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WAC bändigt Salzburg, Altach
erobert vorläufig Rang zwei

Wolfsberger feiern Last-Minute-Sieg - Altach gewinnt knapp in Grödig

WAC gegen Salzburg © Bild: GEPA pictures/ Patrick Leuk

Der WAC bleibt in dieser Saison der Angstgegner von Red Bull Salzburg. Die "Bullen" kassierten am Samstag in der 26. Runde auswärts gegen die Wolfsberger durch ein Gegentor in der Nachspielzeit eine 2:3-(2:2)-Niederlage und ergatterten damit in den drei bisherigen Partien gegen die Kärntner nur einen Punkt. Zudem schmolz der Vorsprung des Spitzenreiters auf die in Grödig siegreichen Altacher auf sechs Punkte. Auch Rapid könnte am Sonntag im Falle eines Sieges in Wiener Neustadt bis auf sechs Zähler an den Titelverteidiger heranrücken. Auch Sturm bleibt an den Verfolgern dran, die Grazer setzten sich vor eigenem Publikum gegen die Admira mit 3:1 durch.

Nicht nur die Schluss-, auch die Anfangsphase stand vor 3.900 Zuschauern in der Lavanttal-Arena im Zeichen der Gastgeber. In der 7. Minute sorgte eine riskante Rettungstat von Andreas Ulmer nach Fehler von Stefan Ilsanker erstmals für Gefahr, wenige Sekunden später stand es schon 1:0 für den WAC: Nach einer Maßflanke von Stephan Palla war Jacobo per Kopf erfolgreich. In den Minuten danach hätten die Kärntner ihre Führung beinahe ausgebaut. Zunächst ging ein Kopfball von Marco Djuricin nach einem Freistoß von Jacobo an die eigene Latte (13.), dann hatte Goalie Peter Gulacsi bei einem Schuss von Christopher Wernitznig große Mühe (13.).

Praktisch aus dem Nichts gelang den Salzburgern dann die vorläufige Wende. In der 27. Minute wurde ein - allerdings fragwürdiger - Freistoß von Soriano von Silvio unhaltbar zum 1:1 abgefälscht, in der 41. Minute wehrte WAC-Keeper Andreas Kofler eine Flanke von Christian Schwegler auf den Oberschenkel von Michael Berger. Der Ball sprang vor die Füße von Soriano, der aus spitzem Winkel einnetzte und damit sein 23. Liga-Saisontor erzielte.

Die Antwort des WAC folgte in der 45. Minute: Gulacsi ließ eine harmlose Freistoß-Hereingabe von Wernitznig aus den Händen gleiten, Silvio stand goldrichtig und staubte zum 2:2 ab.

Tolle Paraden von Kofler

Im Gegensatz zur turbulenten ersten Hälfte herrschte nach dem Seitenwechsel lange Zeit Leerlauf - bis zur 76. Minute, als Marcel Sabitzer plötzlich allein vor Kofler auftauchte, der WAC-Schlussmann aber mit einer starken Fußabwehr zur Stelle war. Acht Minuten danach zeigte Kofler bei Schüssen von Sabitzer und Soriano vor den Augen von Nationalteam-Tormanntrainer Klaus Lindenberger seine Klasse.

WAC jubelt
© GEPA pictures/ David Rodriguez Anchuelo Der Jubel in Wolfsberg war naturgemäß riesig

Die Salzburger drängten in der Schlussphase auf die Entscheidung, der "Lucky Punch" gelang jedoch dem WAC - unter tatkräftiger Mithilfe der Gäste. Nach einem weiten Abschlag kam es zu einem gravierenden Missverständnis zwischen Gulacsi und Ilsanker. Der Innenverteidiger köpfelte den Ball über den herausgeeilten Goalie genau in den Lauf des kurz zuvor eingewechselten Kerhe, der in der 93. Minute zum 3:2 einschob.

Altach feiert in Grödig nächsten Sieg

Der SCR Altach hat unterdessen zumindest für einen Tag Rang zwei übernommen. Die Vorarlberger gewannen beim SV Grödig mit 1:0 (0:0) und überholten damit Rapid, das erst am Sonntag im Einsatz ist. Emanuel Schreiner erzielte in der 56. Minute den entscheidenden Treffer.

Grödig-Trainer Michael Baur schickte dieselbe Elf aufs Feld, die am Mittwoch mit einem 2:0 gegen den WAC die davor sechs Spiele währende Niederlagenserie beendet hatte. Der Erfolg brachte den Grödigern offenbar auch einiges an Selbstvertrauen, gegen den Tabellenzweiten waren die Salzburger zunächst die spielbestimmende und auch gefährlichere Mannschaft. Allerdings nur eine Hälfte lang.

Marvin Potzmann (16., 24.) und Stefan Nutz (18.) vergaben die besseren Chancen der Grödiger auf die mögliche Führung, während Altach nur selten im gegnerischen Strafraum auftauchte. Am gefährlichsten wurden die Vorarlberger, die auf Abwehrchef Philipp Netzer verzichten mussten, in der 41. Minute, als Grödig-Verteidiger Christoph Martschinko Hannes Aigner gerade noch abblocken konnte.

