13. Bundesliga-Runde von

Ein halber Hofmann reicht zum Sieg

Rapid-Kapitän spielt nur 42 Minuten, macht das 1:0 und Rapid gewinnt wieder

Steffen Hofmann jubelt nach dem 1:0 gegen Salzburg © Bild: APA/Neubauer

Rapid kann doch noch gewinnen. Gegen Salzburg erkämpften sich die Hütteldorfer einen nicht unglücklichen 2:0-Heimsieg. Die Tore erzielten der nach überstandener Augenverletzung mit Spezialbrille angetretene Steffen Hofmann per Freistoß (14.) sowie Terrence Boyd per Kopf (47.). Tabellenführer ist nach 13 Runden die Wiener Austria - zwei Punkte vor Salzburg und drei vor Rapid.

THEMEN:

Für die Salzburger endeten Serien von acht Ligaspielen ohne Niederlage und zuletzt vier Siegen. Ihre jüngste Pleite hatten die Bullen Mitte August ebenfalls mit 0:2 zu Hause gegen Rapid hinnehmen müssen. Die Hütteldorfer dagegen waren im Oktober bis dato noch sieglos. In vier Pflichtspielen vor dem Prestigeduell hatten sie nur einen Punkt geholt.

Hofmann war nach zweieinhalb Wochen Sportverbot erst am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen. Ohne den Kapitän kassierten die Hütteldorfer zuletzt ein 0:2 im Derby gegen die Austria und ein 0:4 in der Europa League gegen Bayer Leverkusen. Hofmanns Trainingsrückstand machte sich bemerkbar, der Kapitän musste bereits vor der Pause durch Lukas Grozurek ersetzt werden (42.).

42 Minuten Hofmann reichen Rapid
Die Zeit reichte aber, um zum "Helden" zu avancieren. Die Freistoßkünste litten nämlich offensichtlich nicht unter der fehlenden Praxis. Hofmann knallte den Ball mit seiner rot-grünen Spezialbrille von der Nähe des linken Strafraumecks perfekt ins kurze Kreuzeck. Salzburg-Torhüter Alexander Walke schien mit einer Flanke gerechnet zu haben, war nur noch mit den Fingerspitzen dran. Bitter für Salzburg allerdings, dass der Freistoß eine Fehlentscheidung war.

Rapid-Trainer Peter Schöttel hatte sein Team gegenüber der Heimpleite am Donnerstag gegen Leverkusen gleich an fünf Positionen verändert. Neben Hofmann kehrte auch der zuletzt gesperrte Guido Burgstaller zurück. Der leistete auch gleich die Vorarbeit zum 2:0 durch Boyd, der im Sturmzentrum den Vorzug gegenüber Deni Alar erhalten hatte. Der US-Amerikaner verwertete Burgstallers Maßflanke per Kopf.

Salzburg war besser
Dabei waren die Salzburger, bei denen erstmals nach zweimonatiger Verletzungspause Kapitän David Mendes im defensiven Mittelfeld agierte, spielerisch die etwas stärkere Mannschaft. Rapid hielt mit kämpferischen Qualitäten dagegen, es entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel auf hohem Niveau. Boyd brachte einen Querpass von Burgstaller am langen Eck nicht im Tor unter (5.), auf der Gegenseite scheiterte Valon Berisha an Rapid-Keeper Lukas Königshofer (7.).

Kurz nach Hofmanns großem Auftritt reklamierten die Salzburger Elfmeter. Der Rapid-Kapitän berührte Sadio Mane im Strafraum, der Senegalese ließ sich aber zu theatralisch fallen. Königshofer war bei einem Fersler von Jonathan Soriano auf dem Posten (18.), einen Kopfball nach Freistoßflanke von Andreas Ulmer setzte Salzburgs Solospitze am Tor vorbei (31.). Auch Flügelspieler Kevin Kampl taucht zweimal gefährlich vor dem Rapid-Tor auf (33., 44.).

Auch Rapid hat Chancen
Die Wiener kamen vor 16.700 Zuschauern ebenfalls zu ihren Chancen. Burgstaller vermochte einen Fehler von Bullen-Youngster Martin Hinteregger nicht zu nutzen (23.), nach Flanke von Schimpelsberger köpfelte Kulovits daneben (38.). Und schließlich verzog kurz vor der Pause auch noch der für den an der Schulter verletzten Christopher Drazan eingewechselte Alar (42.).

