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Rapid muss in ungeliebte Südstadt,
die Austria endlich in Gang kommen

Wiener Clubs mit unterschiedlicher Ausgangslage - Sturm und FAK unter Druck

Rapid jubelt in Ried © Bild: GEPA pictures/ Martin Hoermandinger

Die 3. Runde der tipico Bundesliga bringt spannende Paarungen mit sich. Rapid muss in der Südstadt, wo man in der Vorsaison zwei Niederlagen kassierte, bestehen. Die Austria ist im Heimspiel gegen Altach ebenso wie Sturm gegen Wiener Neustadt zum Siegen verdammt. Salzburg will sich in Ried den Champions-League-Frust von der Seele schießen.

Admira Wacker - SK Rapid Wien

Rapid kämpft um die Fortsetzung des Aufwärtstrends und strebt in der Südstadt den ersten Saison-Auswärtssieg an. Die Admira will indes nach der Zwangspause aufgrund der letztwöchigen Absage in Altach endlich die 1:4-Auftaktniederlage gegen den WAC vergessen machen. Dies soll mit einer veränderten Spielanlage und einem "risikoärmeren Spielaufbau" gelingen. "Es wird wichtig sein, dass wir ihre Angriffsmaschinerie nicht ins Rollen kommen lassen", so Admira-Coach Walter Knaller.

Der Angriff der Wiener könnte dabei erstmals von den zwei Verpflichtungen Florian Kainz und Srdjan Grahovac unterstützt werden. Zudem hätte Grün-Weiß im Angriff die Abgänge der Schlüsselspieler Sabitzer, Boyd und Burgstaller laut Knaller gut kompensieren können: "Obwohl sie dadurch viel Offensivpower verloren haben, haben sie sich gut verstärkt und schon gezeigt, dass sie einen sehr guten Fußball spielen können."

Schwab und Barisic beim Handshake
© GEPA pictures/ Martin Hoermandinger

Comeback von Stefan Schwab

Neo-Rapidler und Ex-Admira-Akteur Stefan Schwab kehrt erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück. Knaller fand für den 23-jährigen Mittelfeldmotor nur lobende Worte: "Stefan ist ein Spieler, der von seiner Persönlichkeit und seinem Können her absolut das Zeug hat, um bei Rapid den nächsten Schritt zu machen", so Knaller, der seinem ehemaligen Schützling noch ein wenig nachtrauert: "Es wäre uns natürlich lieber, wenn er noch bei uns spielen würde."

Rapid-Trainer Zoran Barisic möchte an die Leistung vom 1:0-Heimsieg gegen Ried im Ernst-Happel-Stadion anknüpfen. In der vergangenen Saison ging seine Mannschaft in Maria Enzersdorf jedoch zweimal als Verlierer (0:2, 1:2) vom Platz. "Wir haben nicht vergessen, dass wir in der abgelaufenen Spielzeit beide Auswärtsspiele bei der Admira verloren haben. Die Niederlagen waren beide unnötig, wir waren dabei auch nicht vom Spielverlauf begünstigt", blickte Barisic zurück.

Austria Wien - SCR Altach

Nach verpatztem Start ist die Gefühlslage im Lager der Austria schon früh im Saisonverlauf nicht die beste. Ein Punkt aus zwei Spielen lautet die magere Bilanz, das 0:4 in Wolfsberg ließ zuletzt die Alarmglocken schrillen. Der erst seit Sommer in Wien arbeitende Gerald Baumgartner steht mit seiner Mannschaft schon unter Druck. Am Samstag gegen Aufsteiger Altach zählt nur ein Sieg.

Die Vorarlberger kehren nach fünf Jahren Pause wieder nach Wien-Favoriten zurück. In ihrem ersten und nach der Absage der Admira-Partie auch einzigen Saisonspiel setzte sich Altach gegen Sturm Graz mit 1:0 durch. Für Trainer Damir Canadi ist die Ausgangslage klar. "Die Situation bei der Austria ist, wie sie ist. Es liegt an uns, dies auszunutzen. Aber es macht die Aufgabe nicht schwerer und nicht leichter", meinte der Wiener in den Reihen der Rheindörfler.