Goldtor durch Schreiner

Nach der Pause bekamen die Gäste die Partie besser in den Griff und zeigten auch schöne Offensivaktionen. Darko Bodul scheiterte zunächst noch an Cican Stankovic (49.), in der 56. Minute war der Grödig-Torhüter aber chancenlos. Nach Doppelpass mit Hannes Aigner schoss Schreiner trocken zur Führung ein.

Emanuel Schreiner
© GEPA pictures/ Felix Roittner Emanuel Schreiner schoss Altach auf Platz zwei

Eine rasche Grödiger Antwort verhinderte SCR-Torhüter Lukse mit zwei Paraden (62., 63.), danach allerdings konnten sich die Heimischen gegen den abgeklärten Aufsteiger keine Großchancen mehr herausspielen. Daher fährt Grödig mit fünf Punkten Vorsprung zum Gastspiel am kommenden Samstag zu Schlusslicht Admira. Mit einem Sieg könnten die Salzburger beruhigt in das weitere Frühjahr gehen, eine Niederlage würde Grödig voll in den Abstiegskampf ziehen.

Sturm feiert "Pflichtsieg" über die Admira

Sturm Graz ist auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Fast eine Woche nach dem 1:2 in Salzburg setzten sich die Grazer in der UPC-Arena gegen Schlusslicht Admira Wacker Mödling dank Treffern von Donis Avdijaj (28.), Simon Piesinger (69.) und Marko Stankovic (85.) verdient mit 3:1 (1:0) durch. Für die Niederösterreicher war ein Tor von Rene Schicker (74.) zu wenig.

Die Grazer holten damit in den jüngsten fünf Heimspielen 13 von 15 Punkten und besserten auch ihre schwache Bilanz im direkten Duell mit der Admira etwas auf. Zu Hause war es der erste Sieg nach vier erfolglosen Spielen, insgesamt in den jüngsten neun Aufeinandertreffen auch erst der zweite. Die Admira bleibt einen Punkt hinter Wiener Neustadt im Besitz der "Roten Laterne" und ist jetzt schon sieben Partien ohne vollen Erfolg.

Die Admiraner hatten zuletzt in Graz viermal nicht verloren, dreimal dabei gar einen Sieg geholt. Es war daher nicht unbedingt überraschend, dass die Niederösterreicher stark begannen. Der quirlige Issiaka Ouedraogo kam zweimal nach Ballverlusten der Grazer im Bereich des Mittelkreises zu Konterchancen (10., 16.), scheiterte allerdings beide Male aus bester Position an Sturm-Goalie Christian Gratzei. Die mangelnde Effizienz des 26-jährigen Angreifers aus Burkina Faso sollte sich schnell rächen.

Premierentreffer für Avdijaj

Der diesmal in die Startformation gerutschte Avdijaj setzte sich gegen Stephan Zwierschitz durch und traf vom Sechzehner via Innenstange zum 1:0 (28.). Der in der 15. Minute für den mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel ausgeschiedenen Manuel Kuttin eingewechselte Jörg Siebenhandl musste somit gleich bei der ersten Gastgeber-Chance hinter sich greifen. Avdijaj sorgte damit für eine doppelte Premiere: Es war der erste Liga-Treffer der Schalke-Leihgabe sowie auch der erste Saisontreffer eines Sturm-Ausländers in der laufenden Saison. Für die Grazer war es ein Weckruf, sie waren plötzlich gut im Spiel drinnen und hätten auch nachlegen können. Stankovic schoss aber drüber (40.).

Donis Avidjaj
© GEPA pictures/ Markus Oberlaender Licht und Schatten bei Donis Avdijaj

Nach dem Seitenwechsel sahen die 10.198 Besucher eine offene Partie mit wenigen Höhepunkten. Avdijaj hätte sich in der 57. Minute selbst endgültig zum "Man of the match" küren können, sein stümperhafter Abschluss aus kurzer Distanz wurde aber von Siebenhandl und Thomas Ebner im Verbund in höchster Not geklärt. Besser machte seine Sache Piesinger, der nach einer Schick-Ecke sowie einer leichten Pfingstner-Weiterleitung den Ball unter die Latte hämmerte (69.). Für die Grazer war es bereits das 15. Tor nach einer Standardsituation in der laufenden Saison, die Niederösterreicher kassierten demgegenüber schon den 16. Gegentreffer nach einem ruhenden Ball.

Da Schicker nach einem Lochpass alleine aufs Sturm-Tor laufen durfte und auch traf (74.), blieb es vorerst spannend. Doch die Grazer machten etwas später definitiv den Sack zu. Der für den während eines Kurzeinsatzes verletzten Bright Edomwonyi eingewechselte Dario Tadic bediente Stankovic, der aus rund elf Metern traf (85.).

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