Die Salzburger bezahlten für ihre fehlende Effizienz. Sie machten zwar auch nach der Pause das Spiel, kamen aber nicht mehr zu so vielen Torgelegenheiten. Ein Soriano-Treffer wurde wegen Abseits zurecht nicht anerkannt (55.), der eingewechselte Georg Teigl ließ sich den Ball von Königshofer abluchsen (61.). Einen Kopfball von Hinteregger parierte der starke Rapid-Torhüter im Nachfassen (72.).

Die Chance auf die vorzeitige Entscheidung ließ Boyd aus, der erneut nach Burgstaller-Vorarbeit stümperhaft vergab (75.). Die Salzburger mussten dennoch ihre erste Auswärtsniederlage in nationalen Bewerben im Kalenderjahr 2012 hinnehmen. Die bisher letzte Ligapleite in der Fremde datierte vom 20. November 2011 - mit 2:4 natürlich ebenfalls in Hütteldorf.

Reaktionen

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): "Die Leistungen beim Derby und auch gegen Leverkusen waren sehr, sehr schwach. Wenn du dann am Ende dieser harten Woche Salzburg besiegen kannst, macht mich das stolz. Ich habe gewusst, dass der Charakter der Mannschaft gut ist. Wir wissen, dass wir in der einen oder anderen Situation auch Glück gehabt haben. Uns war klar, dass der Steff (Hofmann/Anm.) maximal eine Hälfte spielen kann. Wenn er dann das so wichtige 1:0 erzielt, ist das natürlich perfekt. Ich weiß, was das heute für eine Leistung meiner Mannschaft war."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Es ist wunderbar gelaufen für mich. Ich hätte ein bisschen länger spielen wollen, habe aber ein bisschen Probleme mit dem Oberschenkel gehabt. Wir haben heute gezeigt, dass wir noch da sind, dass wir den Sieg unbedingt wollten. Dann war auch das nötige Glück da. Ich habe beim Freistoß einfach probiert. Als ich den Ball getroffen habe, war mir klar, dass er ziemlich gut kommt."

Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Wenn man so viele Torchancen hat wie wir und so viel für das Spiel tut, ist es schon sehr extrem, wenn man nicht als Sieger vom Platz geht. Aber so ist der Fußball. Wir müssen an der Chancenverwertung arbeiten und die heutige Enttäuschung in Entschlossenheit umwandeln."

Alexander Walke (Salzburg-Torhüter): "Wir haben in der ersten Hälfte fünf, sechs hundertprozentige Chancen gehabt, danach auch nochmal zwei. Es ist ärgerlich, dass wir die Tore nicht gemacht haben. Wenn man sich das Spiel ansieht, dann weiß man, dass wir sie nicht unterschätzt haben. Das 1:0 war kein Freistoß, kurz danach hätte es auch Elfmeter für uns geben müssen. Wir schießen viele Tore, aber wir haben defensiv auch immer eines bekommen. Wir müssen defensiv sicherlich stabiler stehen."

Kevin Kampl (Salzburg-Flügelspieler): "Wir haben das Spiel beherrscht, hatten die klar besseren Chancen. Leider konnten wir sie nicht verwerten. Aber wir haben guten Fußball gezeigt, dürfen deshalb jetzt auch die Köpfe nicht hängen lassen. Die Saison ist noch jung, es sind noch so viele Spiele."

SK Rapid Wien - Red Bull Salzburg Endstand 2:0 (1:0)
Hanappi-Stadion, 16.700 Zuschauer

Tore:
1:0 (14.) Hofmann (Freistoß)
2:0 (47.) Boyd

Rapid: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Gerson, Schrammel - Heikkinen, Kulovits - Burgstaller, Hofmann (42. Grozurek), Drazan (25. Alar/66. Ildiz) - Boyd
Salzburg: Walke - Klein, Vorsah, Hinteregger, Ulmer (80. Edomwonyi) - Mendes (46. Teigl) - Kampl, Berisha (67. Nielsen), Leitgeb, Mane - Soriano
Gelbe Karten: Boyd, Schimpelsberger bzw. Klein, Mane, Hinteregger
Die Besten: Burgstaller, Königshofer, Sonnleitner bzw. Kampl, Mane, Leitgeb

Kommentare