Baumgartner beim Austria-Training
© GEPA pictures/ Christian Ort Baumgartner will mit Siegen Selbstvertrauen aufbauen

Baumgartner ist angezählt

Für die mit dem Bus Richtung Osten reisenden Altacher spricht, dass der Aufsteiger bereits voll angeschrieben hat. "Es ist eine schwierige Situation, die wir übertauchen und ein Erfolgserlebnis holen müssen. Unser System wird greifen, davon bin ich zu hundert Prozent überzeugt", meinte Baumgartner. "Wir müssen durch Siege Selbstvertrauen aufbauen, das sind normale Mechanismen", betonte der Salzburger.

Dass Baumgartner nach dem schlechtesten Saisonstart der Violetten seit 2006 von Teilen des Austria-Anhangs bis hinauf zu Sponsor-Vertretern bereits in Frage gestellt wird, ärgerte dieser Tage auch sein Gegenüber Canadi. Dieser hinterfragte im Vorfeld der Partie die Personalpolitik der Wiener.

Sturm Graz - Wiener Neustadt

Zwei Spiele, null Punkte. Sturm Graz und Wiener Neustadt sind vor dem direkten Duell in der UPC-Arena am Samstag (19.00 Uhr) gleich schlecht in die Bundesliga-Saison gestartet. Vor allem die höher eingeschätzten Steirer stehen nun stark unter Druck, sie müssen eine Negativserie gegen die Niederösterreicher beenden, um im dritten Spiel den ersten Sieg einzufahren.

Todorovski im Spiel Sturm gegen HSV
© GEPA pictures/ Hans Oberlaender Sturm bereitete sich gegen den HSV vor

"Wir wollten diese Saison anders starten als letztes Jahr, das ist uns leider nicht gelungen. Es muss jetzt gegen Wiener Neustadt die Trendumkehr kommen", gab Sturm-Trainer Darko Milanic die Marschroute vor. Die Wiener Neustädter wollen das verhindern, sehen sich aber in der Außenseiterrolle. "Sturm steht mehr unter Druck. Die Fans erwarten viel und sie haben ein Heimspiel. Von uns erwartet eigentlich eh keiner was", sagte Trainer Heimo Pfeifenberger zur Ausgangslage.

SV Ried - Red Bull Salzburg

Meister Salzburg ist nach dem verpatzten Europacup-Start in Aserbaidschan in der Meisterschaft auf Wiedergutmachung aus. Die Generalprobe für das so wichtige Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Karabach Agdam führt die "Bullen" am Samstag (19.00 Uhr) nach Ried zu ihrem früheren Co-Trainer Oliver Glasner. Der neue Ried-Coach kennt die Red-Bull-Elf wie seine Westentasche.

Kampl im Spiel gegen Qarabag
© GEPA pictures/ Felix Roittner Kampl und Co. wollen die Karabach-Pleite vergessen machen

Glasner freut sich nach zwei Jahren in Salzburg auf das Wiedersehen. Mit einigen Spielern steht er noch in Kontakt. "Ich gönne ihnen den Einzug in die Champions League. Auch am Samstag gönne ich ihnen eine gute Leistung, aber sie soll zu wenig sein", erklärte Glasner, der seinem neuen Team eine ähnliche Spielphilosophie übertragen hat wie jene, die in der Mozartstadt praktiziert wird.

"Zurückziehen geht nicht"

"Fakt ist, dass er unsere Mannschaft sehr gut kennt. Auf der anderen Seite hat er die Spielanlage schon komplett verändert. In Ried wird uns ein Gegner erwarten, der versucht, offensiv zu verteidigen", meinte Salzburg-Trainer Adi Hütter. Das sei die einzige Möglichkeit, um gegen die Bullen zu bestehen, ergänzte Glasner. "Zurückziehen geht nicht. Wenn man zu passiv ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie das bestrafen."

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