene Andreas Hölzl mit einem Linksschuss das Gehäuse knapp (32.). Drei Minuten später machte es Hölzl besser, bediente nach Vorarbeit von Szabics mit einem präzisen Heber Okotie, und der "Maskenmann", der sich im August einen Jochbeinbruch zugezogen hatte, nickte aus kurzer Distanz ein.

Salzburg schlug durch Berisha zurück. Soriano ließ einen Querpass von Ulmer durch, überraschte damit Sturm-Verteidiger Dudic, und der Ball fiel Berisha vor die Beine. Der Norweger erzielte in seinem sechsten Ligaspiel für Salzburg sein viertes Tor. Schon den Schlager vergangene Woche bei der Wiener Austria (1:0) hatte der 19-Jährige entschieden.

Zauberdribbling von Mane
Für die Szene des Tages sorgte aber der ein Jahr ältere Mane kurz vor der Pause. Der Senegalese, der kurz vor Transferschluss vom französischen Zweitligisten FC Metz gekommen war, tanzte mit zwei Haken am linken Flügel gleich drei Sturm-Verteidiger aus und schob den Ball dann auch noch Keeper Christian Gratzei zwischen die Beine.

Nach Seitenwechsel verlor der Schlager etwas an Fahrt. Die Lethargie der Bullen machte sich der eingewechselte Florian Kainz zunutze, traf nach Kopfball-Ablage von Haris Bukva von knapp außerhalb des Strafraums. Der 19-Jährige hätte sogar den Sieg auf dem Fuß haben müssen, wurde alleine vor Salzburg-Goalie Alexander Walke aber zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen (80.).

Salzburg erhöht Druck
Die Salzburger reagierten auf den Ausgleich mit mehr Engagement, Fernschüsse von Hinteregger (68.) und dem eingewechselten Georg Teigl (84.) gingen aber jeweils am Tor vorbei. Einen Querpass von Kevin Kampl brachte Teigl ebenfalls nicht im Tor unter (78.), ehe Mane nach Ulmer-Freistoß von halbrechts goldrichtig stand. Die Bullen sind nun bereits sechs Runden ohne Niederlage.

Sturm dagegen kassierte die erste Pleite nach sechs Runden, fünf davon Siege. Den Grazern fehlen damit sechs Punkte auf die Tabellenspitze, fünf auf Salzburg. Die Mozartstadt ist weiterhin kein guter Boden für Sturm. Seit mehr als zehn Jahren (2:1 im Juli 2002) haben die Steirer dort kein Ligaspiel gewonnen, in der Red Bull Arena überhaupt noch keines.

Reaktionen
Roger Schmidt (Salzburg-Trainer):
"Wir haben über die 90 Minuten gegen einen starken Gegner mehr für das Spiel gemacht. Es war ein sehr enges Spiel. Wir waren verdient in Führung, haben aber in der zweiten Hälfte ein wenig den Spielfluss verloren. Sadio Mane hat gezeigt, wie wertvoll er für uns werden wird. Er ist ein Spieler, der Kettenreaktionen erzeugen und aus dem Nichts ein Tor schießen kann. Er war der Spieler dieses Spiels, das freut mich für ihn."

Martin Hinteregger (Salzburg-Defensivspieler): „Es war ein unglaublich kämpferisches Spiel von beiden Mannschaften, am Ende hatten wir das bessere Ende. Und darüber sind wir sehr glücklich. Jetzt sind wir wieder richtig dran an der Spitze und bereit für die nächsten Aufgaben.“

Peter Hyballa (Sturm-Trainer): "Hier war auf jeden Fall etwas drinnen, das ist klar. Wir müssen wach und bereit sein, auch bei dieser Standardsituation. Mane ist ja kein Kopfball-Ungeheuer, da muss man auf einen Zentimeter dran bleiben. So läuft er einfach in den Ball hinein, und wir bleiben stehen. Das ist schade."

Florian Kainz (Sturm-Torschütze): "Wir waren nicht konzentriert - weder in der ersten, noch in der zweiten Hälfte. Wir müssen das 1:0 in die Halbzeit bringen. Der Rückstand war dann ganz schlecht für die Psyche. Wir müssen bis zur letzten Minute konzentriert sein, dann nehmen wir hier zumindest einen Punkt mit."

Red Bull Salzburg - SK Sturm Graz Endstand 3:2 (2:1)
Red Bull Arena, 10.950 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
0:1 (35.) Okotie
1:1 (43.) Berisha
2:1 (45.+1) Mane
2:2 (65.) F. Kainz
3:2 (89.) Mane

Salzburg: Walke - Klein, Schiemer, Vorsah, Ulmer - Hinteregger -
Leitgeb, Berisha (46. Nielsen), Kampl (83. Maierhofer) - Soriano (65.
Teigl), Mane
Sturm: Gratzei - Hölzl, Madl, Dudic, Klem - Bukva, Weber (62. T.
Kainz), Szabics (46. F. Kainz), Ch. Kröpfl - Sukuta-Pasu, Okotie (78.
Bodul)
Gelbe Karten: Hinteregger, Kampl bzw. Hölzl, Sukuta-Pasu, Okotie,
Klem, T. Kainz
Die Besten: Leitgeb, Berisha, Mane bzw. Hölzl, Bukva

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